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| 14:48 Uhr

Kritik am Sperrbereich
Segler warnen vor Unfällen auf See

Senftenberg. Der vergrößerte Sperrbereich um die Insel im Senftenberger See sorgt weiter für Unmut. Von erhöhter Gefahr spricht der Yacht- und Surfclub. Er fürchtet um die Attraktivität des Gewässers. Von Jan Augustin

Traumwetter für Segelsportler auf dem Senftenberger See: Seit Wochen verwöhnt die Sonne bei angenehmen Temperaturen und mäßig bis auffrischendem Wind. Und die Aussichten versprechen einen Supersommer. Dennoch ist der Fahrspaß getrübt. Nach verkorkstem Saisonstart mit behördlicher Bojen-Panne reißt die Kritik an dem vergrößerten Insel-Sperrbereich nicht ab. Der Yacht- und Surfclub, mit 120 Mitgliedern einer der größten Segelvereine im Lausitzer Seenland, warnt vor einer erhöhten Unfallgefahr. Die Schifffahrtsbehörde hat die Fahrverbotszone um die Insel vergrößert. Insgesamt ist der Sperrbereich auf dem Wasser und an Land jetzt etwa 800 Hektar groß. Parallel dazu steigt nach Einschätzung von Marie Donner, der Sprecherin des Segelvereins, die Zahl der Boote und anderer Wassersportgeräte „mit erfahrenen, aber vor allem auch mit unerfahrenen und unwissenden Steuerleuten“. Sie befürchtet: „Die Verkleinerung kann sich dadurch langfristig auf die Attraktivität des Sees und auch unseres Vereins auswirken.“

Grund für den neuen Sperrbereich sind laut Infrastrukturministerium neue Untiefen infolge „erheblicher geotechnischer Veränderungen“ an den Schüttungsrippen der Insel. Zum verzögertem Saisonstart und viel Frust bei Freizeitkapitänen und Touristikern ist es dann gekommen, weil die alten Bojen wegen der größeren Wassertiefe nicht mehr verwendet werden konnten. Die Behörde musste neue Tonnen mit längeren Halteketten organisieren. Dass diese nun größtenteils in einer Wassertiefe von mehr als fünf Metern liegen, ist für die Segler „nicht nachvollziehbar“, sagt Marie Donner. Diese Tiefe werde für Boote nicht benötigt. „Die Durchführung von Regatten wird immer schwieriger“, kritisiert sie. Durch die neue Betonnung im Koschener Becken sei es kaum noch möglich, ein faires und regattagerechtes Gebiet auszulegen. „Kommt der Wind aus der Richtung des Hafencamps, ist dies besonders fatal“, sagt sie. Das große Problem sei die erste Untiefentonne am Auslauf des Koschener Kanals und die deutlich reingezogenen Bojen zur Abgrenzung: „Der Bereich ist so klein gehalten, dass es nicht möglich ist, ihn gut zu nutzen.“

Um die Gefahren, die die Naturschutzinsel mit ihren Rutschungen birgt, wisse der Verein. Dennoch wolle er auch weiterhin seine Veranstaltungen auf dem Wasser ohne Probleme durchführen. „Es muss eine langfristige Lösung her und das zeitnah“, fordert Seglerin Marie Donner. Ansonsten könne der Senftenberger See nicht mehr lange mit den umliegenden Seen mithalten. Aushubarbeiten außerhalb der Saison wären sicher „eine gute Maßnahme“.

Das haben die Experten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) auch vor. Allerdings werden die Schwimm- und Saugspülbagger frühestens im kommenden Jahr ihr Werk beginnen. Die ausgehobenen Erdmassen, die LMBV spricht von etwa 180 000 Kubikmetern, sollen in die tieferen Bereiche des See verbracht werden. Diese Technik habe sich im Lausitzer Seenland bereits bewährt, etwa im Geierswalder und im Sedlitzer See.