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Vermasselter Saisonstart am Senftenberger See
Touristiker zahlen für Bojen-Panne

Trotz des sonnigen warmen Wetters herrscht am Strand des Hafencamps aufgrund der Seesperrung gähnende Leere.
Trotz des sonnigen warmen Wetters herrscht am Strand des Hafencamps aufgrund der Seesperrung gähnende Leere. FOTO: Richter-Zippack
Großkoschen. Schifffahrtsverbot auf dem Senftenberger See hat wirtschaftlich schwere Folgen. Von Torsten Richter-Zippack

Enttäuschung, Frust und Wut verspüren dieser Tage die Wassertouristiker am Senftenberger See. Obwohl die Saison bereits am 1. April begonnen hat, darf der See nicht genutzt werden. Das Behördenversagen kostet die Dienstleister auf dem und am Wasser nun Geld und Nerven.

Bei der Firma „Expeditours“ im Großkoschener Hafencamp steht alles bereit: Motor- und Segelboote, Wassertreter. Doch in See stechen darf Unternehmerin Manuela Zahn ihre Gäste nicht lassen. „Wir haben von der Sperrung des Sees erst am 29. März durch Zufall erfahren“, erzählt sie. Ein Schock, erwirtschaftet die Unternehmerin doch im April rund fünf Prozent ihrer Jahreseinnahmen. „Rund ein Dutzend Gäste mussten wir bereits vertrösten. Wir versuchen den Leuten die Lage zu erklären, aber klar sind sie enttäuscht“, beschreibt Manuela Zahn ihre Situation. Dennoch bleibe ein Fünkchen Hoffnung: „Manchmal geschehen Wunder. In unserem Falle hieße das, dass der See zeitiger als zum 1. Mai freigegeben wird.“

„Wir haben von der Sperrung aus dem Internet erfahren“, sagt Steffen Johne, Leiter des Großkoschener Hafencamps. Das verantwortliche Landesamt für Bauen und Verkehr habe es nicht für nötig gehalten, sich selbst bei den Koschenern zu melden. „Und dabei buchen unsere Gäste für April, weil sie auf das Wasser wollen.“ Der Senftenberger See sei in der Regel ohnehin nur sieben von zwölf Monaten im Jahr für Wassersportler nutzbar. Und jetzt noch den kompletten April zu streichen, sei „ein Schlag ins Gesicht“. Für zahlreiche Reservierungen mit Bootstouren müssen Alternativen gefunden werden. „Wir empfehlen unseren Gästen in der Regel einen Ausflug zum Besucherbergwerk F 60“, sagt Johne. Selbst um die Nutzung der Bootsliegeplätze haben das Hafencamp und damit der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) bei der Landesbehörde kämpfen müssen. „Anfangs wollten die Beamten uns auch das Zuwasserlassen der Boote nicht gestatten“, sagt Steffen Johne. Das Hafencamp verfügt über 50 Wasser- und 70 Landliegeplätze.