Anno 2019 begehen die Briesker Knappen das 100. Jahr ihres Vereins. Den Auftakt bildet am 19. Januar das Turnier der Traditionsmannschaften in der Senftenberger Niederlausitzhalle. Als Stargast wird der ehemalige Fußballprofi Mario Basler erwartet. Was den Fans im Jubiläumsjahr noch geboten wird, verrät Herbert Tänzer, Präsident des FSV Glückauf Brieske/Senftenberg, im Interview.

Am 19. Januar jährt sich auf den Tag genau die Gründung des heutigen FSV Glückauf zum 100. Mal. Was wird an jenem Sonnabend stattfinden?

Herbert Tänzer: Am 19. Januar wird unser Turnier der Traditionsmannschaften ausgetragen. Anlässlich des Jubiläums haben wir diesmal zehn statt acht Mannschaften eingeladen. Darunter befinden sich solche Hochkaräter wie beispielsweise Schalke 04, Borussia Dortmund, Energie Cottbus, eine Allstars-Auswahl aus Bayern sowie unsere Briesker Knappen. Gespielt wird in der Senftenberger Niederlausitzhalle auf neuem Kunstrasen. Dessen Kauf haben uns das Land Brandenburg, eine heimische Logistikfirma und der Verein aus Eigenmitteln ermöglicht.

Gibt es auch einen Stargast des Tages?

Tänzer: Wir haben Ex-Profi Mario Basler eingeladen und er hat zum aktuellen Stand zugesagt. Wahrscheinlich wird Basler selbst auch spielen. Darüber hinaus hat sich Ministerpräsident Dietmar Woidke angekündigt, der gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Fredrich die Schirmherrschaft über das Turnier übernimmt.

Wird es zum Vereinsjubiläum auch eine Chronik geben?

Tänzer: Ja, das Buch wollen wir zum Traditionsturnier erstmals öffentlich präsentieren. Daran hat ein ganzes Autorenkollektiv mitgewirkt. Beschrieben wird das Auf und Ab des Vereins im Laufe der vergangenen 100 Jahre. Das Werk kann vorbestellt werden, es kostet zehn Euro. Besonders stolz bin ich auf das zahlreiche historische Bildmaterial, das in den vergangenen Monaten zusammengetragen worden ist.

Stichwort Vereinsgeschichte: Haben die Briesker die staatlich angeordnete Abwanderung der Mannschaft nach Cottbus zu Beginn der 1960er-Jahre endgültig ad acta gelegt?

Tänzer: So schmerzlich diese Entscheidung damals war, es gibt keinen Groll mehr. Viele kennen diesen Fakt heute auch gar nicht mehr. Finanziell hätte man die damalige Mannschaft ohnehin nicht in Senftenberg halten können. Und natürlich wünsche ich den Cottbusern alles Gute, vor allem, dass sie in der 3. Liga bleiben. Sie sind das Aushängeschild der Region. Und dass Energie dabei mal von Brieske profitiert hat, darf uns stolz machen.

Gibt es für das Traditionsturnier noch Karten?

Tänzer: Die Blöcke A und C sind fast vollständig ausverkauft. Für den Block B gibt es noch Tickets in den entsprechenden Vorverkaufsstellen und im Internet. Wer mit dabei sein will, sollte sich also unbedingt beeilen. Karten stehen übrigens auch für das bereits am 12. Januar stattfindende Pokalturnier des Wasserverbandes Lausitz zur Verfügung. Das wird ebenfalls in der Niederlausitzhalle ausgespielt. Zu Gast sind neben unserer I. Mannschaft unter anderem auch Schlieben, Hohenleipisch, der FC Lauchhammer sowie der Senftenberger FC.

Geschehen Aufbau und Organisation des Turniers wieder durchweg mit Ehrenamtlern?

Tänzer: Ja, das machen wir alles selbst. Ich denke, dass rund 80 Leute mitwirken werden. Zu tun gibt es mehr als genug. Wir übernehmen während des Turniers auch die kulinarische Versorgung. Der Verein schafft alle Voraussetzungen für ein großes Fußballfest.

Was plant der Verein noch in seinem 100. Jahr?

Tänzer: Vom 21. bis 28. Juni wird es auf unserer Elsterkampfbahn eine Festwoche geben. Über ein Traditionsspiel wird derzeit verhandelt. Vorstellbar ist eine Bayern-Auswahl. Es laufen auch Gespräche mit Hertha BSC und Energie Cottbus. Darüber hinaus wollen wir zeigen, was in unserem Nachwuchs steckt. Zudem sollen die Urlauber vom Senftenberger See in das Jubiläum eingebunden werden. Übrigens: Unmittelbar nach unserem Traditionsturnier vom 19. Januar startet die intensive Phase der Vorbereitung der Festwoche.

Wäre der Aufstieg der I. Mannschaft des FSV Glückauf in die Brandenburgliga nicht das größte Geschenk zum 100. Vereinsgeburtstag?

Tänzer: Klar wäre es das. Aber wir bauen deswegen keinen zusätzlichen Druck auf. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, alles eigene Gewächse.

Derzeit hat die Truppe nur drei Punkte Rückstand auf den Tabellenersten der Landesliga Süd. Sollten die Jungs auch während der Rückspielrunde ihre Leistung jede Woche abrufen und vom Verletzungspech verschont bleiben, könnten wir am Saisonende ganz oben stehen. Die Brandenburgliga wäre dabei aber finanziell noch einmal eine Mammutaufgabe, verbunden mit viel Aufwand und Risiko.

Mit Herbert Tänzer sprach Torsten Richter-Zippack