ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:55 Uhr

Abgeordnete lehnen Linken-Antrag in Schwarzheide ab
Heiße Debatte um Kreis-Elternbeirat

Nach wilden Wortgefechten lehnt die Mehrheit des Kreistages in Schwarzheide den Linken-Antrag ab. Das Kita-Gremium wird wohl trotzdem eingeführt. Von Jan Augustin

Die Befürworter wollen mehr Mitbestimmung anbieten, Gegner sprechen von unnötiger Bürokratie: Die Idee, die Voraussetzungen für einen Kreis-Elternbeirat für Kindergärten zu schaffen, hat rassige Diskussionen ausgelöst. Die knappe Mehrheit der Abgeordneten des Kreistages von Oberspreewald-Lausitz hat den Antrag der Fraktion Linke/Grüne am Donnerstagabend in Schwarzheide nach einstündiger Debatte abgelehnt.

Mit einem Kreis-Elternbeirat kann nicht nur ein höheres Maß an Transparenz und Beteiligung erreicht, sondern auch mehr Akzeptanz geschaffen werden, betont Antragstellerin Kathrin Dannenberg (Linke). Gabi Theiss (SPD) springt ihr zur Seite. „Wir zwingen keine Eltern, sich zu engagieren, wenn sie nicht wollen.“ Die fraktionslose Abgeordnete Kerstin Weidner (Agsus) verstehe die ablehnende Haltung nicht und sei enttäuscht. „So etwas führt zu Politikverdrossenheit“, sagt sie.

Gegner der Vorlage kommen eher aus den Reihen der Christdemokraten, aber auch von der SPD. So sieht Olaf Gunder den Vorschlag eher kritisch. Man wisse bisher nicht, ob es bei den Eltern überhaupt einen Bedarf für ein solches übergeordnetes Gremium gebe. Für Reinhard Mich (CDU/Freie Wählergruppe Bauern/FDP) wäre ein Kreis-Elternbeirat nur „zusätzliche Bürokratie“. Auch Landrat Siegurd Heinze (parteilos) lehnt die Vorlage vehement ab. Ihm sei bisher noch kein Elternteil über den Weg gelaufen, das Interesse bekundet hat.

Dass ein Kreis-Elternbeirat für die 84 Kitas in Oberspreewald-Lausitz ab August dennoch eingeführt werden könnte, erklärt Sozialdezernent Alexander Erbert (CDU). Im Landtag stehe eine entsprechende Gesetzesänderung in der kommenden Woche zur Abstimmung. Mit den Mehrheitsverhältnissen sei es wahrscheinlich, dass diesem auch zugestimmt werde. Erbert bezweifelt aber den Sinn. Eltern hätten in jeder Kita ausreichend Möglichkeiten, etwa im Kita-Ausschuss, sich zu beteiligen.