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| 17:26 Uhr

Lausitzer Seenland
See-Rutschung schreckt keine Touristen ab

 Luftaufnahme nach der Rutschung an der Insel des Senftenberger Sees.
Luftaufnahme nach der Rutschung an der Insel des Senftenberger Sees. FOTO: Jens Berger
Senftenberg/Niemtsch. Genau vor einem Jahr ist ein Teil der Insel in den Senftenberger See gerutscht. Auch 2019 gab es Negativschlagzeilen. Auf Touristen und Besucher hat das jedoch kaum eine Auswirkung. Von Torsten Richter-Zippack

Mitte September 2019 am Niemtscher Strand: Kaum etwas erinnert an das Ereignis, das vor genau einem Jahr die Region in Atem hielt. Am 13. September 2018 war die Nordwestspitze der rund 250 Hektar großen Insel in den Senftenberger See gerutscht. Daraufhin hatte die Bergbehörde die Sperrung der Niemtscher Bucht veranlasst, acht Tage später des gesamten Sees. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Hauptursache war der wegen der Dürre extrem niedrige Wasserstand von 97,91 Metern über Normalhöhennull. Zum Vergleich: An diesem Donnerstag bewegte sich der Wasserstand bei 98,42 Metern. Geotechnisch kritisch wird es bereits ab 98,30 Metern.

Besucher lassen sich nicht vom Senftenberger See abhalten

Einheimische und Touristen lassen sich dennoch nicht vom Senftenberger See abhalten. „Klar sind Negativereignisse für das Lausitzer Seenland, das sein Image erst noch aufbauen muss, schwerer zu verkraften als bei gestandenen Tourismusregionen. Insofern hat uns dieses Ereignis durchaus belastet“, sagt Detlev Wurzler, Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB).

 So sieht es an der Rutschungsstelle am Senftenberger See ein Jahr danach aus. Die entsprechenden Gehölze sind entfernt worden.
So sieht es an der Rutschungsstelle am Senftenberger See ein Jahr danach aus. Die entsprechenden Gehölze sind entfernt worden. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Er stellt aber klar, dass im Falle bergbaurechtlicher Bedenken die entsprechenden Maßnahmen im Interesse der Sicherheit aller Gäste am See zu akzeptieren und umzusetzen sind.

Die Besucher haben die Sperrung gelassen gesehen. Storno-Anfragen seien nur vereinzelt aufgetreten. „Wir gehen mit der Rutschung und den damit verbundenen Konsequenzen offen um“, betont Detlev Wurzler.

Auf die zu Ende gehende Seesaison 2019 besitze die Inselrutschung indes keine Auswirkungen. „Nach den aktuellen Übernachtungszahlen wird diese Saison die zweitbeste des LSB nach dem Supersommer 2018“, resümiert der Verbandsvorsteher. Vor zwölf Monaten hatte der Zweckverband bis Ende August knapp 218 000 Übernachtungen gezählt, jetzt sind es 210 000.

Wassersportpark am Großkoschener Badestrand gesperrt

Und das, obwohl es auch im Sommer 2019 Negativschlagzeilen am Senftenberger See gab. Der Wassersportpark am Großkoschener Badestrand musste wegen bergrechtlicher Bedenken gesperrt und abgebaut werden. Der entsprechende Strandabschnitt ist noch immer nicht nutzbar, da sich dort noch Betonelemente des Wassersportparks im Wasser befinden, teilt der Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit. Ab der Saison 2020 soll der Strand für Badegäste wieder komplett nutzbar sein.

 Am Morgen des 13. September 2018 war ein Teil der Insel bei Niemtsch in den Senftenberger See gerutscht.
Am Morgen des 13. September 2018 war ein Teil der Insel bei Niemtsch in den Senftenberger See gerutscht. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche

Indes werden im November die Sicherung der Insel fortgesetzt, kündigt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) an. Die Arbeiten hatten im Winter 2019 begonnen. LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber sagt, dass sich diese über ein Jahrzehnt hinziehen könnten.