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Radwege
Der See-Rundweg wird kalt flott gemacht

Heiko Wiedner bedient die Fräse.
Heiko Wiedner bedient die Fräse. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. Baustelle auf etwa fünf Kilometern Länge zwischen Niemtsch und Großkoschen eröffnet. Von Kathleen Weser

Der heiß geliebte Radler-Rundweg um den Senftenberger See ist derzeit auf weiter Strecke gesperrt. Denn die  Asphaltpiste wird auf knapp fünf Kilometern Länge auf Vordermann gebracht. Die Wurzeln der Bäume am Waldesrand haben sich teilweise weit vorgearbeitet. Aufbrüche machen den Radweg unsicher. Deshalb schreitet der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) zur Tat.

Für Torsten Hundt, Polier des bauausführenden Unternehmens Straßen- und Tiefbau Welzow ist die Baustelle ein normaler Job. „Bis zur nächsten Woche wird das Abfräsen noch andauern“, stellt er fest.

Auf der Arbeitsmaschine, die den alten Asphalt aufnimmt und praktisch fast zum Pulver zerschreddert, ist Heiko Wiedner am Werk. Kalt macht er dem ausgedienten Radweg den Garaus. Mit der Mächtigkeit der Asphaltschicht, die etwa 15 Zentimeter beträgt, hat er den Bordcomputer gefüttert. Bis auf das - in vielen Bereichen nur vermutete - Schotterbett trägt die mächtige Kaltfräse das betagte Material spielend leicht ab. Dass das Gerät mustergültig seinen Dienst tut, kann der Maschinenführer in der modernen Kabine von einer Kamera übertragen genau verfolgen - um im Bedarfsfall auch sofort präzise nachzusteuern. Mehr als 11 000 Kubimeter Asphalt sind am Senftenberger See aufzunehmen und abzutransportieren. Das nimmt etwa zwei Tage in Anspruch. Innerhalb von nur wenigen Minuten arbeitet sich die Fräsmaschine gute zehn Meter bis auf den nackten Waldboden tief und vorwärts. Jeweils 18 Tonnen akkurat zerkleinerter Asphalt landen dann auf dem Kipperfahrzeug. Zwei Lastkraftwagenfahrer rücken im Wechsel an und ab. Die Großbaustelle im Wald bei Peickwitz brummt. Und auch am Radweg zum Familienpark Großkoschen und in der Ferienanlage selbst wird hart gearbeitet. Pünktlich nach der Saison im Lausitzer Seenland wird das geschnürte Investitionspaket realisiert. Ende März, so der Plan, sollen die Radler und Skater wieder die große Runde um den Senftenberger See drehen können.

Das Land verkürzt den Weg für radtouristisch ausgerichtete Betriebe an einen Fördertopf jetzt übrigens um zwei Kilometer: Tourismusunternehmen in einer Entfernung von sieben Kilometern zu einem der 29 Fernradwege Brandenburgs können ein Programm nutzen, das beispielsweise Unterstände und Reparaturstützpunkte für Fahrräder finanziell bezuschusst. Bislang hat das „Wachstumsprogramm für kleine Betriebe“ nur im Abstand von fünf Kilometern rund um Fernradwege gegriffen. Die Mindestinvestitionssumme für die kleinen Betrieb ist allerdings bei 60 000 Euro festgelegt. Touristiker kritisieren das als eine sehr hohe Hürde für Klein- und Familienbetriebe im ländlichen Raum. Große Verbände indes profitieren.

Der Radweg um den Senftenberger See wird auf etwa fünf Kilometern erneuert und mit einer Wurzelbarriere geschützt.
Der Radweg um den Senftenberger See wird auf etwa fünf Kilometern erneuert und mit einer Wurzelbarriere geschützt. FOTO: Steffen Rasche