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| 08:29 Uhr

Streit um Wassersportpark Großkoschen
Behörden sehen Hüpfburg-Betreiber in Großkoschen in der Bringepflicht

 Das Landesbergamt Cottbus und die Wasserbehörde Oberspreewald-Lausitz werfen dem Betreiber des gesperrten Wassersportparkes am Großkoschener Badestrand des Senftenberger Sees vor, die Anlage wissentlich ungenehmigt betrieben und den Behörden kritische Fakten vorenthalten zu haben.
Das Landesbergamt Cottbus und die Wasserbehörde Oberspreewald-Lausitz werfen dem Betreiber des gesperrten Wassersportparkes am Großkoschener Badestrand des Senftenberger Sees vor, die Anlage wissentlich ungenehmigt betrieben und den Behörden kritische Fakten vorenthalten zu haben. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
Senftenberg. Das Landesbergamt und die Wasserbehörde Oberspreewald-Lausitz schlagen im Streit um den gesperrten Wassersportpark am Großkoschener Strand des Senftenberger Sees jetzt verbal zurück. Beide Behörden schwingen die harte Gesetzes-Keule. Von Kathleen Weser

Nach der Sperrung des Wassersportparkes am Großkoschener Strand des Senftenberger Sees haben das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) und die Wasserbehörde Oberspreewald-Lausitz sich über die Aktenlage ausgetauscht und zum weiteren Vorgehen verständigt.

Demnach ist der Betreiber „nach wie vor in der Pflicht, die Schwimmkörper unverzüglich aus dem Wasser zu entfernen“. Parallel sei er weiterhin aufgefordert, das geotechnische Gutachten eines Sachverständigen zur Standsicherheit vorzulegen. Eine weitere Bearbeitung sei erst dann möglich. Parallel überprüfe das Landesbergamt, ob die Betonelemente im Wasser bleiben dürften.

Alle Beteiligten an schneller Lösung interessiert

Beide Behörden teilen weiter mit, dass sie intensiv an einer Lösung in dieser Sache arbeiteten. „Wir sind für Gespräche offen, jedoch auf die Mitwirkung des Betreibers angewiesen, das ausstehende abschließende geotechnische Gutachten schnellstmöglich zu beauftragen“, stellt Grit Klug, Dezernentin für Bau, Ordnung und Umwelt, klar.

Erklärt wird ferner: Der Wassersportpark wurde ohne wasserrechtliche Genehmigung errichtet und betrieben. Wichtige durch den Antragsteller beizubringende Antragsunterlagen sind nicht vorgelegt worden. Dazu gehöre „der vom Landkreis geforderte geotechnische Standsicherheitsnachweis durch einen Sachverständigen“. Wesentliche sicherheitsrelevante Informationen hätten dem Betreiber des Wassersportparks bereits im Juni vorgelegen. Diese seien „dem Landkreis bis zum heutigen Tage vorenthalten“ worden.

Sachverständiger hatte Wassersportpark-Betreiber über weiteres Gutachten informiert

Ein vom Betreiber eingeschalteter Sachverständiger für Böschungen habe ihm gegenüber erklärt, „dass der Standort aufgrund der lokalen geotechnischen Verhältnisse für die Errichtung des Wassersportparks grundsätzlich ungeeignet“ sei. Auf Nachfrage des Betreibers habe der Sachverständige erläutert, „dass eine Verankerung keinesfalls ohne eine weitere Untersuchung erfolgen dürfe, um die Sicherheit der Badenden in diesem Bereich nicht zu gefährden“.

Statt diese kritische Information der Wasserbehörde zu übermitteln, habe der Betreiber im Juni „die eher zustimmende Kurzeinschätzung eines anderen Sachverständigen“ vorgelegt. Daraufhin sei im Sinne des Unternehmers gestattet worden, mit den vorbereitenden Arbeiten für das Betonfundament zu beginnen. Auf die noch ausstehende wasserrechtliche Genehmigung für die weitere Errichtung der Anlage sei er hingewiesen worden.

Betreiber hat mögliche Gefahr der Sicherheit in Kauf genommen

Der Betreiber habe damit „wissentlich eine mögliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit in Kauf genommen“. Aus diesem Grund seien die Behörden nach Kenntnis der Sachlage gezwungen gewesen, unverzüglich zu handeln. Deshalb seien die Nutzung des Wassersportparkes sofort untersagt und Teile des Strandes für den Badebetrieb „wirksam abgesperrt worden“.