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| 14:17 Uhr

Senftenberg steht vor Millioneninvestition
Erlebnisbad soll neu gebaut werden

Das Senftenberger Erlebnisbad ist optisch zwar auf einem guten Stand. Die Technik aber ist veraltet und muss erneuert werden.
Das Senftenberger Erlebnisbad ist optisch zwar auf einem guten Stand. Die Technik aber ist veraltet und muss erneuert werden. FOTO: Stadt Senftenberg
Senftenberg. Die Senftenberger Schwimmhalle ist in die Jahre gekommen. Der Plan sieht einen Neubau vor. Von Jan Augustin

Alte Technik, undichtes Dach: Das Senftenberger Erlebnisbad ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Das steht schon fest. Nur über das Wie ist noch nicht entschieden. Ein Planungsbüro hat jetzt vier Varianten auf den Tisch gelegt, wie die Schwimmhalle wieder flott gemacht werden kann. Die Stadtspitze favorisiert in Abstimmung mit einer Arbeitsgruppe aus Verwaltungsmitarbeitern und Abgeordneten eine Variante, die den Abbruch und den Neubau des Eingangs- und Funktionsgebäudes vorsieht. Das würde rund 6,4 Millionen Euro kosten. Es ist die teuerste Variante, aber aus kommunaler Sicht auch die langfristig erfolgversprechendste. Die diskutierte Idee, gleich ein richtiges Spaßbad zu bauen, wurde wegen zu hoher Kosten von mindestens 30 bis 40 Millionen Euro wieder verworfen. Den Stadtverordneten liegt nun ein Beschlussvorschlag in den nächsten Ausschüssen vor. Am 12. September steht diese bei der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung. Sollte die Ratsrunde grünes Licht geben, wird weiter geplant. Nach etwa eineinhalb Jahren Bauzeit wäre das neue Senftenberger Erlebnisbad Ende 2022 fertig.

Wie dringend eine Sanierung ansteht, zeigt die lange Mängelliste. Einige ausgewählte Beispiele: Die Umkleidemöglichkeiten für das Personal sind provisorisch im Keller zwischen der Gebäudetechnik eingerichtet. Es gibt nur eine Personaldusche und keine getrennten Personaltoiletten. Es fehlen Lagerräume für Verbrauchsmittel, die einen sicheren Zugang für Lieferungen aufweisen. Die Wege zu den provisorischen Umkleiden und Waschräumen im Untergeschoss sind lang, sehr hoch der Verkehrsflächenanteil. Der Revisionszugang zur Technik für das Schwimmbecken entspricht nicht den Anforderungen. Die Lagermöglichkeiten sind beschränkt und reichen nicht aus. Das Dach im Foyer- und Bürobereich ist undicht, die technischen Anlagen störungsanfällig und veraltet.

Für die Stadt Senftenberg als Eigentümer ist der Betrieb des 1970 errichteten und 1996 ausgebauten Erlebnisbades teuer. In den vergangenen vier Jahren wurden durchschnittlich 540 000 Euro zugeschossen. Tendenz steigend. Die erzielten Erträge von rund 311 000 Euro können die Aufwendungen in Höhe von 851 000 Euro nicht kompensieren. Auch die im Jahr 2015 eingeführte neue Entgeltordnung kann das Defizit bei Weitem nicht ausgleichen. Mit vier Euro für anderthalb Stunden Schwimmen ist das Senftenberger Bad vergleichsweise günstig. Am stärksten ins Kontor schlagen die Personalkosten mit fast der Hälfte der Gesamtaufwendungen. Elf Mitarbeiter sind im Bad angestellt. Strom, Wärme und Wasser fressen eine Menge Geld. Dazu kommen Kosten für die Unterhaltung und Bewirtschaftung. Im Schnitt zählt das Bad pro Jahr etwa 90 000 Besucher.