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| 11:46 Uhr

Ortsteilrundgang
Sedlitzer freuen sich auf Feuerwehr-Museum

Stolz präsentiert Kerstin During ihr Wohnhaus, das wohl älteste bewohnte Gebäude in Sedlitz.
Stolz präsentiert Kerstin During ihr Wohnhaus, das wohl älteste bewohnte Gebäude in Sedlitz. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Sedlitz. Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich hat zum Ortsteilrundgang geladen, und rund 40 Bürger sind dabei. Von Torsten Richter-Zippack

Das neue Sedlitzer Feuerwehrgebäude an der Mühlenstraße ist Anfang Mai offiziell eingeweiht worden. Sein Vorgängerbau, mit dem markanten Türmchen, steht nun leer. Doch die Kameraden wollen das Klinkergebäude weiter nutzen. „Wir planen dort einen Treffpunkt für unseren Feuerwehrverein mit seinen rund 40 Mitgliedern“, sagt Ortswehrführer Michael Paulisch. Mehr noch: „Uns schwebt eine kleine Ausstellung zur Feuerwehr- und Ortsgeschichte vor.“ Der Sedlitzer Kamerad Udo Schmidt habe über die Jahre zahlreiche Exponate zusammengetragen, für die nun langsam der Platz knapp werde. Da käme die alte Feuerwehr für ein Museum gerade recht.

Inzwischen habe der Förderverein, so berichtet Paulisch, ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Die Stadt Senftenberg ist von der Idee sehr angetan. Klappt alles wie geplant, könne der Förderverein die Immobilie zum Jahresbeginn 2019 von der Kommune erwerben. Dafür bedürfe es aber noch der Zustimmung der Stadtverordneten, sagt Bürgermeister Andreas Fredrich.

Indes sind die Sedlitzer Kameraden mit ihrem neuen Domizil sehr zufrieden. Nur mit dem Telefon hapere es noch. „Das entsprechende Unternehmen arbeitet aber an einer Lösung“, erklärt Michael Paulisch.

Eine weitere Station während des jüngsten Ortsteilrundgangs ist natürlich der Lindengarten. Dort findet noch bis Sonnabend, 26. Mai, die sechste Auflage des „Mosh-gegen-Krebs“-Festivals des gleichnamigen Vereins statt, sagt Mitorganisator Christian Schroschk. Für die ehemalige Lindengarten-Gaststätte, die seit vielen Jahren leer steht, gebe es indes kaum Hoffnung, wie Andreas Fredrich anmerkt. „Das Objekt ist in privater Hand, da können wir nichts machen.“ Tatsächlich verfällt die Immobilie in der Ortsmitte weiter. 

Gleich nebenan treffen die Senftenberger Straße, die Schul- und die Mittelstraße sowie die Hauptstraße aufeinander. „Eine besonders für Ortsfremde verworrene Verkehrssituation“, merkt ein Sedlitzer an. Manche Radtouristen würden an diesem Knoten von ihren Rädern springen und erst mal ihre Karten hervorkramen. Die Stadt Senftenberg will jetzt die Beschilderung überprüfen. In diesem Zusammenhang regt der Sedlitzer Klaus-Dieter Stand eine generelle Rechts-vor-Links-Regelung für den Ort vor. „Damit würden wir das Tempo von den Straßen nehmen“, lautet seine Begründung.

Nur einen Steinwurf entfernt befindet sich der erst am 5. Mai eingeweihte kommunale Spielplatz an der Mittelstraße. Durch die Kinder wurden bereits im März um die 70 Zaunlatten verziert, erinnert sich Antje Derksen vom Stadtplanungsamt. Bürgermeister Fredrich legt noch einen drauf: „Ein paar Latten sind noch übrig. Wer 100 Euro spendet, darf eine bemalen. Das Geld kommt weiteren Kinderprojekten in unserer Stadt zugute.“

Während des Ortsrundganges wird auch das Asylbewerberheim nicht ausgelassen. Nach Angaben der Heimleitung sind dort aktuell 110 Menschen untergebracht, insbesondere Tschetschenen, Afghanen und Afrikaner. Klar wollen die Sedlitzer wissen, ob es dort stets friedlich zugeht. Es komme immer wieder zu „kleineren Auseinandersetzungen“, heißt es.

Nicht weit entfernt befindet sich das Sedlitzer Bürgerhaus, das auch den örtlichen Kindergarten beheimatet. Die Einrichtung aus dem Jahr 1987 muss dringend saniert werden, sagt Leiterin Ines Kühne. Besonders nachteilig sei, dass sich der Kindergarten nicht ebenerdig, sondern im ersten Stock befindet. Bürgermeister Fredrich würde in dieser Frage heute wohl anders entscheiden. Allerdings liegt dieses Problem vor seiner Zeit als Stadtoberhaupt. Jedenfalls befindet sich im Erdgeschoss jetzt der Bürgersaal. Das Haus der jungen Naturforscher zähle aktuell 44 Kinder bei insgesamt 47 Plätzen.

Das wahrscheinlich älteste bewohnte Haus im Senftenberger Ortsteil ist ebenfalls Thema während des Ortsrundgangs. Das rund 300-jährige Gebäude befindet sich an der Bahnhofstraße und gehört Familie During. „Wir wohnen hier mindestens bereits in der vierten Generation“, sagt Klaus-Dieter During. Wo sich einst der Schafstall befand, sei heute das Büro. Das unter Denkmalschutz stehende Häuschen habe sogar den großen Dorfbrand im Jahr 1803 überstanden. Kerstin During kündigt an, dass das Gebäude erstmals zum Denkmalstag am 9. September geöffnet sein werde.

Kindergarten-Leiterin Ines Kühne (2.v.r.) erklärt, was in ihrer Einrichtung alles saniert werden müsste. Bürgermeister Fredrich verspricht Abhilfe in den kommenden Jahren.
Kindergarten-Leiterin Ines Kühne (2.v.r.) erklärt, was in ihrer Einrichtung alles saniert werden müsste. Bürgermeister Fredrich verspricht Abhilfe in den kommenden Jahren. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Die Teilnehmer des Ortsrundganges in Höhe der ehemaligen Sedlitzer Feuerwehr. Dort könnte ein kleines Museum entstehen.
Die Teilnehmer des Ortsrundganges in Höhe der ehemaligen Sedlitzer Feuerwehr. Dort könnte ein kleines Museum entstehen. FOTO: Torsten Richter-Zippack