Das weist der neue Finanzplan aus. Dafür wird die Stadt auch in den Sparstrumpf greifen müssen, kündigt Kämmerin Teresa Melzer an. Denn an Zuweisungen vom Land Brandenburg seien im nächsten Jahr nur etwa 5,5 Millionen Euro zu erwarten. "Aber dafür ist das Geld angespart worden", erklärt die Finanz-Chefin im Rathaus. Nicht zuletzt investiere die Kommune ja auch in Gebäude und Straßen, um in der laufenden Bewirtschaftung wiederum Kosten zu reduzieren.

Das Budget für die Aufgaben der laufenden Verwaltung ist im Jahr 2013 knapp. Die Aufwendungen werden gegenwärtigen Berechnungen zufolge aus den Einnahmen nicht vollständig gedeckt. Ein Loch von 750 000 Euro weist der Etat aus, der im Dezember in der Ratsrunde zur Debatte steht. Da die Summe in der Rücklage der Stadt vorhanden ist, steht Senftenberg nicht in der gesetzlichen Pflicht der Haushaltssicherung - muss also gegenüber der Kommunalaufsicht des Landkreises Oberspreewald-Lausitz nicht nachweisen, das Defizit in den Folgejahren ausgleichen zu können. Sparsamkeit bleibe trotzdem höchstes Gebot.

Das laufende Jahr wird Senftenberg voraussichtlich mit einem positiven Ergebnis abschließen, obwohl auch hier ein Fehlbetrag von 1,3 Millionen Euro errechnet worden war. Unter anderem werden die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt so hoch sein "wie nie zuvor", sagt Teresa Melzer, ohne die Summe zu benennen. Die Kämmerin warnt aber auch sofort vor der Kehrseite dieses Geldregens. Schon bald schlägt die Einnahme bei gekürzten Pauschalzuweisungen negativ zu Buche. Denn das Land gleicht mit diesen Finanzspritzen die Mindereinnahmen ärmerer Kommunen aus. Dies geschieht, um in Brandenburg flächendeckend eine etwa gleichmäßige Entwicklung zu ermöglichen. Senftenberg hat also, nachdem die Steuerquelle kräftig sprudelt, zeitversetzt um zwei Jahre deutlich weniger Schlüsselzuweisungen zu erwarten. "Deshalb muss dieses Geld angespart werden. Wir dürfen nicht damit planen, dass sich diese hohen Steuereinnahmen in den nächsten Jahren so fortsetzen", erklärt Kämmerin Teresa Melzer.