ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:54 Uhr

Bergbausanierung
Aussichtspunkt Reppist soll neues Gesicht erhalten

 Der Wegweiser zu den abgebaggerten Orten steht noch, nicht aber der hölzerne Turm mit der historischen Glocke.
Der Wegweiser zu den abgebaggerten Orten steht noch, nicht aber der hölzerne Turm mit der historischen Glocke. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Senftenberg. Die historische Glocke „Ruf zur Arbeit“ wird wohl nicht mehr an ihren ursprünglichen Standort zurückkehren. Von Torsten Richter-Zippack

In diesem Jahr jährt sich die Eröffnung des Aussichtspunktes Reppist zum 25. Mal. Im Jahr 1994 ist das Ensemble auf einer geschütteten Anhöhe, fast 130 Meter über dem Meer, nordöstlich des Senftenberger Stadtzentrums eingeweiht worden. Jetzt planen die Protagonisten von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) eine Umgestaltung des exponiert liegenden Punktes.

„Wir wollen Reppist im Zuge des Baus des Rundradweges um den Großräschener See entsprechend einbinden“, kündigt LMBV-Sprecherin Stefanie Klein an. Die Westböschung des fast fertig gefluteten Restloches des Tagebaus Meuro soll in den Jahren 2020/2021 saniert werden. Anschließend könne mit der Umgestaltung des Reppister Aussichtspunktes begonnen werden. Wie dieser dann aussehen wird, sei derzeit noch ungewiss. Nur so viel: „Die historische Glocke kehrt aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr nach Reppist zurück“, sagt Klein.

Es handelt sich um die Glocke „Ruf zur Arbeit“ der Grube Anna-Mathilde. Sie hing im hölzernen Glockenturm, der inzwischen verschwunden ist. „Wir haben die Glocke im LMBV-Motorenlager sicher verwahrt“, sagt Stefanie Klein. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es allerdings fraglich, ob das Stück perspektivisch wieder öffentlich präsentiert wird. „Dazu bräuchten wir einen geeigneten Ort und Sponsoren“, nennt Klein die Bedingungen. Der Aussichtspunkt Reppist sei dafür ungeeignet, da er aufgrund seiner abgeschiedenen Lage nicht selten von Vandalen heimgesucht wird.

Die LMBV hatte die Glocke vor mehreren Jahren sicherheitshalber abmontiert, und eingelagert. Abgesperrt ist derzeit der auf dem Aussichtspunkt befindliche Nachbau eines Stollens, dessen Original vor 150 Jahren in Betrieb ging. Die Konstruktion ist eigenen Recherchen zufolge teilweise eingefallen. Darüber hinaus prägen 16 Findlinge mit den Namen der 16 Brikettfabriken des Senftenberger Reviers, Erinnerungen an die abgebaggerten Orte sowie eine Konstruktion aus dem Takraf-Werk Lauchhammer das Ensemble.