Die Kreisstadt Senftenberg muss sich gegenüber anderen Kleinstädten nicht verstecken. Privat und kommunal sind seit der Wende Hunderte Millionen Euro investiert worden. Dennoch klemmt es an der einen oder anderen Ecke noch mächtig. Und nicht für jedes Problem wird es eine baldige Lösung geben. Das haben die anwesenden Einwohner aus dem bestens gefüllten großen Rathaussaal am Dienstagabend nach zwei Stunden mitgenommen. Hier einige der angesprochenen Probleme.

Warum werden Gehwege, wie in der Rostocker Straße, nur abschnittsweise repariert? Für Reparaturen der Straßen und Wege stehen laut Bürgermeister An- dreas Fredrich (SPD) jährlich bis zu 200 000 Euro zur Verfügung. In diesem Jahr werden nur Gefahrenstellen beseitigt. Zu mehr sei die Stadt finanziell nicht in der Lage. Um die etwa 200 Kilometer kommunaler Straßen plus Wege in der Stadt und in den Ortsteilen Schritt für Schritt zu erneuern, müssten in jedem Jahr vier Kilometer grundlegend angefasst werden. In der Realität seien es nur ein bis eineinhalb Kilometer. Deshalb würden Schwerpunkte gesetzt. Andere Straßen bleiben liegen, werden nur geflickt.

Der große Parkplatz Seestraße in Niemtsch braucht eine funktionierende Entwässerung. Wenn es stark regnet, lägen die Grundstücke gewissermaßen direkt am See. Bisher habe die Stadt die Hände gehoben. Warum? Der Bürgermeister lässt das Problem auf die Prüfliste setzen.

Auf der Streuobstwiese im neuen Buchwalder Wohngebiet werden immer wieder geschäftige Leute gesehen. Wird das Grün zugebaut? Zwei der drei kommunalen Grundstücke seien zum Verkauf ausgeschrieben worden und "gehen" im März zum Beschluss in die Stadtverordnetenversammlung, so Andreas Fredrich.

Die schnelle Bearbeitung seiner Unterlagen im Rathaus lobt ein Bauherr, der ein Haus auf einem ehemaligen KWG-Grundstück errichtet. Doch nebenan steht die seit Jahren leere Brecht-Kaufhalle. Ist diese verkauft und wird die holprige Brechtstraße saniert? Ein Verkauf der privaten Immobilie und die erhoffte Nachnutzung der Kaufhalle seien der Stadt nicht bekannt. Die Brechtstraße befinde sich in der Vorplanung. Die Sanierung stehe jedoch nicht in der mittelfristigen Finanzplanung. Das heißt: In den nächsten fünf Jahren passiert dort nichts.

In Buchwalde, sagt ein Einwohner, bezahlt er eine höhere Übertragungsleistung bei der Internetnutzung, als tatsächlich zur Verfügung steht. Wann ändere sich dies? Senftenberg, so der Bürgermeister zu den Gesprächen mit der Telekom, soll zum Jahresende 2016 komplett ordentlich versorgt sein. Auf die Stadt komme deshalb eine hohe Bautätigkeit zu. Die Verwaltung könne bereits jetzt auf Nachfrage für jede Straße sagen, welche Kapazität dann anliegen wird.

Die Bewohner der Parzellenstraße hätten so nebenbei erfahren, dass ihre Anliegerstraße ab Mai erneuert werden soll. Dabei gebe es auf den Grundstücken eigene Bauvorhaben, die nun koordiniert werden müssen. Kann bis zum Baustart nicht ein Straßenhobel die sehr tiefen Löcher auffüllen? Vor jedem Straßenbau gibt es in Senftenberg eine Einwohnerrunde zum Klären aller Probleme, versichert der Bürgermeister. Doch die Zeit wird knapp, entgegnet die Anliegerin.

Während des Neubaus der Pieckbrücke ist die nahe Blumensiedlung für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Ruhe freut die Anlieger. Könne dieses Verbot nicht auch darüber hinaus gelten? "Ich nehme dies als Wunsch in das Parlament mit", sagt Andreas Fredrich, ohne Hoffnung zu verbreiten.

Schwere Lastwagen mit Erdmassen zerfahren kommunale Straßen in Sedlitz. Wann nimmt die Verwaltung darauf Einfluss? Die Stadt kenne das Problem und wisse auch von ersten Schäden, sagt der Bürgermeister. Sie suche mit der LMBV nach einer Lösung. Generell dürften Lkw in geringer Anzahl Anliegerstraßen befahren. Auf Dauer seien diese Straßen der Belastung jedoch nicht gewachsen.

Wann verschwinden das Reifenlager und die Mülldeponie an der Ackerstraße? Das Zwischenlager mit den Bigbags sei bereits reduziert worden, so der Bürgermeister. Zum Altreifenlager habe der Eigentümer eine Beseitigungsverfügung vom Land erhalten. Dieser sei finanziell jedoch nicht in der Lage, dem nachzukommen.