Von Kathleen Weser

Das Klinikum Niederlausitz soll „aus eigener Kraft“ saniert werden. Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten der Krankenhäuser in Senftenberg und Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) haben die Tür für Verhandlungen über einen Notlagentarifvertrag zugeschlagen. Das hat die schriftliche Abstimmung, die am Montag ausgezählt wurde, gezeigt.

Mehr als 70 Prozent der Mitglieder der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) haben es abgelehnt, dem angeschlagenen Unternehmen des Landkreises mit dem Verzicht auf das Weihnachtsgeld und die nächste Tarifsteigerung im Oktober finanziell zu helfen. Das hat Verdi-Gewerkschaftssekretär Ralf Franke bestätigt. Die Löhne des nichtmedizinischen Personals liegen bereits etwa acht Prozent unter dem Landesdurchschnitt.

Landrat Siegurd Heinze (parteilos) bezeichnet die Abfuhr der Beschäftigten als „äußerst bedauer­lich“. Der Verwaltungschef des Landkreises Oberspreewald-Lausitz als kommunaler Eigentümer des größten Krankenhauses der Regelversorgung in Südbrandenburg mit 1200 Mitarbeitern und Klinikum-Geschäftsführer Uwe Böttcher hatten gehofft, mit dem Nottarif bis zum Jahresende eine schnelle Liquidität für die Krankenhäuser in siebenstelliger Höhe zu erreichen.

Jetzt muss der Kreistag ran. Die Abgeordneten sollen Mitte September ein Zwei-Millionen-Euro-Darlehen befürworten, mit dem der laufende Geschäftsbetrieb des Klinikums bis zum Ende des Jahres notfalls sichergestellt werden kann.