ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:31 Uhr

Neues Schuljahr beginnt
Für 570 Schulanfänger ist Zuckertüten-Tag

  Archivfoto: magele-picture/fotolia
Archivfoto: magele-picture/fotolia FOTO: magele-picture - stock.adobe.com / magele-picture
Senftenberg. Die Zahl der Schulanfänger steigt zwischen Großräschen und Ortrand wieder leicht an. Am heutigen Sonnabend bekommen in den 17 Grundschulen im Süden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises mehr als 570 Mädchen und Jungen ihre Zuckertüten überreicht. Sie sind ab Montag ein Schulkind in der 1. Klasse. Von Catrin Würz

Die größte Anzahl der Zuckertüten wird heute in der Regenbogen-Grundschule in Senftenberg überreicht. 81 neue Erstklässler werden hier aufgenommen. „So viele waren es bisher noch nie“, bestätigt Schulleiterin Regina Jänke. Die Regenbogen-Schule ist ab dem neuen Schuljahr eine „Schule für gemeinsames Lernen“; das bedeutet, dass sie für integrative Arbeit und individuelle Förderung mit einer höheren Lehrerstundenzahl ausgestattet ist. Die stattliche Anzahl von 81 neuen Abc-Schützen hat nun jedoch erst mal zu einem handfesten Platzproblem geführt. Erstmals muss die Schule in der 1. Klasse jetzt sogar fünfzügig (davon zwei Flex-Klassen) fahren. Damit das möglich ist, wurden während der Sommerferien zwei zusätzliche Klassenräume geschaffen – einer im Keller und einer in einem ehemaligen Kunstkabinett. Regina Jänke ist froh, wenn sich die Bauarbeiten im Schulgebäude – auch der Schulhof und die Außenanlagen werden derzeit noch umgestaltet – bald dem Ende nähern und wieder Ruhe einzieht. Für die zusätzliche 1. Klasse hat sie einen weiteren Klassensatz Bücher und Arbeitsmittel bereits angeschafft. „Es kann losgehen“, sagt die Schulleiterin.

Senftenbergs Bildungs- und Sozialamtsleiter Falk Peschel bestätigt, dass die anwachsenden Schülerzahlen die Stadt als Träger der Grundschulen vor größere Herausforderungen stellen. „Wir haben den Trend der steigenden Schülerzahlen schon länger im Blick“, sagt er. Insbesondere für die Regenbogen-Grundschule laufen derzeit Untersuchungen, wie die Schule mit einem Ergänzungsbau erweitert werden könnte. „Eine Machbarkeitsstudie ist dafür in Auftrag gegeben“, sagt Peschel. Laut Schulentwicklungsplan war der Regenbogen-Schule eigentlich erst für das Jahr 2021 die Vierzügigkeit mit mehr als 80 Schulanfängern prognostiziert worden – jetzt kam alles schon zwei Jahre früher. Umzüge und Zuzüge der Familien sind der Hauptgrund dafür.

 Für 81 Kinder in zwei Flex- und drei Regelklassen beginnt am Samstag in der Senftenberger Regenbogen-Grundschule die Zeit des Lernens. Lehrerin Silke Siehlow hat für ihre neue Klasse 1B den ersten Schultag vorbereitet.
Für 81 Kinder in zwei Flex- und drei Regelklassen beginnt am Samstag in der Senftenberger Regenbogen-Grundschule die Zeit des Lernens. Lehrerin Silke Siehlow hat für ihre neue Klasse 1B den ersten Schultag vorbereitet. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE

In den anderen Senftenberger Grundschulen startet das neue Schuljahr nicht ganz so turbulent: In der Grundschule „Am See“ werden 50 Erstklässler und in der Walther-Rathenau-Grundschule 47 Schulanfänger aufgenommen – und jeweils in einer Regel- und zwei Flexklassen unterrichtet, wie bisher auch. In der Linden-Grundschule in Hosena werden 21 Abc-Schützen ihre Zuckertüten überreicht bekommen und in einer Klasse gemeinsam lernen. Die private Georg Heinsius von Mayenburg-Grundschule in Brieske wird ebenfalls mit 21 Schulanfängern ins neue Schuljahr starten. Damit ist ihr Maximum auch schon fast erreicht. Denn die Schule in freier Trägerschaft der Lausitzer Bildungsträger gGmbH hat sich eine Schülerhöchstzahl von 22 Kindern pro Klasse selbst auferlegt.

Ansteigende Schülerzahlen bestätigt auch die Gemeinde Schipkau. Dass dies in diesem Jahr für die Klassenbildung noch nicht weiter ins Gewicht fällt, sei vor allem einer größeren Zahl von Rückstellungen geschuldet. So werden 24 Kinder in der Grundschule „Blauer Planet“ in Annahütte und 23 in der Paul-Noack-Grundschule in Schipkau aufgenommen, was keinerlei Komplikationen auslöst.  „Aber wir sehen den Trend zu höheren Schulanfängerzahlen und den wachsenden Platzbedarf in den Schulen deutlich“, erklärt Veronika Hermann von der Gemeindeverwaltung Schipkau. Geplant sei es deshalb, die Grundschule in Schipkau schon ab Sommer 2020 um eine Etage aufzustocken.

Leicht ansteigende Schülerzahlen registriert auch das Amt Ruhland. Für die Klassenbildung hat das aber keine negativen Auswirkungen. In der Grundschule Guteborn können 31 Kinder komfortabel in zwei kleinen Regelklassen aufgenommen werden. An der Oberschule Ruhland mit integrierter Grundschule werden dagegen alle 23 Schulanfänger künftig in drei Flexklassen lernen. So wird es auch in der Karl-Eduard von Lingenthal-Oberschule in Ort­rand mit integrierter Grundschule gehandhabt: Die 27 angemeldeten Erstklässler werden in zwei Flexklassen aufgenommen. Ein wenig Entspannung tritt gar in der kleinen Grundschule „Am Schloss“ in Großkmehlen ein: Die Schule hat vor den Ferien zwei 6. Klassen verabschiedet und muss nur eine 1. Klasse mit 22 Kindern neu bilden. Der große Platzmangel in der Schule ist damit ein wenig gemindert.

Konstant gebliebene Schülerzahlen melden die Städte Lauchhammer (Europaschule: 40; Waldschule: 20; Gartenschule: 22) und Großrä­schen (Pestalozzi-Grundschule: 24; GutsMuths-Grundschule: 45). Auch in Schwarzheide bewegt sich die Zahl von 50 neuen Erstklässlern in der Grundschule Wandelhof im Durchschnitt der letzten Jahre. Hier freut sich Rektorin Elke Voigt, für die Einschulungsfeiern erstmals die Räume im  nagelneuen Haus der Begegnung – dem schicken Anbau der Schule – nutzen zu können.

Ohnehin wird die Aufregung und Spannung heute für die kleinen Schulanfänger und ihre Familien ziemlich groß sein, wenn die Kinder erstmals ihre Mitschüler, ihre Lehrerin und die Schule kennenlernen – alles wird freilich versüßt mit der herbeigesehnten Zuckertüte. In den Schulen gibt es dafür unterschiedlichste Traditionen und Zeremonien, um den Tag für die Kinder unvergesslich zu machen. In der Grundschule Großkmehlen werden die Zuckertüten zum Beispiel von einem großen Apfelbaum im Schulgarten gepflückt, während in der Senftenberger Schule „Am See“ diese symbolisch mit dem Schiff herangeschwommen kommen.