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| 12:29 Uhr

Bergbausanierung
Rainitza-Trasse soll 2022 in Betrieb gehen

 Direkt zwischen Waldfriedhof und LMBV-Zentrale wird derzeit der künftige Seenland-Ableiter via Rütteldruckverdichtung gesichert. LMBV-Experten erklären die Arbeiten.
Direkt zwischen Waldfriedhof und LMBV-Zentrale wird derzeit der künftige Seenland-Ableiter via Rütteldruckverdichtung gesichert. LMBV-Experten erklären die Arbeiten. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Senftenberg. Der neue Seenland-Ableiter wird jetzt gerüttelt und anschließend gegraben. Von Torsten Richter-Zippack

Zwischen dem Sedlitzer See und Senftenberg befindet sich derzeit eine Großbaustelle. Auf einer Strecke von 2,8 Kilometern entsteht der Ableiter der Restlochkette, der unweit der Senftenberger Knappenstraße in die Schwarze Elster einmünden wird. Damit werden die gefluteten Tagebaugruben an die Vorflut angeschlossen. Nicht zuletzt dient der Rainitza-Kanal dem künftigen Hochwasserschutz. Voraussichtlich im Jahr 2022 soll es soweit sein, kündigt Ulrich Schönlein von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) als Bauherrin an.

Die Trasse nutzt in Teilen das alte Flussbett der Rainitza. Die Fließgewässer ist für die Bauzeit in eine Rohrleitung mit einem Durchmesser von einem Meter verlegt worden. Schließlich baue es sich im Trockenen allemal günstiger und schneller, begründet Schönlein.

Doch bevor der eigentliche Kanal ausgehoben werden kann, muss die Trasse gesichert werden. Der Grund: Der künftige Ableiter verläuft vorwiegend auf Kippenland des alten Tagebaus Ilse-Ost. Um Grundbrüchen und damit verbundenen Rutschungen vorzubeugen, sorgen Rütteldruck- und Rüttelstopfverdichter für einen stabilen Baugrund.

 Ein Stück des künftigen Seenland-Ableiters ist bereits vollendet. Er dient ausschließlich wasserwirtschaftlichen Zwecken. Eine touristische Nutzung findet dort nicht statt.
Ein Stück des künftigen Seenland-Ableiters ist bereits vollendet. Er dient ausschließlich wasserwirtschaftlichen Zwecken. Eine touristische Nutzung findet dort nicht statt. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Derzeit wird nur einen Steinwurf entfernt von der LMBV-Zentrale und vom Senftenberger Waldfriedhof gerüttelt. „Die Begräbnisstätte bleibt trotz der Arbeiten geöffnet“, sagt Schönlein. Ständig würden alle relevanten Daten gemessen. „Bislang hat alles bestens geklappt“, resümiert Ulrich Schönlein.

Inzwischen ist die Rütteldruckverdichtung bereits zur Hälfte abgeschlossen. Die Vollendung sei bis Ende 2020 vorgesehen, sagt Schönlein. Nach diversen Liege- und Setzungszeiten des bearbeiteten Bodens gehe es anschließend an den eigentlichen Kanalbau.

Bereits vollendet ist bereits das Wehr am Auslauf des Sedlitzer Sees, also dort, wo der neue Kanal seinen Anfang nimmt. Diese Anlage steuert die Wasserstände in der gesamten Restlochkette. Allerdings bedarf es dazu keines Experten im ebenfalls neu errichteten Pegelhaus. Stattdessen werden die Fachleute im knapp drei Kilometer entfernten LMBV-Gebäude die entsprechenden Prozesse via Mausklick kontrollieren. In Betrieb geht die Anlage allerdings erst mit der vollendeten Flutung des Sedlitzer Sees. Bis dahin müsse das Tagebaugewässer auch mit Kalk konditioniert werden, um den extrem niedrigen pH-Wert zu neutralisieren.

Auch das andere Ende der Rainitza-Trasse befindet sich voll im Bau. An der künftigen Kanaleinmündung in die Schwarze Elster an der Senftenberger Knappenstraße entsteht ein Siel, also ein verschließbarer Gewässerdurchlass. Um im Trockenen bauen zu können, musste der Grundwasserstand um anderthalb Meter abgesenkt werden, erklärt Carsten Piechota von der TWB Tief- und Wasserbau GmbH aus Boblitz. Dieses Wasser werde wegen des bislang niedrigen pH-Wertes nicht in die Elster, sondern in den Sedlitzer See geleitet. Das Siel, so Peichota weiter, diene auch dem Hochwasserschutz. Sollten sich überschüssige Wassermassen ankündigen, werde der Ranitza-Kanal von der Schwarzen Elster abgekoppelt, damit der Fluss vom Wasser aus der Restlochkette verschont bleibt.