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Senftenberg: Tauziehen um die alte Wasserverband-Platte

Senftenberg. Das lange geplante Ende des alten Verwaltungsgebäudes des Wasserverbandes Lausitz (WAL) am Senftenberger Steindamm scheint wieder offen. Ein heimischer Unternehmer hat Kaufinteresse bekundet. Die Stadt greift deshalb jetzt in die eigene magere Kasse, um das Filet-Grundstück am Stadthafen zu erwerben. Von Kathleen Weser

Senftenberg. Der Senftenberger Unternehmer René Markgraf will das alte Verwaltungsgebäude des Wasserverbandes Lausitz (WAL) am künftigen Stadthafen als Firmensitz der inhabergeführten IBAR Systemtechnik GmbH aufmöbeln. Der Entwicklungsplan der Stadt Senftenberg für das Areal am Ende des SeeWeges von der Innenstadt durch den Schlosspark zum See sieht den Abriss des Plattenbaus vor. Die Ratsrunde hat Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) deshalb damit beauftragt, vom Vorkaufsrecht der Kommune Gebrauch zu machen. Der Beschluss steht auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Wasserverbandsvorstandes. Das bestätigt Verbandsvorsteher Dr. Roland Socher. Zu Details äußert er sich nicht.

René Markgraf will die WAL-Platte zu einem repräsentativen Firmensitz umbauen, weil er sein Unternehmen erweitern möchte. Die funktionierende Laboreinrichtung und das technische Leitsystem, das derzeit alle Wasser- und Klärwerke sowie Pumpensysteme im Einzugsgebiet des Wasserverbandes verbinden, will Markgraf mit seiner Ingenieurgesellschaft für Automatisierungs- und Versorgungstechnik weiter nutzen. Pläne für die Gestaltung der Gebäudehülle mit einer modernen und an die Bebauung des Hafenareals angepassten Glasfassade hat der Unternehmer vorgelegt. Die Sparkasse Niederlausitz hat ihre Unterstützung sowie finanzielle Sicherheiten für die Investitionen bereits bestätigt, versichert René Markgraf.

Der Erwerb des Grundstücks durch die Stadt ist sehr wahrscheinlich. Das städtebauliche Konzept der SeeStadt am Hafen-Eingang wird damit wohl nochmals aufgeschnürt. Die Stadtverordneten haben neu zu entscheiden, ob die Platte für die Abrissbirne gekauft oder zur Nachnutzung ausgeschrieben wird.

Zum Thema:

Das Verwaltungsgebäude des Wasserverbandes Lausitz (WAL) am Senftenberger Steindamm war im Jahr 1962 als Sitz der Wasserversorgungsbetriebe des Kreises Senftenberg errichtet worden. Im Jahr 2010 hatte die Verbandsversammlung dem Verwaltungs-Neubau am Stadthafen-Areal zugestimmt. Grundlage waren Berechnungen, nach denen eine Sanierung des alten Plattenbaus den Vorschriften des Brandschutzes und der Wärmedämmung zufolge 2,3 Millionen Euro verschlingen würde. Dies entspricht etwa dem Investitionsvolumen für das derzeit im Bau befindliche neue Haus. Der Wasserverband Lausitz als Eigentümer und die Kommune vereinbarten den Abriss des alten Bürogebäudes zulasten der Stadt Senftenberg. Infolge des bekundeten privaten Kaufinteresses sind Grundstück und Immobilie bewertet worden. Der Verkehrswert wird mit etwa 135 000 Euro beziffert. Die Stadt Senftenberg will jetzt von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen.