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Senftenberg will Schulzentrum bauen

Standort des neuen Senftenberger Schulzentrums soll die Dr.-Otto-Rindt-Oberschule in der Calauer Straße werden.
Standort des neuen Senftenberger Schulzentrums soll die Dr.-Otto-Rindt-Oberschule in der Calauer Straße werden. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Paukenschlag aus der Stadtverwaltung: Senftenberg will bis zum Jahr 2020 ein Schulzentrum gründen. Die Walther-Rathenau-Grundschule neben der Neuen Bühne soll mit der Dr.-Otto-Rindt-Oberschule an der Calauer Straße verschmelzen. Jan Augustin

Darüber hat Bildungsamtsleiter Falk Peschel im Bauausschuss informiert. Grund für diese Überlegungen seien die in den vergangenen Monaten gestiegenen Schüler- und Kita-Kinder-zahlen in der Kernstadt. "Dankenswerterweise kann man ja sagen", fügt Peschel an. In der "sehr schönen", aber denkmalgeschützten und damit kaum veränderbaren Grundschule lernen aktuell 275 Kinder in zwölf Klassen. Im nächsten Schuljahr sollen es schon 294 sein. Dabei platzt die Schule im Bauhaus-Stil bereits jetzt aus allen Nähten: Zwischen 28 und 30 Kinder je Klasse müssen in den mit unter 50 Quadratmetern relativ kleinen Räumen lernen.

Die Lösung des Problems soll in einem von der Brandenburger Landesregierung empfohlenen und geförderten Schulzentrum liegen. Als geeigneten Standort für eine gemeinsame Grund- und Oberschule hat die Stadtverwaltung dafür die Otto-Rindt-Schule ausgemacht. Theoretisch möglich wäre dort entweder ein Anbau ans bestehende, ebenfalls unter Denkmalsschutz stehende Gebäude, oder ein Neubau, erklärt Falk Peschel.

Auch langfristig hätte diese Variante Charme. Senftenberg würde seinen Schulstandort stärken, die Sekundarschulen und die drei Grundschulen in der Kernstadt sichern, erläutert Peschel. Denn Fakt ist: Die Geburtenraten sind in den vergangenen Jahren stark gesunken. Prognosen gehen davon aus, dass die Schülerzahlen nach 2027 wieder nach unten gehen werden. Eine Zweizügigkeit im Primarbereich, wie sie für Städte eigentlich gefordert ist, sei in einem Schulzentrum nicht mehr unbedingt notwendig. Hier genügt auch eine Einzügigkeit. Ein weiterer Vorteil laut Peschel wäre ein besserer Fachlehrereinsatz. Besser ausgelastet werden würde auch die Schulsporthalle, und der Hort würde nicht, wie jetzt, an zwei Standorten, sondern an einem angeboten.

Was genau mit dem Grundschulgebäude am Theater passieren soll, ist noch offen. Denkbar sind flexible Nutzungsmöglichkeiten für die Neue Bühne, eine Bibliothek oder eine Jugendbegegnungsstätte. Platz bieten würden Haus und Gelände unter anderem aber auch für Theatermuseum, Spielplatz oder Wohngebietszentrum.

Das Konzept zum Schulzentrum scheint den Abgeordneten bisher zu gefallen. Im Bauausschuss stimmte nur Kerstin Weidner (Offene Fraktion/Agsus) dagegen. Die Entscheidung, ob 200 000 Euro für eine Planung aus dem kommunalen Haushalt genommen werden sollen, trifft am 21. Juni die Stadtverordnetenversammlung.

Zum Thema:
Die Stadt Senftenberg hat in den vergangenen beiden Jahren eine Menge Geld in ihre Grundschulen gesteckt. Ein Überblick über Investitionen und Schülerzahlen:W.-Rathenau-Grundschule: 136 000 Euro, 275 SchülerRegenbogen-Grundschule: 582 000 Euro, 357 SchülerGrundschule am See: 69 000 Euro, 286 Schüler Hosena: 37 000 Euro, 125 Schüler