Die Anzahl der bei der Arbeitsagentur Senftenberg gemeldeten Arbeitslosen ist im August wieder über die zuvor gerade unterschrittene Marke von 5000 Personen gestiegen. Die Quote kletterte um 0,2 auf 12,3 Prozent. Das liegt unter dem Wert von 2014 mit 12,9 Prozent.

Im gesamten Oberspreewald-Lausitz-Landkreis sind aktuell 889 gemeldete freie Arbeitsstellen nicht besetzt, davon allein 621 im Süden. Dies liege daran, so Agenturleiter Sven Mochmann, dass sich die Laufzeiten gegenüber dem Vorjahr um bis zu 30 Prozent verlängert haben. "Das heißt: Es wird immer schwieriger, einen freien Arbeitsplatz zu besetzen", sagt er. Teilweise sei vor der Arbeitsaufnahme sogar eine Vorqualifizierung notwendig, damit Bewerber und Arbeitgeber zusammenkommen. Der Stellenzugang sei ansonsten relativ konstant.

Beim Blick auf die Zahlen einzelner Gruppen fällt auf, dass die 15- bis 25-Jährigen von 176 auf 227 Personen am stärksten zugelegt haben. "Das ist ein monatstypisches Phänomen", erläutert Agenturleiter Sven Mochmann. Frischgebackene Facharbeiter seien von ihren Firmen nicht übernommen worden oder hätten nach der überbetrieblichen Lehre keine Anschlussbeschäftigung gefunden. Darüber hinaus würden auch Schulabgänger ohne Ausbildung in die Statistik einfließen. Diese beginnen entweder später, hängen ein Schuljahr dran oder machen gar ihr Abitur. Die Agentur geht davon aus, dass die Anzahl der derzeit arbeitslos gemeldeten 227 jungen Leute rasch sinken wird. "Die Betriebe werden wieder verstärkt einstellen", zeigt sich Sven Mochmann nach dem Ferienende ziemlich sicher.

Auf der anderen Seite sind im Landkreis trotz des Ausbildungsstarts immer noch 157 betriebliche Lehrstellen nicht besetzt. "Das sind für mich 157 verpasste Chancen", stellt der Agenturchef fest. Entweder haben die potenziellen Kandidaten andere berufliche Interessen oder deren schulische Leistungen entsprechen nicht den Anforderungen der Ausbildungsbetriebe, heißt es.

Erneut zugelegt hat die Anzahl der arbeitslosen Ausländer auf jetzt 158. Sven Mochmann geht davon aus, dass dieser Kreis aufgrund positiv beschiedener Asylanträge weiter anwachsen wird. "Die Integration ist für alle Beteiligten ein Thema, dem wir uns heute und in Zukunft verstärkt stellen müssen", sagt er. Für die Ausbildung, die Vermittlung und Qualifizierung an das deutsche Niveau sei die Arbeitsagentur jedoch auf gute Deutschkenntnisse der ausländischen Mitbürger angewiesen. Auf der anderen Seite gebe es in den Unternehmen noch Unklarheiten hinsichtlich einer rechtssicheren Beschäftigung. Erfolge würden sich nicht sofort einstellen. Die Agentur baue auf den Integrationswillen der Ausländer und die Bereitschaft der Arbeitgeber.