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| 17:10 Uhr

Nachgefragt bei Wasserwirtschaftler Reinhard Heepe
Brandenburg und Sachsen müssen zu Potte kommen

Reinhard Heepe, Wasserwirtschafter im Ruhestand aus Senftenberg.
Reinhard Heepe, Wasserwirtschafter im Ruhestand aus Senftenberg. FOTO: Manfred Feller
Senftenberg. Reinhard Heepe aus Senftenberg ist Wasserwirtschaftler im Ruhestand. Mit den Problemen des Hochwasserschutzes und der Gewässerbewirtschaftung bei Trockenheit und Niedrigwasser beschäftigt er sich seit Jahren intensiv. Von Kathleen Weser

Herr Heepe, die Rutschung an der Insel im See versetzt Sie in Sorge?

Heepe: Ja und nein. Es ist bekannt, dass die Innenkippe des Tagebaus Niemtsch vor 50 Jahren mit den damals technischen Möglichkeiten nicht hinreichend saniert werden konnte und die Insel deshalb folgerichtig autark geblieben ist und als Naturschutzgebiet nicht betreten werden darf. Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass die Stabilität des Inselbereiches bei einer angepassten Nutzung des Speichers hinreichend möglich ist. Im September mussten wir aber erleben, dass die Bewirtschaftung des Senftenberger Sees in einem extrem trockenen Sommer nicht optimal ist, ja sogar gefährlich wird.

Ist das wirklich vorhersehbar zu befürchten gewesen?

Heepe: Auf den Punkt des Wasserstandes, an dem Inselbereiche instabil werden, vielleicht nicht. Das müssen Experten der Geotechnik und Hydrologie besser wissen. Wir sind allerdings schon mittendrin in der Bewirtschaftung der Tagebaurestseen der Lausitz mit Schwarzer Elster und Spree, aber zwischen den Ländern ist noch nicht einmal geregelt, dass und wie Wasser aus den sächsischen in die brandenburgischen Seen geleitet werden kann. Das gehört zur Bewirtschaftung der Lausitzer Gewässer, ist zwingend notwendig – und hätte den zu geringen Wasserstand im Speicher Niemtsch schon verhindern müssen. Seit 2010 liegt auch ein Vorschlag dazu vor, der unter kompetenter Mitwirkung brandenburger und sächsischer Behördenmitarbeiter entstanden ist.

Der Vorschlag besagt was?

Heepe: Wir brauchen eine Institution beider Länder und des Bergbausanierers LMBV, um die dringenden gemeinsamen Aufgaben zu steuern und zu meistern. Aber nichts ist bisher passiert.

Mit Reinhard Heepe
sprach Kathleen Weser

Sperrgebiet Senftenberger See 08.10.2018
Sperrgebiet Senftenberger See 08.10.2018 FOTO: LR / Jennifer Hnyk