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| 20:47 Uhr

Auf dem Senftenberger See
Santa Barbara startet frisch lackiert

 Das sommerliche Wetter an den Osterfeiertagen bescherte den Fahrgastschiffen auf dem Senftenberger See einen großen Besucheransturm. Die Santa Barbara konnte am Senftenberger Anleger zeitweise keine Gäste mehr aufnehmen.
Das sommerliche Wetter an den Osterfeiertagen bescherte den Fahrgastschiffen auf dem Senftenberger See einen großen Besucheransturm. Die Santa Barbara konnte am Senftenberger Anleger zeitweise keine Gäste mehr aufnehmen. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
Senftenberg. Die Seenland-Schifffahrt verkehrt ab Mai wieder im regulären Fahrbetrieb. Zu Ostern hatten beide Fahrgastschiffe schon gut zu tun. Von Torsten Richter-Zippack

Nicht weniger als ein gewaltiger Stein ist Reederin Marianne Löwa vom Herzen gefallen. Nämlich an jenem Tag im zeitigen Frühjahr, als sie die Nachricht ereilte, dass der Senftenberger See ab 1. April wieder in vollem Umfang nutzbar sei. Das bedeutete nichts anderes als den pünktlichen Start in die Fahrgast-Schifffahrtssaison 2019. „Als mir Detlef Wurzler vom Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg mitteilte, dass der See wie geplant freigegeben würde, habe ich mich überaus erleichtert gefühlt“, bekennt die Reederin.

Denn in der Vorsaison war so einiges nicht optimal gelaufen. Das begann seitens der Behörden mit der verspäteten Seefreigabe im Frühjahr 2018 wegen fehlender Bojenketten. Weiter ging das Dilemma mit der extremen, über Wochen anhaltenden Hitze, die zu weit weniger Fahrgästen als in normalen Jahren führte. Doch der Höhepunkt der Negativ-Ereignisse war erst im September erreicht. Damals gab es eine Rutschung an der Insel im Senftenberger See, woraufhin das Gewässer eine Komplettsperrung erfuhr. Somit endete die Saison rund einen Monat eher als geplant.

Noch bis heute erreichen Marianne Löwa Anfragen von besorgten Gästen, die wissen wollen, ob die Schiffe wieder fahren. Diese stammen meist aus der Ferne. „Bei den Einheimischen hat sich die Seefreigabe inzwischen herumgesprochen“, begründet die Reederin.

Regulärer Linienverkehr der Fahrgastschiffe im Mai

Traditionell zu Ostern sind ihre beiden Schiffe – die Santa Barbara und die Aqua Phoenix – in die neue Saison gestartet. Ab Mai wird täglich im regulären Linienverkehr gefahren. Beide Fahrgastschiffe sind in den zurückliegenden Wochen auf Herz und Nieren geprüft und gewartet worden. „Die Santa Barbara, seit dem Jahr 1990 auf dem Senftenberger See im Einsatz, hat im März einen komplett neuen Farbanstrich erhalten“, sagt Marianne Löwa. Und zwar wie gehabt: königsblau und perlweiß. Hinzu kam ein spezieller Schutzanstrich für die Teile unter Wasser. „Alle vier Jahre muss die Barbara aufs Land“, berichtet Löwa weiter. Denn auch der große Schiffs-TÜV war fällig. „Es wurden keine Mängel festgestellt“, resümiert die Reederin. Darüber hinaus ist der Hauptmotor in alle Einzelteile zerlegt und generalüberholt worden. Jetzt funktioniere die Sechs-Zylinder Maschine mit ihren 140 PS wieder wie am ersten Tag.

Mehr noch: Auch im Innenraum der Santa Barbara ist einiges passiert. So erfuhr das Parkett eine Erneuerung. Zudem ziehen an den Wänden mehrere gerahmte Luftaufnahmen der beiden Seenland-Schiffe die Blicke der Gäste auf sich.

Trotz der Rutschung an der Senftenberger See-Insel hat sich am Kurs der Santa Barbara nichts geändert. Letztlich lag die Gefahrenstelle ohnehin in den Grenzen des Sperrgebietes. Von den über den Winter an der Insel ausgeführten Sanierungsarbeiten sei vom Schiff aus kaum etwas zu sehen. „Das meiste fand unter Wasser statt“, sagt Marianne Löwa. Nach Angaben der Bergbausaniererin Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft wurden Maßnahmen umgesetzt, um einem weiteren unkontrollierten Auseinanderfließen der Insel entgegenzuwirken. Die Arbeiten sollen über den Winter 2019/2020 fortgeführt werden.

An der Aqua Phoenix, der jüngeren Schwester der Santa Barbara, ist über den Winter der Manövriermotor umgebaut worden. Er könne nun eigenständig vom Netz agieren. Zudem leistet die Maschine jetzt 96 PS, vorher waren es 81 PS. Außerdem wurde die Solaranlage auf dem 2016 in Dienst gestellten Solar-Katamaran gewartet. Das Schiff verkehrt vom Senftenberger See durch den Koschener Kanal inklusive Schleuse zum Schiffsanleger Geierswalde.

„Die Aqua Phoenix könnte auch durch den Barbarakanal nach Partwitz fahren“, sagt Marianne Löwa. Allerdings, so stellt die Reederin klar, würde sie die Jungfernfahrt durch den Überleiter vom Geierswalder zum Partwitzer See ohne Gäste bestreiten. „Schließlich wäre es auch für uns ein Novum“, begründet Löwa. Das dürfte jedoch noch ein Weilchen dauern. Denn die Seenland-Protagonisten warten bis heute auf die behördliche Kanalfreigabe.

 Das sommerliche Wetter an den Osterfeiertagen bescherte den Fahrgastschiffen auf dem Senftenberger See einen großen Besucheransturm. Die Santa Barbara konnte am Senftenberger Anleger zeitweise keine Gäste mehr aufnehmen.
Das sommerliche Wetter an den Osterfeiertagen bescherte den Fahrgastschiffen auf dem Senftenberger See einen großen Besucheransturm. Die Santa Barbara konnte am Senftenberger Anleger zeitweise keine Gäste mehr aufnehmen. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE