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Lausitzer Seenland
Sedlitzer macht die Rostlaube wieder auf

Für den Imbiss Rostlaube ist ein neuer Betreiber gebunden. Das Gebäude an der Landmarke musste nach einem Brand neu errichtet werden.
Für den Imbiss Rostlaube ist ein neuer Betreiber gebunden. Das Gebäude an der Landmarke musste nach einem Brand neu errichtet werden. FOTO: Torsten Richter-Zippack / Torsten Richter-Zppack
Kleinkoschen/Sedlitz. Der Ansturm der Radler und Skater auf die See-Rundwege ist zum warmen Frühlingsstart groß. Die Sorge für eigenen Proviant ist noch ratsam. Aber der Imbiss an der Landmarke Rostiger Nagel wird ab Mai wieder bewirtschaftet. Von Torsten Richter-Zippack

Die sonnenhungrigen Radler und Skater stürmen am Wochenende das Lausitzer Seenland. Auch an der Landmarke Rostiger Nagel herrscht Hochbetrieb. Noch ist die Rostlaube, der Imbiss, dicht. Mit Mai-Start will  aber der Sedlitzer Steffen Philipp hier aktiv werden.

„Eigentlich wollten meine Frau und ich arbeitsmäßig etwas ruhiger treten. Jetzt starten wir aber noch mal voll durch“, sagt der 52-Jährige. Was kaum bekannt sei: Der Rostige Nagel und damit auch die Rostlaube bilden den südlichsten Teil der Sedlitzer Gemarkung. „Und jetzt wird ein Sedlitzer den Imbiss betreiben“, kündigt Philipp an. Das sei doch Ansporn genug, findet der alteingesessene Sedlitzer. Seine Frau habe ihn vom ehrgeizigen Vorhaben keinesfalls abhalten wollen. Im Gegenteil: „Sie sagte, wir machen das. Und damit war die Sache entschieden“, betont Steffen Philipp.

Das Mini-Lokal am neuen See sei nun komfortabler als zuvor ausgestattet. Der Seenland-Verband musste das Gebäude nach einem Vollbrand neu errichten lassen. Modernen Sanitäranlagen sollen ab Mai wieder nutzbar sein. Eine breite Fensterfront des Imbissraumes öffnet nun den Blick zum Rostigen Nagel hin. Abends werde diese mit Cortenstahl-Platten verschlossen, also dem gleichen Material, aus dem der 30 Meter hohe Aussichtsturm besteht.

Betreiber Philipp plant auch Veranstaltungen wie Frühschoppen mit Blasmusik. Auch für den 23. Oktober, den zehnten Jahrestag der Eröffnung des Rostigen Nagels, hat er Ideen. Bis Ende Oktober laufe die Saison, ein Jubiläumsfest wäre ein würdiger Ausklang. Der Sedlitzer hat mit dem Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) für die Rostlaube einen Dreijahresvertrag abgeschlossen. Im ersten Jahr rechnet er mit 100 bis 150 hungrigen und durstigen Gästen pro Tag.

Bereits seit 13 Jahren führt Steffen Philipp einen Getränkehandel in seinem Heimatort. „Meine Familie unterstützt mich dabei maßgeblich. Ist Not am Mann, hilft auch mal meine inzwischen 72-jährige Mutter aus“, erzählt der Unternehmer. Für die Rostlaube habe er eine gelernte Köchin gewonnen. „Jeweils zwischen 10 und 14 Uhr werden meine Frau und ich die Gäste beköstigen, anschließend meine Aushilfskraft“, kündigt Philipp an.  Um den Getränkeladen kümmere sich verstärkt zukünftig Philipps Schwester.

Darüber hinaus sollen in der Rostlaube mit künftig zehn Sitzplätzen über den Imbiss hinaus auch Informationen zu Land und Leuten serviert werden. „Dafür bin ich prädestiniert“, sagt Steffen Philipp selbstbewusst. Schließlich war der gelernte Maschinist für Großgeräte viele Jahre lang in der Tagebau-Entwässerung tätig, anschließend in der Bergbausanierung. Seit Herbst 2014 ist Steffen Philipp Sedlitzer Ortsvorsteher. Ob er sich im kommenden Jahr wieder zur Wahl stellt, will er jetzt noch nicht entscheiden. Allerdings kribbele es ihm schon in den Fingern, begonnene Projekte weiterzuführen: wie die Sedlitzer Bucht. Hier soll eine Wohnsiedlung direkt am Wasser entstehen.

Als hätte Philipp nicht schon genug zu tun, betätigt er sich auch noch im heimischen Sportverein Blau-Weiß. „Ich stehe bei unserer Altherren-Mannschaft im Fußballtor. Das ist ein wunderbarer Ausgleich“, berichtet der Freizeitsportler. Auch künftig wolle er seine Jungs nicht hängen lassen.

Wie er das alles schafft? „Nun, ich habe eine sehr verständnisvolle Frau und Familie. Da ziehen alle mit. Manchmal lassen sich Abstriche aber nicht ganz vermeiden. Beispielsweise beim Schlafen. Dann und wann komme ich pro Nacht auf nur vier Stunden. Aber das sind mir mein Heimatort, mein Unternehmen und mein neues Abenteuer Rostlaube wert.“