Der Film beginnt romantisch: Er zeigt ein winziges Rinnsal, das sich aus dem Quelltopf am Nordosthang des mit 449 Metern höchsten Gipfels der Westlausitz, dem Hochstein, hangabwärts nach Norden schlängelt. In genau 310,7 Meter über Normalnull schlägt die Geburtsstunde der Schwarzen Elster. Schon bald erreicht das Bächlein das erste Dorf, Kindisch, und wandelt sich allmählich zum Bach. Schnell sind die Städte Elstra und Kamenz erreicht.

Die Senftenberger Videofilmer, die es bereits seit dem Jahr 1980 gibt, widmet einem der bedeutendsten Flüsse der Lausitz einen ganzen Film. Nach Angaben von Vereinsmitglied Dr. Frank Dietrich wurde über zwei Jahre mit vier Teams gedreht. "Herausgekommen ist aber kein Natur-, sondern ein Heimatfilm", erklärt Dietrich. "Wir wollen den Menschen in Elstra unweit der Quelle zeigen, wie sich ihr Fluss bis zur Mündung in die Elbe beim Dorf Elster wandelt. Und natürlich auch umgekehrt." Ebenso die Einwohner der Anrainerorte darüber aufklären, wo das Gewässer tatsächlich entspringt und wo es endet. "Das weiß kaum jemand", erklärt Dietrich seine Intention.

Genauso erstaunlich dürfte wohl für die meisten Einheimischen sein, dass die Schwarze Elster nichts mit dem Vogel zu tun habe. Stattdessen stamme der Begriff "Elster" aus dem Germanischen und bedeute so viel wie "fließen" oder "strömen". Dies alles und noch viel mehr erfahren die Filmzuschauer.

Darüber hinaus sammelt der Streifen links und rechts der Ufer zahlreiche spannende Geschichten auf. Beispielsweise die Story vom bislang einzigen Sorben, der auf einem Achttausender im Himalaja stand. Er ist in Sollschwitz zu Hause, einem Dorf zwischen Kamenz und Wittichenau. Und natürlich an der Schwarzen Elster gelegen. Oder Erinnerungen von älteren Senftenbergern, als sie noch die dortige Flussbadeanstalt besuchten. Und wer weiß schon, dass an den Elsterhängen bei Jessen seit 600 Jahren Weinbau betrieben wird? Oder dass das Elsterwasser nach der Mündung in die Elbe noch sechs Tage bis nach Hamburg benötigt?

Nach der Filmpremiere, zu der jüngst der Regionalverband Senftenberg des Naturschutzbundes Deutschlands (Nabu) eingeladen hatte, waren die zahlreichen Zuschauer des Lobes voll. Grundtenor: Am liebsten sofort aufs Fahrrad setzen und die Flussufer selbst erkunden. Der Lindenauer Rudolf Kupfer erklärte, dass der Streifen so wohltuend authentisch gestaltet sei. "Deshalb muss er unbedingt in die Öffentlichkeit. Ich denke da in erster Linie an unsere Schulen", sagt der 70-Jährige. Dies haben Frank Dietrich und seine Senftenberger Videofilmer tatsächlich vor. "Wir wollen bei den Schülern das Heimatgefühl wecken." Anfang nächsten Jahres solle der Streifen erneut in Senftenberg gezeigt werden.