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| 13:56 Uhr

Räuberische Erpressung und Widerstand gegen Polizei
In den Keller gelockt und brutal verprügelt

Senftenberg. Das Amtsgericht Senftenberg hat einen 36-jährigen Mann wegen räuberischer Erpressung verurteilt.

Wegen räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte hat das Amtsgericht jetzt einen 36-jährigen Mann aus Senftenberg verurteilt. Die Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten setzte das Schöffengericht zur Bewährung aus. Der Verurteilte muss innerhalb eines Jahres 240 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten.

Die Haupttat liegt mittlerweile schon dreieinhalb Jahre zurück. Sie hat es aber in sich. Der Verurteilte soll gemeinsam mit einem Kumpan einen Mann mit einer Hinterlist in einen Keller gelockt, brutal zusammengeschlagen und ihm die Bauchtasche mit Wertgegenständen abgenommen haben. Eine Nachricht an das Handy des Geschädigten, in der er um Zigaretten-Papierhülsen gebeten worden sein soll, habe ihn zu seinen Peinigern geführt. Das hat das als Zeuge geladene Opfer vor Gericht am vergangenen Donnerstag ausgesagt. Im Keller angekommen, sei das Licht ausgegangen, Schläge sollen auf ihn eingeprasselt sein. In der Anklageschrift ist von 20 Fausthieben ins Gesicht und auf den Körper die Rede. „Das ging eine Weile so, dann wurde meine Bauchtasche entwendet“, schildert er. Den für ihn bis dahin unbekannten Angeklagten habe er erkannt, als das Licht anging.

Der Angeklagte lässt sich vor Gericht kaum ein zu den Vorwürfen. Dass später die Polizei bei einer Durchsuchung das Mobiltelefon des Geschädigten in seiner Wohnung gefunden hat, begründet er auf Nachfrage von Richter Harald Rehbein so: „Wie das Handy zu mir gekommen ist? Keine Ahnung.“ Er hat des Öfteren mehrere Telefone bei sich herumliegen, sagt der mehrfach Vorbestrafte.

Dünn klingen die Rechtfertigungsgründe für Gericht und Staatsanwaltschaft auch bei einem anderem Tatvorwurf. Vor gut einem Jahr soll der Senftenberger zunächst einer Bekannten eine WhatsApp-Nachricht geschickt haben, in der er sie bedroht hat, ihr eine Kugel zu verpassen. Danach lasse er sich „von den Bullen erschießen“, soll er laut Anklage geschrieben haben. Während er die Bedrohung zugibt: „Ja, das habe ich gemacht, weil das für mich einfach eine hinterfotzige Frau ist“ – will er die Schuld für den anschließenden Polizeieinsatz von sich schieben. Obwohl er mit seinem Namen angesprochen worden sei, hätten die Polizisten trotzdem nach seinem Personalausweis gefragt, empört er sich. Den Stinkefinger habe er gezeigt, „weil ich die absolut nicht leiden kann“. Am Ende sind sechs Beamte nötig, um den Mann ruhigzustellen und festzunehmen.