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| 13:51 Uhr

Für mehr Sicherheit am Senftenberger See
Radler müssen Hafen umfahren

 Der Spielplatz ist ein Grund, warum der Senftenberger See-Radweg um den Stadthafen geleitet wird.
Der Spielplatz ist ein Grund, warum der Senftenberger See-Radweg um den Stadthafen geleitet wird. FOTO: LR / Jan Augustin
Senftenberg. Für mehr Sicherheit und Flair wird der Rundweg ab jetzt am Senftenberger Stadthafen vorbeigeführt. Im Gegensatz zum Sedlitzer-See-Umweg ist dieser Schlenker aber überschaubar. Von Jan Augustin

Nach der Sperrung eines etwa 500 Meter langen Teilstücks in Niemtsch vor einer Woche ist der Rundweg am Senftenberger See nun auch am Stadthafen unterbrochen. Radfahrer müssen ab sofort entweder einen kleinen Umweg in Kauf nehmen oder absteigen und schieben. Die ersten Hinweisschilder und Barken sind bereits aufgestellt. Es folgen weitere. Die verkehrsrechtliche Anordnung ist beim Landkreis beantragt und befindet sich in der Endabstimmung.

Anders als in Niemtsch, wo die Bergbausanierer eine Gefahr durch gekippte Böden und Flächen sehen und das Gelände in den nächsten Jahren sichern werden, geht es bei der Umleitung am Stadthafen um Konflikte zwischen Pedalrittern und Fußgängern, die künftig vermieden werden sollen. „Wir hoffen, dass wir den Stadthafen frei bekommen vom Gefahrenpotenzial“, bestätigt Detlev Wurzler, Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg. Zu unliebsamen Bekanntschaften zwischen den Wegenutzern sei es immer wieder am angrenzenden Spielplatz, an der Hafentreppe und an der Slipanlage gekommen.

Radtourismus boomt am Senftenberger See

Weil der Radfahrtourismus weiter boomt, immer mehr E-Bikes unterwegs sind, häufen sich Konflikte und Unfälle. Dies aber wollen der Zweckverband und die Stadt Senftenberg, die „voll hinter dem Projekt“ steht, künftig eindämmen, betont Wurzler. Allerdings soll die Umleitung nur über die drei Sommermonate Juni, Juli und August gelten und für den Rest des Jahres aufgehoben werden.

 Fahrradwegumleitung Senftenberger Stadthafen
Fahrradwegumleitung Senftenberger Stadthafen FOTO: LR / Elisabeth Wrobel

Und der Umweg ist überschaubar: Er beträgt gerade einmal etwa 150 Meter. Im Vergleich zu der seit Mitte April geltenden Umleitung am Sedlitzer See ist das ein Klacks. Diese beträgt hier rund 20 Kilometer und verläuft über Dörrwalde, Allmosen, Bahnsdorf und Welzow nach Lieske. Der Radwanderweg ist vom Ilse-Kanal über die Bahnsdorfer Pumpstation, das 80-Einwohner-Dorf Lieske bis zur Brücke über den Oberen Landgraben gesperrt. Grund sind eine Vielzahl von Bauarbeiten, die gleichzeitig und überschneidend durchgeführt werden. Die offizielle Umleitung für die neue Nordufer-Baustelle ist auf viel Kritik gestoßen. Der Riesen-Umweg mache das zarte Pflänzchen Radtourismus wieder kaputt, lautet der Vorwurf.

 Der direkte Rundweg am Senftenberger See ist am Stadthafen ab jetzt und über die Sommermonate für Radfahrer gesperrt. Ein kleiner Umweg führt am Hafen vorbei – oder das Rad muss geschoben werden.
Der direkte Rundweg am Senftenberger See ist am Stadthafen ab jetzt und über die Sommermonate für Radfahrer gesperrt. Ein kleiner Umweg führt am Hafen vorbei – oder das Rad muss geschoben werden. FOTO: LR / Jan Augustin

Ambiente am Hafen leidet unter Vielzahl an Radlern

Am Senftenberger See ist die neue Wegeführung bisher ohne großes Murren angenommen worden. Zu Himmelfahrt haben das die Zweckverbands-Mitarbeiter beobachtet und erste Reaktionen eingesammelt. Dennoch befürchtet der Verbandschef, dass im Gegensatz zu den Touristen gerade die Einheimischen das neue Durchfahrtsverbot ignorieren werden. Detlef Wurzler hofft daher auf Kontrollen durch die Polizei, die dann auch Bußgelder verhängen kann. „Wir wollen keinen vertreiben, aber die Vernunft herauskitzeln“, betont Wurzler. Gerade an besucherstarken Tagen leide das Ambiente am Stadthafen unter der Vielzahl an Radfahrern. Mit der neuen Regelung steigt auch das Flaniergefühl an, ist sich der Verbandschef sicher.