ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:44 Uhr

Wirtschaft
Sedlitzer Nordufer jetzt Baustelle

 Der Senftenberger Bauamtsleiter Carsten Henkel und Antje Derksen, die Projektverantwortliche, zeigen den Bauplan.
Der Senftenberger Bauamtsleiter Carsten Henkel und Antje Derksen, die Projektverantwortliche, zeigen den Bauplan. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Senftenberg/Sedlitz. Die Erschließung des Gewerbegebietes am Sedlitzer See soll im Jahr 2021 abgeschlossen sein. Derzeit bewerben sich 34 Unternehmen um die Flächen auf dem 22 Hektar großen Bauland. Von Torsten Richter-Zippack

30 Hektar groß ist das im Bau befindliche Gewerbegebiet am Nordufer des Sedlitzer Sees. 22 Hektar davon sind reines Bauland. Und derzeit wollen 34 Unternehmen, davon mehr als die Hälfte aus der Region, im einzigen Brandenburger Gewerbegebiet direkt am Wasser bauen. Doch bevor die Firmen anrücken können, muss das Areal zwischen der B 156 im Norden und dem Sedlitzer See im Süden erschlossen werden.

Seit Monaten sind mehrere Firmen zugange. Nach Angaben von Bauleiter Dirk Hoffmann vom Freienhufener Unternehmen Matthäi wird derzeit die Trinkwasserleitung gebaut. Weitere Anschlüsse für Gas, Strom und Internet sollen folgen. Rund 1,3 Kilometer Straßen, ein größerer Parkplatz mit 200 Stellflächen sowie ein öffentlicher Hafen mit Slipanlage und Wellenbrecher entstehen. Die Bergbausaniererin Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) errichtet einen Stützpunkt für das im September 2016 in Dienst gestellte Bekalkungsschiff Klara.

Der größte Vorteil des Sedlitzer Nordufers: „Es kann am Wasser und teilweise sogar im Wasser gebaut werden“, erklärt Andreas Fredrich, der Bürgermeister der Stadt Senftenberg. Der Standort sei ausschließlich wasseraffinem Gewerbe vorbehalten. Wie viele Baugrundstücke letztlich entstehen werden, sei derzeit noch nicht bekannt. Der Grund: „Wir wollen die Flächen so individuell wie möglich zuschneiden.“ Doch bevor es soweit es, werde es erst eine Ausschreibung geben. Die Bedingungen werden die Stadtverordneten festlegen. Die ersten Unternehmen könnten im Jahr 2021 mit ihren Investitionen starten. Bis dahin wollen sowohl Stadt als auch Bergbausaniererin ihre Erschließungsarbeiten beendet haben.

 Derzeit laufen die Arbeiten an der Trinkwasserleitung für das Gewerbegebiet am Sedlitzer Nordufer.
Derzeit laufen die Arbeiten an der Trinkwasserleitung für das Gewerbegebiet am Sedlitzer Nordufer. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Der Bürgermeister prognostiziert, dass sich der Standort „super entwickeln wird“. Ob perspektivisch eine Erweiterung des Gewerbegebietes erfolgen kann lässt das Stadtoberhaupt offen. Dazu müsste ein neuer Bebauungsplan erstellt werden.

Ohnehin hat die Planung für das jetzige Areal bereits mehrere Jahre gedauert. Immer wieder musste der Baustart verschoben werden. Zum einen haben die Bergbausanierer zunächst die komplette Seeböschung aufwendig gesichert. Zum anderen zog sich das Becshaffen von Fördergeld in die Länge. Die Stadt Senftenberg als Bauherrin erhält rund 7,5 Millionen Euro vom Land Brandenburg für das insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro teure Vorhaben. Ein möglichst großer Anteil der Summe aus dem kommunalen Haushalt soll durch die kommenden Grundstücksverkäufe refinanziert werden, kündigt Andreas Fredrich an.

Außerdem haben Naturschutzbelange Zeit beansprucht. So mussten Ameisenhaufen, Eidechsen und bodenbrütende Vögel umgesiedelt werden. Und eine Waldfläche war in Bauland umzuwandeln. Während die Ameisen in einem halben Kilometer Entfernung ein neues Zuhause gefunden haben, leben die Zaun­eidechsen jetzt am Koschener Kanal, sagt die Projektverantwortliche der Stadt Senftenberg, Antje Derksen. Übrigens: Für das zweite Baufeld des Gewerbegebietes gibt es aus Artenschutzgründen bislang keine Baugenehmigung der Naturschutzbehörde des Landkreises. Derksen rechnet aber im kommenden Herbst mit der Erlaubnis.