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Sekt-Premiere: Es prickelt in Großräschen

In Sektlaune: Großräschens Winzerpaar Andreas und Cornelia Wobar lassen die ersten Korken knallen.
In Sektlaune: Großräschens Winzerpaar Andreas und Cornelia Wobar lassen die ersten Korken knallen. FOTO: Steffen Rasche/str1
Großräschen. Großräschens Winzer Andreas Wobar lässt die Korken knallen. Die erste Flasche Großräschener Sekt des Jahrgangs 2015 ist am Donnerstagabend geöffnet worden. Großräschens Unternehmerinnen haben den feinperligen Tropfen als Erste verkostet und für sehr gut befunden. Andrea Budich

Der Plan war ein anderer. Mit der ersten Flasche sollte der Segelkutter getauft werden, den die Stadt als erstes Boot im Seehafen zu Wasser lassen will. Dann war der Sekt aber schneller da als das Wasser. Weil der Hafen noch auf dem Trockenen liegt, hat Großräschens Winzerpaar Andreas und Cornelia Wobar bei der Sekt-Premiere improvisiert und den edlen Tropfen beim 1. Großrä schener Unternehmerinnen-Abend präsentiert - und damit eine spritzige Doppel-Premiere inszeniert.

Nach den drei Weißweinen Solaris, Cabernet blanc und Johanniter und dem roten Pinotin vom steilsten Weinberg Brandenburgs unterhalb der IBA-Terrassen war es Zeit für etwas Perlig-Prickelndes. Den Grundstein für den eigenen Winzersekt haben Wobars im Spätsommer 2015 gelegt. Damals ließen sie eine Leseprobe ihres Johanniter vom Kellermeister Jacques du Preez im Weingut Schloss Proschwitz testen. Der war davon so begeistert, dass er die Idee vom Sekt ins Gespräch brachte. "Zu Hause haben wir beraten, ob wir es tatsächlich wagen", erinnert sich Cornelia Wobar. Der Familienrat, zu dem auch die beiden Töchter gehören, gab das Okay. Und so kam der komplette Johanniter-Jahrgang 2015 schon vor der endgültigen Reife zur Lese, um den Sektgrundwein zu erzeugen. Der Kellermeister hat mit den Großräschener Qualitätstrauben nach der klassischen Champagner-Methode in traditioneller Flaschengärung gearbeitet. Über neun Monate ist der Sekt in der Flasche gereift. Vier Wochen hat der Kellermeister die Flaschen zum Abschluss der Lagerung täglich per Hand gedreht und im Rüttelpult immer senkrechter gesetzt.

Den Großräschener Sekt so besonders macht neben der traditionellen Flaschengärung auch die mutige Entscheidung des Winzers, das Naturprodukt unverfälscht ins Glas zu bringen. "Wir haben nichts dazu getan, um den Sekt zu beeinflussen. Also auch keinen Zucker", erklärt Andreas Wobar. Herausgekommen sind 700 Flaschen Winzersekt "brut nature" mit dem Namen "JAC".

Bei der Namenswahl kommt der Kellermeister Jacques du Preez vom Weingut Schloss Proschwitz ins Spiel. "Uns verbindet die gleiche Philosophie, alles so natürlich wie möglich zu machen", erklärt Winzergattin Cornelia Wobar. Und damit lag es nahe, den Premieren-Tropfen unter dem Vornamen und mit der Signatur des Mannes an den Start zu bringen, der seit der ersten Lese 2014 die Räschener Weine so erfolgreich ausbaut.

Wie perfekt es gelungen ist, das Prickeln ins Glas zu bringen, das haben Großräschens Unternehmerinnen als Erste getestet. "Er ist frisch, fruchtig, hat ein unverkennbares Bukett und perlt sehr lange", loben Optikerin Anja Hannemann und Doreen Zemmler von Zemmler Siebanlagen die Großräschener Hausmarke.

Zum Thema:
9. September - 4. Großräschener Federweißerfest von 14 bis 18 Uhr auf den IBA-Terrassen8. Oktober - Erntedankfest im Haus der Landwirtschaft am Markt in Großräschen28. April 2018 - Großräschener JungweinprobeDer Sekt-Verkauf startet am 8. Oktober im Hofladen im Haus der Landwirtschaft.

Winzer Andreas Wobar (l.) und Kellermeister Jacques du Preez vor den Rüttelpulten im Keller von Schloss Proschwitz.
Winzer Andreas Wobar (l.) und Kellermeister Jacques du Preez vor den Rüttelpulten im Keller von Schloss Proschwitz. FOTO: Wobar
Großräschens Sekt geht unter dem Namen "JAC" an den Start.
Großräschens Sekt geht unter dem Namen "JAC" an den Start. FOTO: str1