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See-Spielplatz begeistert und kritisch diskutiert

Großräschen. Im Herzen des Stadtumbau-Gebietes, am Scharnier zwischen Großräschen-Nord und dem Malerviertel, will die Stadt den See-Spielplatz errichten. Der Entwurf des heimischen Planungsbüros Subatzus & Bringmann wird von den Bürgern begeistert und kritisch diskutiert. Kathleen Weser

Die Stadt Großräschen schrumpft weiter, obwohl sie nunmehr auch wieder wächst. Stadtoberhaupt Thomas Zenker (SPD) informiert: In der Nordstadt wird auch künftig jährlich oder im Abstand von zwei Jahren ein Plattenbau unter die Abrissbirne kommen müssen Doch das steigende Interesse junger Familien, betagter Paare aus dem ländlichen Umfeld und von Rückkehrern in die Lausitz am Wohnen in Seenähe fordert die Stadtväter auch neu. Für eine familienfreundliche Stadt wird hart geackert - bald auf dem Abriss-Areal der alten Oberschule.

Mit dem See-Spielplatz soll der See auch in die Stadt geholt werden. Gut 500 Meter vom Zentrum entfernt, ganz in der Nähe der Guts-Muths-Grundschule und an der Kreuzung wichtiger Wegebeziehungen in Großräschen soll auf 1,1 Hektar eine moderne Spiel-Oase als Treffpunkt für alle Generationen entstehen. Mit 350 000 Euro deckelt die Stadt gemeinsam mit dem Fördergeldgeber, dem Land, das Investitionsbudget. "Wir müssen uns auch in der Kunst der Selbstbeschränkung üben", kommentiert Bürgermeister Thomas Zenker.

Den Spielplatz-Entwurf hat das heimische Planungsbüro Subatzus & Bringmann unter das Thema "Leinen! los!" gestellt. Der einzige Haupteingang aus Richtung des Malerviertels soll mit Bänken zum Verweilen und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder ausgestattet werden. Die SEE-Würfel der Internationalen Bauausstellung (IBA) "Fürst Pückler Land" wären hier auch bestens platziert, stellt Planerin Anke Manthei fest. Ein geschwungener Rundweg soll das Areal erschließen und die Kinder, Eltern und Großeltern zu den Spielanlagen führen. Der asphaltierte Weg wird auch als Joggingstrecke und Rollbahn nutzbar.

Die Aktionsflächen und Spielorte haben ein Leitmotiv: den See. Am, auf und im Wasser. Als weithin sichtbares Zeichen ist ein Kletter-Leuchtturm mit Sicht auf den Kirchturm vorgesehen. Das Seilspiel- und Klettergerät ist namensgebend, Leinen! los!, "und für fast jede Altersgruppe geeignet", versichert Anke Manthei.

Ein Unterwasserspiel im See eröffnet den Kindern auf dem Trockenen die Perspektive eines Fisches oder Tauchers. Geschwungene Metallpfosten halten einen Seilgarten und Netze, die auf unterschiedlichen Höhen erobert werden können. Die Idee der Planer wird durch den Wunsch des Kinderbeirates der Stadt ergänzt, ein Spielhaus oder Schiffswrack zum Verstecken zu integrieren. Auch eine Strandwühlkiste oder eine Taucherglocke sind zu diesem Zwecke denkbar. Klassische Angebote wie Schaukeln und Rutschen sowie Sandspiele sind auch geplant. Sonnensegel sollen über den Backtischen für Schutz sorgen.

Vorgesehen ist zudem ein Fitnessbereich mit Geräten für jedermann. Und auch eine Knotenlehre für angehende Segler ist eine Idee, die gut ankommt.

Gräser, die das Bild eines Schilfgürtels am See erzeugen, und Bäume sowie viel Rasenfläche sollen Struktur in den Spielplatz und zum Umfeld bringen.

Der geplante Zaun als Schutz gegen Vandalismus, der einzige Eingang und der Verzicht auf eine Matsch-Ecke für Kleinkinder werden kontrovers diskutiert. Eine Seilbahn vom Hügel herab kommt auf die Wunschliste. Die Ideen aus der jüngsten Einwohnerversammlung nimmt das Büro mit, um "die Verlockung auch für die Computer-Kids", wie der Bürgermeister hofft, jetzt konkret zu Papier zu bringen.