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| 15:54 Uhr

Sondersitzung mit Eilantrag
Ratsrunde legt die Superschule auf Eis

Im großen Senftenberger Rathaussaal haben Fachplanerin Juliane Hummel (l.) und Biko-Chefin Annett Birkigt am Montagabend das Schulzentrum-Modell vorgestellt. Die Stadtverordneten legten das ehrgeizige Projekt in einer Sondersitzung allerdings auf Eis.
Im großen Senftenberger Rathaussaal haben Fachplanerin Juliane Hummel (l.) und Biko-Chefin Annett Birkigt am Montagabend das Schulzentrum-Modell vorgestellt. Die Stadtverordneten legten das ehrgeizige Projekt in einer Sondersitzung allerdings auf Eis. FOTO: LR / Jan Augustin
Senftenberg. Senftenbergs Stadtverordnete haben die Planungen für das neue Schulzentrum gestoppt. Fast einstimmig wurde das in einer Sondersitzung beschlossen. Der Grund: das fehlende Geld. Von Jan Augustin

Einer der größten Befürworter für das Schulmodell von der ersten bis zur zehnten Klasse hat jetzt den Planungs-Stopp für ein Schulzentrum in Senftenberg in die Wege geleitet. Die Fraktion Die Linke hat mit ihrem Eilantrag bis auf den Abgeordneten Prof. Peter Biegel (SPD) alle Stadtverordneten überzeugt: Die Planung für die Superschule am Standort Dr.-Otto-Rindt-Oberschule wird eingestellt. „Wir stehen weiterhin zum Schulzentrum, allerdings nicht auf Teufel komm raus“, sagt der Fraktionsvorsitzende Wolf-Peter Hannig am Montagabend in einer Sondersitzung zum Thema. Hauptgrund für den Schritt sei das fehlende Geld. Aktuell gibt es kein geeignetes Förderprogramm, bestätigt auch Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD). Und eine vollständige Finanzierung aus Eigenmitteln ist „unverantwortlich“, begründet Hannig. Er betont: „Jedoch ist der Grundsatzbeschluss zur Schaffung eines Schulzentrums dadurch nicht aufgehoben.“

Dennoch - die 200 000 Euro teure Vorplanung durch das Planungsbüro Biko kommt zum Ergebnis: Ein Schulzentrum macht Sinn. Wie es aussehen könnte, hat das Team um Annett Birkigt am Montag erklärt. Die vorgestellte und auch von der Denkmalbehörde als genehmigungsfähig in Aussicht gestellte Variante sieht einen dreigeschossigen Neubau mit dezent gestalteter Fassade vor, der mit einem Verbindungsgang an das Oberschulgebäude andockt. Die Gesamtkosten für das komplett barrierefreie, mit Aufzügen ausgestattete Projekt schätzt das Planungsbüro auf etwa 13,8 Millionen Euro.

Das Modell fürs Schulzentrum hat das Biko-Planungsbüro  gemeinsam mit einem Schülerpraktikanten (9. Klasse) vom Gymnasium angefertigt. Im Vordergrund ist der gedachte Neubau an der Dr.-Otto-Rindt-Oberschule zu sehen.
Das Modell fürs Schulzentrum hat das Biko-Planungsbüro gemeinsam mit einem Schülerpraktikanten (9. Klasse) vom Gymnasium angefertigt. Im Vordergrund ist der gedachte Neubau an der Dr.-Otto-Rindt-Oberschule zu sehen. FOTO: Biko / Juliane Hummel

Neben dem Planungs-Stopp hat die Ratsrunde der Verwaltung noch einige Hausaufgaben ins Heft geschrieben. So soll der Bürgermeister das von der neuen Bundesregierung auferlegte Förderprogramm für Schulneubauten im Auge behalten und deren Nutzung vorbereiten. Alternativstandorte als An- oder Neubau sollen gesucht und geprüft werden. Auch wird schnellstmöglich eine bis ins Jahr 2025 reichende Übersicht über den Bedarf von Klassenräumen in den Grundschulen erwartet. Und damit nicht genug: Der Antrag der CDU-Fraktion, den Bau einer Turnhalle mit Klassenräumen an der Rathenau-Grundschule zu prüfen, um damit deren Fortbestand zu sichern und die geplante Fusion mit der Oberschule zu vermeiden, fand ebenfalls mehrheitlich Zustimmung.