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Senftenberg investiert Millionen in Kanalnetz

Erneuerung der Abwasserleitung in der Henneckestraße in Senftenberg.
Erneuerung der Abwasserleitung in der Henneckestraße in Senftenberg. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. Senftenberg muss einige Millionen Euro investieren, um das Kanalnetz zum Ableiten des Regenwassers wieder flott zu machen. Aktuell ist die Adolf-Hennecke-Straße gesperrt, weil ein Hauptsammlerabschnitt erneuert wird. Manfred Feller

"Unsere Aufgabe hier ist sehr anspruchsvoll", bemerkt Frank Rädel mit Blick auf die Kanalbaustelle in der Adolf-Hennecke-Straße in Senftenberg. Ehe sich der Bagger zu dem etwa vier Meter tief liegenden Hauptsammler für das Niederschlagswasser vorarbeiten kann, sind nach Auskunft des Projektleiters von der Baufirma SGL aus Lauchhammer einige Vorbereitungen zu treffen. "Die Vorflut muss aufrecht erhalten werden", sagt er. Das heißt, bei Regen ist das anfallende Wasser in Rohren um die Baustelle herum zu leiten. Und dann muss noch das Grundwasser abgesenkt werden.

Eine Suchschachtung hat zudem ergeben, dass auf dem Weg zum einsturzgefährdeten Hauptsammler zwei nirgendwo verzeichnete Wasserleitungen stören. Trotz aller Vorbereitungen und Hindernisse soll das Ausbaggern und das Setzen der schweren Verbauplatten zur Sicherung der langen Baugrube in diesen Tagen beginnen. Frank Rädel ist zuversichtlich, dass die Arbeiten wie geplant Ende November mit der Freigabe der Straße abgeschlossen werden können.

Der Austausch des nur 40 Meter langen Abschnittes des Hauptsammlers ist nach Auskunft von Frank Hellmund, Sachgebietsleiter Tiefbau in der Stadtverwaltung, absolut notwendig. "Es sind nur noch Scherben", umschreibt er den Zustand des alten Betonrohres mit einem Innendurchmesser von 1200 Millimetern. Das hat eine Kamerabefahrung im vorigen Jahr ergeben, bei der insgesamt etwa zwei Kilometer des teilweise noch altersschwachen Regenwasserkanalnetzes inspiziert worden sind.

Der Hauptsammler in der Adolf-Hennecke-Straße ist ein wichtiger. Diesen durchströmen bei Regen bis zu 1200 Liter Wasser je Sekunde. Daran "hängen" die Innenstadt mit der Westpromenade, dem Steindamm und mit Teilen der Bahnhofstraße. Einschließlich der Planung gibt die Stadt für den Austausch des nur 40 Meter langen Rohrstücks 240 000 Euro aus. Die Abschnitte links und rechts davon in der Henneckestraße können im deutlich kostengünstigeren Inlinerverfahren saniert werden. Doch dieses Geld muss erst noch von den Stadtverordneten freigegeben werden. Das Tiefbauamt hat ausgerechnet, dass der zweite Bauabschnitt der Kanalerneuerung in der Stadt 3,4 Millionen Euro kosten wird. Dazu gehören unter anderen die Stralsunder und die Hanseaten- sowie die Schul- und Teile der Seeadlerstraße. Zwischen 2011 und 2017 wird Senftenberg bereits 4,4 Millionen Euro ausgegeben haben.

Neben der gesperrten Adolf-Hennecke-Straße rollen derzeit auch in dem Abschnitt an der Tankstelle in der Usedomer Straße (gegenüber dem Kaufland) nur Baufahrzeuge. Dort wird in dieser Woche die zweite Fahrbahnseite neu asphaltiert. Anschließend ist die Briesker Straße zwischen der Kaufland- und der Pieckkreuzung an der Reihe. Auch dort erhält die zweite Fahrbahnhälfte einen neuen Belag.