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| 02:54 Uhr

Senftenberger Quartett ringt um Lagune Sedlitz

Zwischen dem besiedelten Teil von Sedlitz und dem westlichen Teil des Sees (Bildmitte) liegt das Lagunen-Grundstück.
Zwischen dem besiedelten Teil von Sedlitz und dem westlichen Teil des Sees (Bildmitte) liegt das Lagunen-Grundstück. FOTO: Peter Radke/pre1
Senftenberg. Vier Senftenberger Stadtverordnete springen in die Bresche, um "die letzte Chance zu ergreifen, das wirklich gute IBA-Projekt Lagunendorf am Sedlitzer See noch auf die Füße zu stellen". Das sagt Reiner Rademann (SPD), einer der Einbringer. Kathleen Weser

Das Quartett ringt um die Mehrheit der Stimmen für die Wohn- und Ferienhaus-Siedlung, in der jedes Grundstück einen eigenen Wasserzugang haben soll. Das Lagunendorf am Sedlitzer See, eine Idee der Internationalen Bauausstellung (IBA) "Fürst Pückler Land", habe eine Leuchtturm-Funktion für die Stadt Senftenberg und das Lausitzer Seenland. Das sagt Reiner Rademann (SPD). Im jüngsten Hauptausschuss in Vorbereitung der heutigen Stadtverordnetenversammlung hat der Sozialdemokrat nochmals eindringlich um die Stimmen der Abgeordneten für das Bauvorhaben geworben. Gemeinsam mit Petra Demuth, Jürgen Bretschneider (beide Wir für Senftenberg) und Roland Richter (SPD) bringt Reiner Rademann den Antrag in die Ratsrunde ein, das IBA-Projekt fortzuführen.

Das von der Stadt Senftenberg sehr günstig erworbene Grundstück am Sedlitzer See ist im gesamten Lausitzer Seenland der einzige Standort, an dem eine Vielzahl von Bauflächen mit direktem Wasserzugang geschaffen werden können. Eine Liste von mehr als 80 Interessenten liegt beim Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) vor, der in das Erbe der beendeten Bauausstellung eingetreten war.

Die Konditionen der Kreditfinanzierung seien für die gewerbliche Sparte des Seenland-Zweckverbandes dieselben wie für die Kommune, sagt Reiner Rademann. Er und seine Mitstreiter hoffen darauf, dass die Mehrheit der Abgeordneten den Mut aufbringt, das überschaubare Risiko für das Zukunftsprojekt mit zu tragen. Mit der Punktlandung beim Stadthafen-Bau, dem touristischen Anziehungspunkt "Rostiger Nagel" und dem Koschener Kanal sind drei vor Baustart heftig umstrittene, weil auch wagemutige Projekte, bereits zum Erfolg geführt worden.

"Wir glauben, dass das Risiko für die Stadt relativ gering bleibt", sagt Rademann. Die finanziellen Vorleistungen, die erbracht werden sollen, sind auf die Baugrundstücke umzulegen. Die jetzt einzusetzenden Kosten liegen bei 45 Euro pro Quadratmeter. Die Grundstücke sind werthaltiger. Das Ansiedlungsrisiko sei auch einer Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus zufolge gering.

Die Bergbausaniererin sei verpflichtet, Badewasser-Qualität im Sedlitzer See herzustellen, mit einer Nachsorge über 15 Jahre.

Für die Weiterentwicklung des Ortsteils Sedlitz, neue Einwohner für die Stadt Senftenberg und damit auch erhöhte Steuereinnahmen sowie für eine weitere Attraktion im Seenland ringen die Abgeordneten um das Lagunendorf Sedlitz. Die Ratsrunde soll heute Abend entscheiden.

Zum Thema:
Der Beschluss-Antrag beinhaltet, die bereits geplanten, aber gesperrten Haushaltsmittel für die Verlegung der Trinkwasserhauptleitung und die Planungen für das Lagunendorf am Sedlitzer See in Höhe von 1,2 Millionen Euro freizugeben. Zudem soll die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mit dem Einschneiden der Land-Finger für die Bauflächen und dem Uferverbau für das Lagunendorf Sedlitz beauftragt werden. Dafür soll die Stadt Senftenberg einen kommunalen Kredit in Höhe von 3,5 Millionen Euro zu derzeit sehr günstigen Konditionen aufnehmen. Der Soll-Zinssatz liege zurzeit etwa bei der Hälfte des Haben-Zinssatzes. Nie zuvor habe es günstigere Investitionsdarlehen für Kommunen gegeben.Das Darlehen soll über die Grundstücksverkäufe refinanziert werden.