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Senftenberger Weinkönigin gekrönt

Weinkönigin Maya Mai wird vom Stadtoberhaupt gekrönt.
Weinkönigin Maya Mai wird vom Stadtoberhaupt gekrönt. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Gute Stimmung am neuen Raunoer Berg. Federweißer mundet den Gästen. 90 Liter aus den Trauben des roten Regent und Tauberschwarz sowie Gutedel weiß fließen. Kathleen Weser

Fruchtig, aber nicht süß, und wenig gärig mundet der Senftenberger Federweiße den zahlreichen Gästen am neuen Raunoer Weinberg. In die Nase steigt ein erdiger Duft. Mit einem kräftigen Schluck wird am Sonntagnachmittag hier auf den guten heimischen Tropfen, vor allem aber auf die neue Weinkönigin angestoßen. Stadtoberhaupt Andreas Fredrich (SPD) hat Maya Mai höchstselbst gekrönt. Als Wortführer auf dem liebevoll gestalteten Festplatz, auf dem es auch nach frischem Kuchen und deftigen Schmalzstullen duftet, ist er wenig stimmgewaltig. Lachend versichert der Bürgermeister, dies sei nicht dem Weingenuss geschuldet, sondern ausschließlich dem Erkältungsbazillus. Das funkelnde Diadem der scheidenden Weinhoheit, Prinzessin Jana Wobar, entfernt Andreas Fredrich dann konzentriert, schweigend und relativ unschädlich für die Frisur der jungen Dame. Und auch auf dem Kopf der würdevoll ins Ehrenamt berufenen Weinkönigin landet der Schmuck bestens platziert. Maya Mai strahlt über das ganze Gesicht und nimmt die neue Aufgabe, den Senftenberger Wein vom Raunoer Weinberg nunmehr zu repräsentieren, sichtlich freudig und zugleich in aller Bescheidenheit an.

Wolfgang Simlinger, der die Reben mit den alten Sorten auf dem Weinhang mit Fachwissen und viel Geduld federführend pflegt, zeigt sich stolz über den süffigen Federweißen und die überwältigende Resonanz auf die Einladung zum Fest. Der Schwarzheider erinnert sich noch gut an die schwere Zeit, in der wieder an die alte Weintradition vor dem Lausitzer Bergbau im Senftenberger Revier angeknüpft wurde. "Am Anfang sind wir ja der Verein ohne Weinberg gewesen und als dieser auch ausgiebig besungen worden", erinnert er an den Neustart. Gemeinsam mit Ehefrau Sabine hat der Weinbauer im Ehrenamt dann auf Schloss Wackerbarth, dem sächsischen Weinbaugut, die Schulbank gedrückt. Dass die Reben auf dem kleinen Weinberg so prächtig gedeihen, macht das Paar glücklich - und auch der Kellermeisterin viel Freude und jede Menge Arbeit. Die Trauben werden von den rührigen Vereinsmitgliedern natürlich per Hand gelesen. An den beiden Weinpressen müssen starke Leute mitarbeiten, versichert Wolfgang Simlinger. Der Wein des hiesigen Jahrganges ist erst vor wenigen Tagen von den Reben getrennt worden. Dann aber waltet Sabine Simlinger ihres Amtes, um den Rebensaft akkurat zu vergären und dann den richtigen Zeitpunkt abzupassen, um den Prozess zu stoppen, damit der Federweiße mundet. Und das ist gelungen.