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| 16:45 Uhr

Senftenberger Mieter hoffen auf zügigen Modernisierungsstart
Alte Poliklinik hat neuen Eigentümer

 Den Standard-Poliklinikbau aus DDR-Zeiten hat die Stadt Senftenberg an einen Investor verkauft. Der bei den Kreisstädtern beliebte Standort der Medizinischen Einrichtungsgesellschaft in der Fischreiherstraße schreit nach Investitionen.
Den Standard-Poliklinikbau aus DDR-Zeiten hat die Stadt Senftenberg an einen Investor verkauft. Der bei den Kreisstädtern beliebte Standort der Medizinischen Einrichtungsgesellschaft in der Fischreiherstraße schreit nach Investitionen. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
Senftenberg. Senftenberg hat das stark sanierungsbedürftige Gebäude der Medizinischen Einrichtungsgesellschaft (MEG) in der Fischreiherstraße an einen Investor verkauft. Von Andrea Budich

Die Gerüchteküche zur Zukunft der alten Poliklinik in der Senftenberger Fischreiherstraße ist nie abgekühlt. Mal wabberte durch die Kreisstadt, dass es für die zwei Standorte der Medizinischen Einrichtungsgesellschaft (MEG) in der Erxlebenstraße und Fischreiherstraße einen Neubau gibt. Ein anderes Mal war von einem Umzug der Mediziner aus der Fischreiherstraße in das Senftenberger Schlossparkcenter die Rede. Dann sickerte durch, dass die Poliklinik vielleicht in zwei Jahren schließen wird. Das würde zumindest den aufgestauten Sanierungsbedarf erklären, der immer wieder von Patienten kritisiert wird.

Ganz still und leise, von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, ist das Gebäude der alten Poliklinik in der Fischreiherstraße bereits im Oktober des Vorjahres von der Stadt Senftenberg als bisherige Eigentümerin verkauft worden. Neuer Herr des Gebäudes ist ein Investor aus der näheren Umgebung. Damit gibt es nach jahrzehntelangem Investitionsstau zumindest die Hoffnung auf einen Neustart des maroden Gebäudes aus den 1970er-Jahren.

 Nicht nur der Haupteingang ist sanierungsbedürftig.
Nicht nur der Haupteingang ist sanierungsbedürftig. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE

Die MEG mit den beiden Standorten Erxleben- und Fischreiherstraße, also den beiden ehemaligen Polikliniken, ist ein Tochterunternehmen der Stadt Senftenberg. „Notar- und Mietvertrag waren Thema im nichtöffentlichen Teil der Stadtverordnetenversammlung“, bestätigt Stadtsprecher Andreas Groebe. Vertragsinhalte könnten daher nicht genannt werden. Auswirkungen auf die MEG und die Patienten habe der Verkauf nicht. Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) dazu: „Die MEG war Mieterin und bleibt weiterhin Mieterin. Es ändert sich also überhaupt nichts.“

Der Investor, der in der Kreisstadt schon ein anderes Projekt am Laufen hat, hält sich zu konkreten Plänen, was genau mit dem Traditionshaus im Wohngebiet am See werden soll, bedeckt. Er verweist darauf, dass die Zeit noch nicht reif sei, mit dem Projekt an die Öffentlichkeit zu gehen. Erst wenn er alles festgezurrt und die Vorbereitungen abgeschlossen habe, wolle er über die Zukunftspläne sprechen. Bis dahin hat er gegenüber der RUNDSCHAU jedwede Stellungnahme abgelehnt.

In dem Eigentümerwechsel mit neu unterzeichnetem Mietvertrag sieht Andreas Bernhardt als Geschäftsführer der MEG den Startschuss für einen Neubeginn. Als bekennender Befürworter des wohngebietsnahen Standortes der alten Poliklinik Fischreiherstraße hofft er auf eine umfassende Modernisierung des Gebäudes mit einem Riesen-Investitionsstau. In den vergangenen 20 Jahren war am Gebäude nichts mehr gemacht worden. Eine Instandhaltung allein reicht aus seiner Sicht daher nicht aus. „Es sollte ordentlich geklotzt werden, damit das Haus jetzt endlich in der Neuzeit ankommt“, zeigt er sich optimistisch, dass es nach Jahrzehnten des Stillstandes jetzt endlich losgeht.

Ein erstes sichtbares Zeichen für die Patienten soll der Umzug der Orthopädie im Herbst dieses Jahres aus dem Ober- ins Erdgeschoss sein. Dazu hat es laut Bernhardt bereits die ersten Wand-Durchbrüche gegeben. Der Vorteil des Umzuges liegt für den MEG-Geschäftsführer auf der Hand: Alle drei Praxen sind dann auf einer Ebene für die Patienten erreichbar, und es ergeben sich Synergien für die Mitarbeiter.

Dass nach Jahrzehnten in das alte Poliklinik-Gemäuer endlich Geld gepumpt wird, ist für den MEG-Geschäftsführer eine der wichtigsten Handlungsgrundlagen, um im Poker um neue junge Ärzte auch nur ansatzweise eine reelle Chance zu haben. „Was ich derzeit anbieten kann, geht gar nicht“, stellt er nüchtern fest und hofft als Mieter auf einen zügigen Modernisierungsstart.

 Den Standard-Poliklinikbau aus DDR-Zeiten hat die Stadt Senftenberg an einen Investor verkauft. Der bei den Kreisstädtern beliebte Standort der Medizinischen Einrichtungsgesellschaft in der Fischreiherstraße schreit nach Investitionen.
Den Standard-Poliklinikbau aus DDR-Zeiten hat die Stadt Senftenberg an einen Investor verkauft. Der bei den Kreisstädtern beliebte Standort der Medizinischen Einrichtungsgesellschaft in der Fischreiherstraße schreit nach Investitionen. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
 Nicht nur der Haupteingang ist sanierungsbedürftig.
Nicht nur der Haupteingang ist sanierungsbedürftig. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE