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| 15:10 Uhr

Senftenberger protestieren gegen neue Namen
Ratsrunde eingeknickt: Adressen-Chaos bleibt

Nach Protesten von Anwohnern der Senftenberger Eigenheimstraße ist das Umbenennungsvorhaben jetzt bis mindestens Ende 2019 vom Tisch.
Nach Protesten von Anwohnern der Senftenberger Eigenheimstraße ist das Umbenennungsvorhaben jetzt bis mindestens Ende 2019 vom Tisch. FOTO: LR / Jan Augustin
Senftenberg. Nach Einwohnerprotesten und einem Antrag ist das umstrittene Umbenennungsvorhaben erst einmal ad acta gelegt. Von Jan Augustin

In der Kreisstadt und ihren Ortsteilen wird es mindestens bis Ende kommenden Jahres Straßennamen geben, die teilweise bis zu viermal vorkommen. Die Stadtverordneten haben am Mittwochabend mit 14 Stimmen mehrheitlich für einen von Arnd Kaiser (Wir für Senftenberg/Grüne/B 90) gestellten Geschäftsordnungsantrag votiert, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen und abermals in den Fachausschüssen zu diskutieren. Applaus für diese Abstimmung gab es aus der Einwohnerschaft. Mehrere Anwohner und Geschäftstreibende des Senftenberger Eigenheimweges äußerten zuvor unmissverständlich ihre Ablehnung gegen das Umbenennungsvorhaben. Es sei unverhältnismäßig, wenn ihr Straßenname geändert werde und nicht, wie ursprünglich geplant, der Namenszwilling in Sedlitz. „Ich kann mich damit nicht anfreunden“, sagt etwa Steffen Pötschke, Geschäftsführer eines Elektrobetriebes an der Straße. Eine Umbenennung verursache immense Kosten. „Wir haben 20 Firmenfahrzeuge, die umgeschrieben werden müssten“, erläutert er. Mit ähnlichen Argumenten machten auch Dr. Stephanie Lenke, die eine Arztpraxis betreibt, oder Schornsteinfeger Marko Lebek ihrem Ärger über die Beschlussvorlage Luft.

Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD), als einer von fünf Gegnern des Antrages und Befürworter eines einheitlichen Adressensystems, kennt das Ausmaß dieser Entscheidung: Aufgrund der Kommunalwahlen im Mai und der Landtagswahlen im September könne das Thema erst wieder ab Ende 2019 aktuell werden. Dabei sei es ausgiebig besprochen worden - mit der eigens gegründeten Arbeitsgruppe, den Ortsbeiräten und seit Jahren in etlichen Ausschüssen. Drei Kriterien seien bei der Entscheidungsfindung herangezogen worden: Ins Kalkül gezogen wurden die Anzahl der betroffenen Anwohner und der Gewerbetreibenden. Außerdem sollten die Ortsteile aufgrund ihrer Größe nicht benachteiligt werden. Weil für Sedlitz bereits sieben Änderungen vorgesehen waren, habe sich die Arbeitsgruppe auf eine Umbenennung des Eigenheimweges in der Kernstadt entschieden. Der von Arnd Kaiser gemachte Vorschlag, die Postleitzahlen statt der Straßennamen zu ändern, sei geprüft worden, aber nach Aussage der Regulierungsbehörde nicht umsetzbar.