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Seestrand Lieske ist Nummer 1 auf Arbeitsplan

Jörg Erhardt stellt am Seestrand Lieske die Abgrenzungen der Parkflächen her.
Jörg Erhardt stellt am Seestrand Lieske die Abgrenzungen der Parkflächen her. FOTO: Steffen Rasche/str1
Großkoschen/Sedlitz. Der Seestrand Lieske am Sedlitzer See ist jetzt die Nummer 1 auf dem Arbeitsplan des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB). Das bestätigt Vorsteher Volker Mielchen. Eine Zufahrt, Parkplätze und ein Sanitärgebäude werden zuerst errichtet – und in diesem Sommer nutzbar. Der Strand, ein Schiffsanleger und Ferienhäuser sollen später folgen. Kathleen Weser

Etwa 80 Parkplätze und zehn Stellflächen für Wohnmobile, ein öffentliches Sanitärgebäude und eine bequeme Zufahrtsstraße stehen jetzt auf dem Bauplan des Seenland-Zweckverbandes am Sedlitzer See. Die Bodenarchäologen haben das Terrain, auf dem nun auf Hochtouren an der touristischen Basis-Infrastruktur des Seestrandes Lieske gearbeitet wird, zuvor voll im Griff gehabt. Der Kohleabbau infolge des gewaltigen Energiehungers hat tief in die Landschaft eingegriffen - und immer wieder bemerkenswerte Funde hervorgebracht. Deshalb haben die Archäologen auch am neuen Seestrand die grabende Vorhut gebildet.

Nunmehr sind allerdings die Bauleute eines heimischen Unternehmens der Landschaftsgestaltung angerückt, um das Liesker Eingangstor zur neuen Wasserwelt in der Bergbaufolgelandschaft zu bauen. Ähnlich der Anlagen in Buchwalde soll das geschehen. Denn, so betont Volker Mielchen: "Wir müssen das Rad ja nicht neu erfinden."

Die Stellflächen und vor allem das Sanitärgebäude sollen in diesem Jahr noch nutzbar werden. Dies ist vorerst eine Dienstleistung vor allem für Radler und Skater. Denn noch laufen die Arbeiten der Bergbausanierer zum Sichern der neuen Ufer am Sedlitzer See, dem noch mehrere Meter bis zum unteren Endwasserstand fehlen. "Die Planungen für die Böschungen in Regie der Bergbausanierer und unsere für die Strände laufen parallel", versichert Volker Mielchen. Der Seenland-Verband drückt auch angesichts des nur noch bis 2017 laufenden und damit jetzt im Finale befindlichen Braunkohlesanierungsabkommens als eine wichtige Finanzierungsgrundlage auf die Tube. "Für uns hat höchste Priorität, dass der Seestrand Lieske fertig wird", sagt der Verbandsvorsteher auch mit Blick auf die noch unsicheren Zeiten danach. Für wassersportliche Aktivitäten wird der Sedlitzer See den Sanierungsplanungen der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) zufolge allerdings nicht vor dem Jahr 2019 nutzbar. "Aber wir können jetzt endlich die zahlreichen Radler glücklich machen", sagt Volker Mielchen. Für die weitere Erschließung des Liesker Strandbereiches, der sich über etwa 13,7 Hektar erstreckt, sei der Verband mit Interessenten im Gespräch. Es gilt, diese bei der Stange zu halten. In die aktive Werbung um Investitionen kann der Seenland-Verband noch nicht einsteigen. Dies lässt der Sanierungsfortschritt noch nicht zu. Neben dem Badestrand mit einer angemessenen Ausstattung sind auch ein Spielplatz, ein Wasserwanderrastplatz und eine Ferienhausanlage vorgesehen.

Am Großräschener See zeigt sich der neue Stadthafen in der für das Seenland einmaligen hohen Böschung weitgehend fertig. Auch dort wird nun weiter die touristische Basis-Infrastruktur geplant. Wasserzugänge, Strände und Bootsanleger sowie die öffentlichen Wege zum Gesundheits- und Wellness-Ressort, das in privater Regie gebaut werden soll, werden auf den Weg gebracht. Und für den kleinen Schiffsanleger am Großräschener See, der per Zug angereisten Gästen den Umstieg am Sedlitzer Bahnhof ins Wassergefährt ermöglichen soll, wird der Varianten-Vergleich erwartet. Zwei bis drei einfache Zugänge an den Seeufern über schiefe Ebenen auf Fahrgastschiffe sind das Ziel.

Für die neuen Ufer des Altdöberner Sees ist ein Förderantrag aus dem Bergbausanierungstopf für eine Planungsstudie gestellt, bestätigt Volker Mielchen. Dort soll der Masterplan für den neuen Solitär-See in diesem Jahr weiter untersetzt werden. "Ohne Fördermittel ist das nicht finanzierbar", sagt Mielchen. In die Umsetzung freilich könne erst mit einem nächsten Braunkohleverwaltungsabkommen eingetreten werden - auf diesem oder anderen geeigneten Finanzquellen ruhen die Zukunftshoffnungen.