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Streit um Betreuungszeit
Selbstanzeige von Kita-Träger strahlt auch in den OSL-Kreis

Senftenberg. Fröbel betreibt fünf Einrichtungen in Senftenberg.

Brandenburgs größter Kita-Träger hat sich bei der Kita-Aufsicht im Bildungsministerium in Potsdam selbst angezeigt – „wegen struktureller Nichteinhaltung des gesetzlich vorgesehenen Personalschlüssels“. Im Oberspreewald-Lausitz-Kreis betreibt Fröbel fünf Einrichtungen, vier in Senftenberg und eine in Sedlitz. Der Träger kann nach eigenen Angaben den gesetzlich vorgeschriebenen Betreuungsschlüssel unter den gegebenen Umständen nicht einhalten. Besonders dramatisch sei die Situation in Cottbus.

„Uns ist derzeit nicht bekannt, dass es in den Kitas im Landkreis OSL Probleme mit dem Einhalten des gesetzlich vorgeschriebenen Betreuungsschlüssels gibt“, teilt Sozialdezernent Alexander Erbert (CDU) mit. Im Landkreis werde bisher relativ erfolgreich mit einem gängigen Arbeitszeitmodell mittels Stundenkonto gearbeitet. „Unstrittig ist dennoch, dass sich auch in unserem Landkreis eine Zunahme des fehlenden Fachpersonals bei gleichzeitiger Erhöhung des Betreuungsumfanges bei den Kindern abzeichnet. Die Mitarbeiter leisten eine anerkennenswerte Arbeit“, betont Erbert. Die Leiterin sei heute mehr denn je eine Personalmanagerin für die passgenaue Dienstplangestaltung, die eine angemessene Relation zwischen Personal und Kindern in der Öffnungszeit schafft.

Derzeit ist ein Betreuungsverhältnis von 1:5 für unter Dreijährige und 1:11,5 für über Dreijährige gesetzlich vorgeschrieben. Diesen Personalschlüssel finanziert das Land Brandenburg bis zu 7,5 Stunden. Das entspricht aber nicht der Realität: Denn viele Eltern benötigen eine Kinderbetreuung von zehn Stunden. Vor allem in Städten.

„Die angezeigten Probleme hinsichtlich des Einhaltens des Betreuungsschlüssels sind durchaus verständlich“, sagt Erbert. Hier sei die Landesregierung in der Verantwortung, die tatsächlichen Differenzierungen in das Gesetz einzuarbeiten und sichtbar zu machen. Eltern in OSL bräuchten sich keine Sorgen machen: „Die durch Fröbel in Erwägung gezogenen Konsequenzen würden Eltern mit höheren Betreuungszeiten in Schwierigkeiten bringen und sie gegenüber Eltern in anderen Einrichtungen diskriminieren“, erklärt der Sozialdezernent. Im Ernstfall würde der Landkreis eingreifen, indem das Jugendamt die entsprechenden Kitas kontaktieren und nach Lösungsmöglichkeiten suchen würde, erläutert er.

Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gibt es ingesamt derzeit 84 Kitas.