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| 16:20 Uhr

Ärger beim DRK
Neue Regel sorgt für Unmut bei ehrenamtlichen Rotkreuzlern

 Brigitte Gärtner (rechts) kann sich auf ihre Kameradinnen und Kameraden im DRK-Ortsverein Ruhland verlassen. Neben der Unterstützung bei Blutspendeaktionen oder Veranstaltungsabsicherungen betreibt der DRK-Ortsverein auch eine Kleiderkammer. Im Bild sortieren Gabriele Petke, Ramona Bielig und Sigrid Yersin (v.l.n.r.) neu eingetroffene Spenden in die Regale ein.
Brigitte Gärtner (rechts) kann sich auf ihre Kameradinnen und Kameraden im DRK-Ortsverein Ruhland verlassen. Neben der Unterstützung bei Blutspendeaktionen oder Veranstaltungsabsicherungen betreibt der DRK-Ortsverein auch eine Kleiderkammer. Im Bild sortieren Gabriele Petke, Ramona Bielig und Sigrid Yersin (v.l.n.r.) neu eingetroffene Spenden in die Regale ein. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Senftenberg. Der DRK-Vorstand will ab 2020 eine neue Verordnung etablieren – für die Ortsvereine wächst damit die betriebswirtschaftliche Herausforderung. Von Peter Aswendt

In den Ortsvereinen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) brodelt es zurzeit. Grund ist eine neue Kassenordnung, die zum Jahresbeginn 2020 die finanziellen Belange der Ortsvereine neu regeln soll. Gerade in den DRK-Ortsvereinen Ruhland, Ortrand, Schipkau und Arnsdorf regt sich der Unmut.

Mit der neuen Kassenordnung soll unter anderem der Zugriff auf die finanziellen Mittel der Ortsvereine, der Umgang mit dem Anlagevermögen und abrechnungstechnische Vorgänge neu geregelt werden. Die Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbands Lausitz, Bianka Sebischka-Klaus, bestätigt: „Wir haben bis jetzt eine Kassenordnung aus dem Jahr 1996, die gemeinschaftlich die Belange des Hauptamtes und des Ehrenamtes regelt, dies ist bei der Größe des Kreisverbands nicht mehr zeitgemäß“, sagt sie.

Aus Sicht der Ortsvereine funktioniert der bisherige finanzielle Ablauf an der Basis allerdings tadellos. Dass man jetzt Anträge für Dienstfahrten oder einen limitierten Kassenbestand haben soll, stößt hier auf Unverständnis. Größtes Ärgernis dabei ist die Auflösung der eigenen Konten bei den Banken und die Führung der Kassenbestände als buchhalterische Konten im Kreisverband.

„Das ist eine Enteignung“, hört man aus den Reihen der vier Ortsvereine bei einer Zusammenkunft. Seitens des Vorstandes heißt es dazu: „Es kann regelmäßig Einsicht seitens des Ortsvereins auf sein Buchhaltungskonto genommen werden.“

Auch eine Flut an Formularen stellt gerade die gestandenen Ortsvereine vor eine neue Herausforderung: „Wir sind Ehrenamtler, wir machen das nebenbei und sind keine Fachleute. Wer soll sich denn die Zeit für alles nehmen“, so die Bedenken der Rotkreuzler. Zu diesem Thema wurde kürzlich bei einem Treffen des DRK-Vorstandes mit den Ortsvereinen mittels Schulungsmaßnahmen Unterstützung zugesagt. Auch sollen quartalsweise Zusammenkünfte organisiert werden, um eine gewisse Transparenz im finanziellen Bereich zu gewährleisten.

Ob und wie sich diese zum Teil doch drastischen Änderungen in der finanziellen Organisation auf die Arbeit im DRK-Ehrenamt des Kreisverbands auswirkt, bleibt abzuwarten. Dass eine Änderung kommt, steht fest: „Die Ortsvereine sind keine selbstständigen wirtschaftlichen Einheiten, und somit haftet der Vorstand für alle finanziellen Belange, deshalb brauchen wir eine weitere Anpassung“, stellt Bianka Sebischka-Klaus klar.

Das Deutsche Rote Kreuz ist einer der Verbände in Deutschland, die sich international wie auch national mithilfe von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern für Menschen in Not einsetzen. Zu den Landes- und Kreisverbänden gehört auch der Kreisverband Lausitz.

Mit seinen knapp 5000 Mitgliedern, davon 600 Aktive, die in elf Ortsvereinen, acht Bereitschaften, zwei Jugendvereinigungen sowie einer Hundestaffel organisiert sind, gehört der Kreisverband zu den großen DRK-Gliederungen im Süden Brandenburgs. In den Ortsvereinen sind die aktiven Mitglieder organisiert, die sich um so wichtige Dinge wie die Absicherung von Blutspenden, Kleiderkammern oder Veranstaltungsabsicherungen kümmern.

 Brigitte Gärtner (rechts) kann sich auf ihre Kameradinnen und Kameraden im DRK-Ortsverein Ruhland verlassen. Neben der Unterstützung bei Blutspendeaktionen oder Veranstaltungsabsicherungen betreibt der DRK-Ortsverein auch eine Kleiderkammer. Im Bild sortieren Gabriele Petke, Ramona Bielig und Sigrid Yersin (v.l.n.r.) neu eingetroffene Spenden in die Regale ein.
Brigitte Gärtner (rechts) kann sich auf ihre Kameradinnen und Kameraden im DRK-Ortsverein Ruhland verlassen. Neben der Unterstützung bei Blutspendeaktionen oder Veranstaltungsabsicherungen betreibt der DRK-Ortsverein auch eine Kleiderkammer. Im Bild sortieren Gabriele Petke, Ramona Bielig und Sigrid Yersin (v.l.n.r.) neu eingetroffene Spenden in die Regale ein. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT