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| 15:51 Uhr

Senftenberg
Förster warnt: Im Lausitzer Wald herrscht Alarm

 Die durch die Stürme 2017/2018 umgeworfenen Kiefern bieten Schadinsekten beste Bedingungen. Die Bäume müssen zügig aus dem Wald raus.
Die durch die Stürme 2017/2018 umgeworfenen Kiefern bieten Schadinsekten beste Bedingungen. Die Bäume müssen zügig aus dem Wald raus. FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Revierleiter Harald Konczak aus Peickwitz appelliert an alle Waldbesitzer, Käferbäume schnellstmöglich zu entfernen. Von Torsten Richter-Zippack

Den Lausitzer Nadelwäldern droht eine Katastrophe. Ganze Bestände könnten über kurz oder lang zusammenbrechen. Vor einem solchen Szenario warnt der Senftenberger Revierförster Harald Konczak. „Aufgrund des extrem trockenen und heißen Sommers sind besonders Kiefern und Fichten geschwächt. Hinzu kommen gefährliche Insekten, die die Bäume zum Absterben bringen können.“

Tatsächlich finden sich besonders an den sonnenexponierten Südrändern von Wäldern zahlreiche trockene Kiefern. Dort ist der Blaue Kiefernprachtkäfer am Werk. Die Larven fressen unter der Rinde Gänge ins Holz, sodass der Baum abstirbt, da die wichtigen Wasser- und Nährstoff-Leitungsbahnen unterbrochen werden. Normalerweise können die Gehölze die Käferlöcher mittels Harz verschließen. Doch aufgrund des schlechten Vitalitätszustandes funktioniert das nicht. Um zumindest die Bäume im näheren und weiteren Umfeld vor dem gleichen Schicksal zu bewahren, müssen Käferkiefern möglichst zeitnah gefällt und samt Rinde aus dem Wald heraus geschafft werden, rät Kon­czak. Neben dem Kiefernprachtkäfer setzen auch Zwölfzähnige Kiefernborkenkäfer den Gehölzen arg zu. Wird nicht gehandelt, könnten ganze Waldbestände zusammenbrechen, und der Schaden wäre immens, prognostiziert der Forstmann. „Wir wollen möglichst alle Waldbesitzer über diese Lage informieren“, sagt Harald Konczak. Denn durch die schweren Stürme vom Herbst 2017 und Januar 2018 liegt noch sehr viel Holz in den Wäldern. Da haben die Insekten beste Bedingungen“, resümiert der Experte.

Noch schlimmer ist es um die Fichtenaltbestände, beispielsweise bei Peickwitz, bestellt. „Wir müssen sie wahrscheinlich fällen“, kündigt Konczak an. Der Buchdrucker, der gefährlichste Borkenkäfer überhaupt, habe die Bäume im Griff. Nach Angaben von Funktionsförster Lutz Schaffrath aus der Oberförsterei Senftenberg wachsen Fichten allerdings nur auf zwei Prozent der hiesigen Waldfläche. Brandenburgweit sind es 1,6 Prozent.