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| 19:19 Uhr

Vor der Premiere von „Fontane am Zug“
Vor dem Spektakel wird der Bahnhof geputzt und gewienert

 Bevor das Spektakel 2019 „Fontane am Zug“ startet, haben Mitarbeiter der Neuen Bühne Senftenberg aus der Verwaltung, den technischen Bereichen und Mitglieder der Theaterclubs am Freitag auf dem Bahnhofsgelände bei einer Putzaktion Hand angelegt.
Bevor das Spektakel 2019 „Fontane am Zug“ startet, haben Mitarbeiter der Neuen Bühne Senftenberg aus der Verwaltung, den technischen Bereichen und Mitglieder der Theaterclubs am Freitag auf dem Bahnhofsgelände bei einer Putzaktion Hand angelegt. FOTO: Neue Bühne Senftenberg / Steffen Rasche
Senftenberg. Damit zur Premiere von „Fontane am Zug“ in Senftenberg auch das Umfeld hinter den Theaterkulissen einladend wirkt, haben die Theatermacher kräftig angepackt. Von Catrin Würz

So einen blitzblanken Bahnhof, gewischt, gewienert und frei von hässlichem Unrat und Müll – das gab es lange nicht in Senftenberg. Doch vor der mit Spannung erwarteten Premiere des diesjährigen Theaterspektakels „Fontane am Zug“ macht die Neue Bühne Senftenberg auch das noch möglich. Buchhalter und Hausmeister, Sekretärin und Theaterpädagogin, Theatertechniker und Maskenbildner sind am Freitag in aller Frühe auf dem Gelände des Senftenberger Bahnhofs angerückt, um zu zaubern: mit Harke und Heckenschere, mit Besen und Nass-Wisch-Wundermaschine einer bekannten Marke.

Während Ronny Nitschke aus dem Team des Technischen Direktors Axel Tonn mit sichtbarem Vergnügen auf dem fahrbaren Wisch-Kärcher in schwungvollen Bögen durch die Bahnhofshalle kurvt, harken der neue Amphitheater-Leiter Tom Fehrmann und Theater-FSJlerin Tabea Schötz den reichlich angefallenen Grünschnitt auf dem Güterbahnhof-Freigelände zusammen. Max Hänsel vom Theaterjugendclub und Theaterpädagogin Theresa Gerth sammeln, mit Greifzangen bewaffnet, den herumliegenden Müll zusammen. „Puh, da kommt ganz schön was zusammen“, stöhnen die beiden, lassen aber in ihrem fleißigen Tun nicht ab.

Die Neue Bühne Senftenberg hat die Bahnhofshalle, einige Nebenanlagen und vor allem den alten Güterbahnhof von Senftenberg in diesem Jahr zur Spektakel-Zone auserkoren. Zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane rankt sich das große Neue-Bühne-Spektakel diesmal um Leben und Werk des Dichters, der das Reisen liebte und dies in seinen Werken zum Thema machte. Da ist es eine nahe liegende Idee, den Ort Bahnhof als Symbol des Reisens, als einen Ort der Willkommensfreuden und der Abschiede und als Ort, der Menschen verbindet, auszuwählen. Zudem führen große Teile des Senftenberger Bahnhofsgeländes seit vielen Jahren ein trauriges Schattendasein als Schandfleck. Das Theater rückt diesen Ort nun wieder einmal in den Blickpunkt.

„Damit das Gelände rund um unsere fünf Spielstätten und die zahlreichen Kulissen bei den Spektakelbesuchern sauber und vorzeigbar ist, gibt es heute diesen Arbeitseinsatz“, erzählt Christiane Freitag-Pittasch, Pressesprecherin der Neuen Bühne. Sie kann von „gigantischen Spinnennetzen und reichlich Moos“ berichten, das aus dem alten Passagiertunnel geholt wurde.  An diesem düsteren Ort wird eine der drei Kurzepisoden über Fontane spielen, die das Ensemble der Neuen Bühne vorbereitet hat. Auch die alte Mitropa  und das Bahnhofscasino sind zu Theaterspielstätten umgebaut worden: zum „Weißen Hirsch“ die eine, zum „Strand der Emilie“ das andere.

Am Fuße des alten Wasserturms am Güterbahnhof haben die Theaterleute einen der Hauptspielorte installiert. Hier können die Fontane-Freunde auf den Spuren des Dichters und seiner „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ wandeln und sich am Ende des Spektakels in der einstigen Gemüse- und Lagerhalle des Bahnhofs bei Musik und anderem Genuss verlustieren. Erstaunlich, welche feine Eleganz die Theatermacher in diese scheinbar vergessene Immobilie zaubern. Auf dem Gleis hinter diesem Lagerschuppen ist indes bereits der Ozean­blaue Zug des Theaters „Das letzte Kleinod“ eingefahren. Dieses kleine Ensemble bringt unter dem Titel „Souvenir 1870“ Fontanes Erinnerungen als Kriegsberichterstatter im Deutsch-Französischen Krieg und seine Kriegsgefangenschaft auf die Bühne auf einem Eisenbahnwagen. Mit dieser Inszenierung werden in Senftenberg zugleich die 11. Theatertage des Deutschen Bühnenvereins/Landesverband Ost eröffnet.