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| 18:25 Uhr

Ich kaufe regional
Schaufensterbummel mit Erlebniswert

In der Kreuzstraße nutzt Andrea Golk den zur Verfügung stehenden Meter für zusätzliche Dekorationen vor ihrem Schaufenster. Mit ihrem Sortiment sorgt die Floristin für ein willkommenes Gegengewicht zum leerstehenden Objekt auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
In der Kreuzstraße nutzt Andrea Golk den zur Verfügung stehenden Meter für zusätzliche Dekorationen vor ihrem Schaufenster. Mit ihrem Sortiment sorgt die Floristin für ein willkommenes Gegengewicht zum leerstehenden Objekt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. FOTO: Uwe Hegewald
Senftenberg. Kostenfreie Nutzung eines Meters vor Geschäften für Auslagen oder Dekorationen hat sich für das Senftenberger Stadtbild bewährt.

Bis in die 1780er-Jahre reicht die Geschichte der Schaufenster zurück. Eine ansprechende Auslage lockte seinerzeit Kundschaft in Pariser Läden und animierte zum Warenkauf. Bis heute hat sich an dieser Wirkung nichts geändert.

Am Beispiel der Kreisstadt Senftenberg soll beleuchtet werden, wie Geschäftsleute den Schaufenster-Vorteil umsetzen, wo sich Defizite aufzeigen und wie diese ausgeräumt werden können.

„Die Ladenbesitzer geben sich große Mühe, ihre Schaufenster attraktiv zu gestalten. Viele nehmen richtig Geld in die Hand, um sich diese von professionellen Werbeagenturen dekorieren zu lassen“, sagt Axel Schmidt, Vorsitzender des Senftenberger Gewerbevereins. Als „kluge und richtige Entscheidung“ wertet er den Beschluss der Stadt zur kostenfreien Nutzung von einem Meter vor den Geschäften für Auslagen, Produktpräsentationen oder Dekorationen. „Zwischenzeitlich gab es Bestrebungen von Stadtverordneten, dieses Angebot zurückzuziehen. Zum Glück ist das abgewendet worden“, zeigt sich Axel Schmidt im Namen von Vereinsmitgliedern  erleichtert.

Wie Stadtsprecher Andreas Groebe informiert, gibt es die Option für einen zusätzlichen Meter seit dem Jahr 2009. „Das Angebot wird sehr gut angenommen und sorgt für bunte Vielfalt auf den Einkaufsstraßen vor den Geschäften“, sagt er. Es zeige, wie ein wichtiger Schritt zu einer wirklich attraktiven Einkaufsstadt vollbracht werden kann, so Groebe. Jegliche Bemühungen, mittels auffallender Auslage, origineller Dekorationen, Grünpflanzen oder Blumen bunte Vielfalt zu erzielen, täuschen jedoch nicht über längerfristig oder temporär verwaiste Schaufenster hinweg. „Um Leerstand entgegenzuwirken, führen wir eine Liste mit leerstehenden Ladenlokalen aber auch Büroflächen und anderen Gewerbeimmobilien, die uns bekannt sind oder gemeldet werden. Die Liste ist auf unserer Internetseite veröffentlicht und wird Interessenten bei Anfrage ausgehändigt“, informiert Andreas Groebe.

Aber muss der Blick durch verwaiste Schaufenster in gähnend leeren Ladenflächen münden? Stehen Immobilienbesitzer nicht selbst in der Pflicht, ihr zu veräußerndes oder zu vermietendes Objekt entsprechend in Szene zu setzen? „Vor ein paar Jahren gab es seitens des Gewerbevereins zielgerichtete Aktivitäten, um mit Eigentümern freier Objekte ins Gespräch zu kommen und auszuloten, wie Verbesserungen herbeigeführt werden können“, erklärt Axel Schmidt. „Letztendlich können wir den Besitzern nicht vorschreiben, wie sie mit ihren Geschäftsimmobilen zu verfahren haben“, so der Gewerbevereinsvorstand.

Wie es besser geht, zeigte zwischenzeitlich ein kleines Schaufenster an der Schmiedestraße, das unter den Fittichen von „Zukunft Lausitz“ stand. Die Gründerwerkstatt mit Sitz in Cottbus hat eine Initiative zur Gestaltung leerer Schaufenster entwickelt und setzt diese unter anderem in Cottbus, Calau und Senftenberg um. „Vermietern, die ihre Schaufenster aufpeppen wollen, stehen wir beratend zur Seite. In Senftenberg war es das Anbringen von zwei Gründerplakaten“, informiert Yvonne Simon-Redlich, Projektassistentin der Gründerwerkstatt.

Das Modehaus Voigt, das in der Kreisstadt vier Boutiquen betreibt,  überlässt nichts dem Zufall. „In der Regel werden die Schaufenster wöchentlich neu dekoriert. Dabei ist es unser Anspruch, in den Schaufensterfronten mehrere Stilrichtungen zu präsentieren und mehrere Zielgruppen zu erreichen“, erklärt Geschäftsführerin Ursula Voigt die Firmenstrategie. Wackeln gehöre sprichwörtlich zum Handwerk, deshalb mische das Modehaus auch am Samstag, 28. Juli, beim Mitternachtsshopping in der Senftenberger Innenstadt mit.
Seit 17 Jahren ist Andrea Golk mit ihrer „Blumenwerkstatt“ an der Senftenberger Kreuzstraße präsent. Dank ihrer Kundenresonanz zählt die verkehrsberuhigte Straße zweifellos zu den Shoppingmeilen in Senftenberg.

„Von Einheimischen, aber auch von Urlaubern bekomme ich oft gesagt, dass sich die Innenstadt mit ihren Einkaufsmöglichkeiten und den Gastronomieangeboten sehen lassen kann. Generell hat sich die Stadt sehr gut entwickelt“, skizziert Andrea Golk die Situation. Ein Wermutstropfen seien vereinzelte leere Geschäfte, von denen sich eines ausgerechnet auf der gegenüberliegenden Ladenzeile befindet. „Insbesondere im Winterhalbjahr sorgt der ständige Anblick für etwas Tristesse“, so die Floristik-Expertin.

Mit vier Geschäften gibt das Modehaus Voigt in Sachen Schaufenster zweifellos den Ton an. Vorausschauend und Konsequent: Durch den regelmäßigen Besuch von Messen, ist das Haus über bevorstehende Trends informiert und präsentiert diese so früh wie möglich in ihren Schaufenstern.
Mit vier Geschäften gibt das Modehaus Voigt in Sachen Schaufenster zweifellos den Ton an. Vorausschauend und Konsequent: Durch den regelmäßigen Besuch von Messen, ist das Haus über bevorstehende Trends informiert und präsentiert diese so früh wie möglich in ihren Schaufenstern. FOTO: Uwe Hegewald