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| 17:24 Uhr

Knöllchenfreier Tag in Senftenberg
In Senftenberg verteilt ein Politeur die Knöllchen

 Julian Schenk ist der neue Mitarbeiter im Ordnungsamt der Stadt. Wie seine Politessen-Kolleginnen Marina Tietze (l.) und Gisela Lehmann ist er jetzt als Politeur für die Überwachung des ruhenden Verkehrs verantwortlich.
Julian Schenk ist der neue Mitarbeiter im Ordnungsamt der Stadt. Wie seine Politessen-Kolleginnen Marina Tietze (l.) und Gisela Lehmann ist er jetzt als Politeur für die Überwachung des ruhenden Verkehrs verantwortlich. FOTO: LR / Catrin Würz
Senftenberg. Die Stadt hat eine männliche Politesse eingestellt. An die korrekte Bezeichnung muss man sich erst gewöhnen. Von Catrin Würz

Nein, das ist kein Scherz: Das männliche Pendant zur Politesse ist der Politeur – so steht es auch im Duden. In der Stadt Senftenberg wird dieser Begriff jetzt wohl häufiger gebraucht werden – denn zum ersten Mal hat das Ordnungsamt einen jungen Mann in die Riege seiner bisher ausschließlich weiblichen Kontrolleure des ruhenden Verkehrs aufgenommen. Julian Schenk, 23-jähriger frisch gebackener Verwaltungsfachangestellter, wird nach dem Ende seiner Ausbildung das insgesamt vierköpfige Team der Senftenberger Parkraum-Überwacher komplettieren. Der junge Klettwitzer hatte während seiner Ausbildung bei der Stadt Senftenberg alle Fachabteilungen durchlaufen. Das Ordnungsamt habe ihm gleich gut gefallen. „Und ich bin auch kein Typ, der 40 Stunden in der Woche am Schreibtisch sitzen will“, sagt der 23-Jährige von sich selbst. Auf den Job als Politeur freut er sich – auch wenn diese Tätigkeit sicher nicht nur angenehme Seiten hat: Arbeiten am Wochenende gehört dazu, und auch die Auseinandersetzung mit uneinsichtigen Parksündern vor Ort kommt schon mal vor. „Dafür muss man selbstbewusst sein, aber immer auch zunächst freundlich ohne erhobenen Zeigefinger“, plaudert Politessen-Kollegin Marina Tietze aus dem Nähkästchen. Die drei Politessen und ein Politeur überwachen allein in der Innenstadt rund 350 Pkw-Stellflächen, weitere im Außenbereich, wie zum Beispiel am Strand in Großkoschen. Fast sechsstellig ist der Betrag, den die Verkehrsordnungswidrigkeiten jährlich in den städtischen Haushalt spülen: 96 200 Euro waren es 2018.

Am Dienstag zum ersten „knöllchenfreien Tag“ seit drei Jahren in Senftenberg war die Lage jedoch ziemlich entspannt. Gegen Falschparker und Sünder ohne gültigen Parkschein wurde innerhalb der Innenstadt diesmal Nachsicht geübt. Jeder Verstoß gegen die Parkregeln wurde mit einem freundlichen Zettel geahndet – darauf ein launig gereimtes Gedicht auf der einen Seite und eine Tabelle der Verkehrsordnungswidrigkeiten auf der Rückseite. Diese Art „Knöllchen“ quittierten die meisten ertappten Sünder dann mit einem entspannten Lächeln.