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| 10:27 Uhr

Aus dem Gericht
Senftenberger muss für vier Jahre hinter Gitter

 Vor dem Cottbuser Landgericht musste sich der 33 Jahre alte Mann aus Senftenberg verantworten.
Vor dem Cottbuser Landgericht musste sich der 33 Jahre alte Mann aus Senftenberg verantworten. FOTO: LR / Jan Augustin
Cottbus. Das Landgericht Cottbus verurteilte am Donnerstag einen 33-Jährigen Mann aus Senftenberg wegen mehrerer Diebstähle zu vier Jahren Haft. Von Daniel Roßbach

Vor dem Landgericht Cottbus wurde am Donnerstag ein 33-Jähriger aus Senftenberg wegen eines Falls räuberischen Diebstahls und acht weiteren Einbrüchen und Diebstählen zu vier Jahren Haft verurteilt. Gemäß des Urteils, das noch nicht rechtskräftig ist, muss der Verurteilte außerdem entstandene Schäden in Höhe von knapp 9000 Euro ersetzen und die Kosten des Verfahrens tragen. Der Angeklagte hatte in dem Prozess gestanden, zwischen 2017 und 2018 mehrere Einbrüche und Diebstähle in Senftenberg und Großräschen begangen zu haben.

Dazu zählte auch, dass er im Sommer 2018 in Senftenberg den Rucksack eine Teilnehmerin der Deutschen Meisterschaft im Orientierungslauf gestohlen hat. Das Opfer dieses Diebstahls leidet ihrer Aussage nach noch heute unter psychischen Folgen dieser Tat. Auf Grund von danach aufgetretenen gesundheitlichen Problemen habe sie sogar ihren Sport aufgeben müssen. Die Frau trat in dem Prozess auch als Nebenklägerin auf.

In zwei Anklagepunkten überschritt die 2. Große Strafkammer des Gerichts unter Vorsitz von Richter André Simon in ihrem Urteil das von der Staatsanwaltschaft vorgeschlagene Strafmaß. Die umfassenden Geständnisse des Angeklagten, der Vater zweier Kinder ist und bis Mitte 2017 auch berufstätig war, wirkten sich dabei ebenso strafmindernd aus wie seine eingeschränkte Schuldfähigkeit. Diese liegt wegen langjähriger Drogenabhängigkeit vor; darüber herrschte zwischen allen Prozessbeteiligten Einigkeit. Sein Statement zum Abschluss der Beweisaufnahme nutzte der Mann aus Senftenberg, um zu sagen, „dass es mir wirklich leid tut.“

Der Interpretation der Staatsanwaltschaft folgte das Gericht in der Bewertung eines Einbruchs in eine Arztpraxis in Großräschen im Mai 2017. Weil der nun Verurteilte einen Zeugen mit einem zuvor für den Einbruch benutzten Schraubenzieher bedroht habe, handele es sich dabei um einen Raub. Allein hierfür wurden zwei Jahre Haft fällig. Das Gericht folgte der Darstellung der Staatsanwaltschaft auch im Fall eines gemeinschaftlichen Einbruches in die Räume eines Senftenberger Pflegedienstes, bei dem unter anderem ein Auto gestohlen wurde. Zwar gingen sowohl Staatsanwaltschaft als auch Gericht davon aus, dass der Angeklagte selbst den Wagen nicht gestohlen habe. Wegen seiner Beteiligung am Einbruch sei er dafür trotzdem verantwortlich.

Wird das Urteil rechtskräftig, kommt der gelernte Kfz-Mechaniker, der in Folge seines Drogenkonsums an Hepatitis erkrankt ist, für die ersten zwei Jahre in den Maßregelvollzug, um sich einer Suchttherapie zu unterziehen.