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| 14:45 Uhr

Runder Tisch sucht Lösungen
Alleinerziehende finden in der Lausitz nur schwer Arbeit

 Alleinerziehende profitieren nicht von der anhaltend guten Lage am Arbeitsmarkt und den steigenden Löhnen. Das will ein Runder Tisch im Oberspreewald-Lausitz-Kreis jetzt ändern.
Alleinerziehende profitieren nicht von der anhaltend guten Lage am Arbeitsmarkt und den steigenden Löhnen. Das will ein Runder Tisch im Oberspreewald-Lausitz-Kreis jetzt ändern. FOTO: dpa / Marcel Kusch
Senftenberg. Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen auch im Landkreis Oberspreewald-Lausitz und allgemein guten Chancen, eine Arbeit in der Lausitz zu finden, sind Alleinerziehende auf Jobsuche am Verzweifeln. Ein Runder Tisch arbeitet jetzt an Lösungen. Von Kathleen Weser

Die Arbeitslosigkeit sinkt in Oberspreewald-Lausitz weiter. Der genaue Blick auf die Statistik aber ist trotzdem getrübt. Denn: „Arbeitslose alleinerziehende Frauen und Männer und Familien mit betreuungspflichtigen Kindern haben es nach wie vor besonders schwer, einen Job zu finden, der für sie und ihre Familie finanzielle Unabhängigkeit bedeutet.“ Das bestätigt Christian Napp, der Geschäftsführer des Jobcenters Oberspreewald-Lausitz.

Die Gesamtzahl der Bedarfsgemeinschaften mit Kindern unter 18 Jahren, die auf Leistungen des Jobcenters - also Hartz IV - angewiesen sind, liegt bei 1589. Insgesamt betreut das Jobcenter derzeit 1045 erwerbsfähige Alleinerziehende bei der Suche nach Arbeit oder einem Ausbildungsplatz oder zahlt ergänzende Leistungen zum Arbeitsentgelt einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Darunter sind aktuell 296 arbeitslose Alleinerziehende, auch Einelternfamilien genannt, das entspricht knapp zehn Prozent aller Arbeitslosen.

 Am Runden Tisch des Jobcenters Oberspreewald-Lausitz werden Lösungen gesucht, um alleinerziehenden Eltern die Rückkehr ins Berufsleben zu erleichtern. Knapp zehn Prozent aller Langzeitarbeitslosen sind aktuell Einelternfamilien.
Am Runden Tisch des Jobcenters Oberspreewald-Lausitz werden Lösungen gesucht, um alleinerziehenden Eltern die Rückkehr ins Berufsleben zu erleichtern. Knapp zehn Prozent aller Langzeitarbeitslosen sind aktuell Einelternfamilien. FOTO: Anke Pätzold/Jobcenter OSL

Das Problem hat auch eine stark hausgemachte Komponente, sagt der Blick in die Details der Arbeitslosenstatistik: Mehr als die Hälfte der arbeitslosen Alleinerziehenden sind langzeitarbeitslos. Davon haben fast 40 Prozent keine oder keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Das erfordert „differenzierte Aktivierungs- und Förderprojekte“, schlussfolgert Napp. Denn viele Vermittlungsbemühungen blieben auf der Strecke. Die größten Stolpersteine auf der Jobsuche aber seien doe Rahmenbedingungen für die Familien: Eltern müssen sich auch auf den Job konzentrieren können. Ein Runder Tisch für Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Stadt Senftenberg sucht deshalb jetzt nach Lösungen.

 Alleinerziehende in Deutschland. (Stand: 2018)
Alleinerziehende in Deutschland. (Stand: 2018) FOTO: dpa

Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Anke Pätzold, hat die Initiative ergriffen. Ziel ist es, auch alleinerziehende Mütter und Väter in Jobs zu bringen, ihnen die Rückkehr ins Erwerbsleben zu erleichtern.

Mit im Boot sind soziale Dienstleister, die Brandenburgische-technische Universität (BTU) Cottbus - Senftenberg, Wirtschaftsförderer und Beratungsstellen. Ein Ziel ist es, Job und Kinderbetreuung deutlich besser unter einen Hut zu bekommen und bestehende oder gefühlte Benachteiligungen aufzulösen.