Von Kathleen Weser

Der Badestrand Großkoschen am Senftenberger See (Oberspreewald-Lausitz) ist am Freitag gesperrt worden. Ein Sachverständiger für Geotechnik hat den Bereich des gekippten Ufers für rutschungsgefährdet erklärt, an dem erst vor wenigen Wochen ein Wassersportpark errichtet worden war. Die schwimmenden Elemente für den Wasserspaß hängen – vorschriftsmäßig, wie Betreiber Michael Kiraly aus Großkoschen betont – an  70 stahlbewehrten Beton-Ankern. Doch der Experte für den Alttagebau Niemtsch, aus dem der Senftenberger See entstanden ist, hält die nunmehr schon länger als 45 Jahre sanierte Böschung unter diesen erschwerten Bedingungen für gefährlich. Deshalb hat das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) vorsorglich die amtliche Reißleine gezogen und den Strandbereich großräumig sperren lassen. „Temporär“, wie Uwe Sell, der Abteilungsleiter für Braunkohletagebaue, betont. Bis die vom Landkreis genehmigte Freizeitanlage aus dem Wasser geholt ist. Danach sei das Baden ab sofort wieder erlaubt.

Rutschungsgefahren  auf einer besiedelten Bergbaukippe sind am Freitag auch in Lauchhammer ein Thema gewesen. Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (beide SPD) haben Hauseigentümern und Unternehmern, die ihre Grundstücke räumen müssen, ihre Unterstützung zugesagt. Ingo Senftleben (MdL), der Landesvorsitzende der CDU und Herausforderer von Woidke zur Landtagswahl im September, kritisiert dies als „Wahlkampfzirkus der SPD“. Lausitz Seite 2