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| 18:36 Uhr

Naturschutz
Storchenjahr 2018 ist durchwachsen

Lauchhammer. Naturschützer sind mit der Zahl der ausgeflogenen Jungvögel zufrieden. Besondere Geschichte in Freienhufen. Von Torsten Richter-Zippack

Während der Saison 2018 sind im Altkreis Senftenberg insgesamt 20 Jungstörche ausgeflogen und auf ihren Erstlingsflug gen Afrika gestartet. „Dieses Ergebnis ist positiv zu bewerten“, resümiert der langjährige Storchenbeauftragte Werner Blaschke aus Lauchhammer. Allerdings wurden lediglich elf Horstpaare gezählt, von denen drei ohne Bruterfolg blieben. Das sei das seit dem Jahr 1974 schlechteste Ergebnis. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren in zwölf von 13 Horsten insgesamt 34 Nestjunge geschlüpft. Allerdings handelte es sich damals um ein außergewöhnlich gutes Ergebnis, so Blaschke.

Während der Saison 2018 kam es zu mehreren tragischen Zwischenfällen. So wurden in Hermsdorf zwei Nestlinge bei Storchenkämpfen getötet und abgeworfen. In Kroppen kamen in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni alle drei Jungstörche aus ungeklärter Ursache ums Leben. „Die Vögel hatten die ganze Nacht geklappert. Aus der Entfernung war ein Nestling mit aufgeschlitztem Bauch zu sehen. So besteht der Verdacht eines Waschbären-Angriffs“, kommentiert Werner Blaschke. Diese aus Nordamerika stammende Art hat sich längst zu einer ernsten Bedrohung für die heimischen Vogelwelt entwickelt. Aufgrund ihres guten Klettervermögens und fehlender Feinde haben Waschbären hierzulande ideale Lebensbedingungen.

Eine Besonderheit ist indes die Storchenfamilien-Geschichte auf dem Freienhufener Horst auf dem Kirchplatz. Dort trafen am Osterdienstag die beiden Altvögel ein. Bereits am 21. April verunglückte einer der beiden auf der nahen Autobahn tödlich. Nur zehn Tage später, am Maifeiertag, präsentierte sich auf dem Horst ein neuer Storch. Zum Monatsende wurden zwei Nestlinge registriert, die aller Wahrscheinlichkeit nach noch aus der Partnerschaft mit dem verunfallten Tier resultieren. So haben es zumindest die Horstbetreuer aus der Familie Jeroch/Meyer übermittelt. Die beiden Jungvögel flogen dann im Spätsommer wohlbehalten aus.

In Peickwitz gab es in diesem Jahr indes keinen Bruterfolg. Lediglich ein Storch hielt den dortigen Horst besetzt. Das Nest ist mithilfe der Senftenberger Feuerwehr vom grünen Bewuchs, der von den Adebaren möglicherweise als störend empfunden wurde, gesäubert worden. Auch in Lindenau wurde kein Nachwuchs festgestellt. In Tettau ging das Gelege aufgrund eines Kampfes bereits am 29. April verloren.

Mit jeweils drei ausgeflogenen Jungvögel waren die Storchenfamilien in Grünewalde, in Jannowitz, in Biehlen und und Schwarzbach am erfolgreichsten. Immerhin je zwei Störche wurden in Freienhufen, Grünewald, Hermsdorf und Lauchhammer-West registriert. Die seit April anhaltende Dürre scheint sich indes auf die Weißstörche weniger stark ausgewirkt zu haben, wie anfangs von manchen Naturfreunden befürchtet. Zwar gab es aufgrund des Wassermangels weniger Amphibien als Nahrung, dafür sind die Rotstrümpfe auf andere Arten, beispielsweise Mäuse, umgestiegen.