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| 17:11 Uhr

Besuchermagnet für Mensch und Tier
Naturschützer staunen über Schwalben im Rostigen Nagel

 Vom kugelrunden Nest der Mehlschwalben unter der Eisentreppe ist ein Teil abgebrochen. Trotzdem wurden hier zwei Junge großgezogen, die bald ausfliegen.
Vom kugelrunden Nest der Mehlschwalben unter der Eisentreppe ist ein Teil abgebrochen. Trotzdem wurden hier zwei Junge großgezogen, die bald ausfliegen. FOTO: Renate Kupfer
Sedlitz. Der rostige Nagel am Sedlitzer See ist seit seiner Fertigstellung 2008 ein beliebter Besuchermagnet im Lausitzer Seenland – auch für Schwalben. Von Rudolf Kupfer

Dass auch Mehlschwalben ständige Gäste im Rostigen Nagel sind, war nicht zu erwarten und setzt Touristen und Naturschützer immer wieder in Erstaunen. Mitten in der Bergbaufolgelandschaft fühlen sich die pfeilschnellen Flieger wohl und ziehen hier ihren Nachwuchs groß.

In diesem Jahr sind 14 Nester, die kugelförmig an den Unterseiten der Eisenstufen kleben, besetzt. Offensichtlich durch die anhaltende Trockenheit sind einige Nester ganz oder teilweise abgefallen. Möglich ist auch, dass andere Tiere, wie Spatzen, Elster und Waschbär, die kunstvollen Bauwerke zerstören.

Der ständige Besucherstrom auf dem 30 Meter hohen Aussichtsturm stört die als Glücksbringer bekannten Vögel nicht. Sie sind zurzeit im Dauereinsatz, um ihren Nachwuchs zu versorgen. Reisegruppen aus Berlin und anderen Orten freuen sich über dieses hier unerwartete Naturwunder und die Begegnung mit den kleinen Fliegern. Sie vermissen aber entsprechende Informationen vor Ort dazu. Dass der Turm mit erheblichem Aufwand mit Kotblechen nachgerüstet wurde, empfinden sie als eine nützliche Investition zum Schutz der Tiere und Besucher.

Ob es in diesem Jahr nach der späten Ankunft, insbesondere der Mehlschwalben, und wegen der anhaltenden Trockenheit noch eine zweite Brut gibt, bleibt abzuwarten. Denn auch das Gewitter am vergangenen Wochenende brachte kaum Entspannung. Eine Sturmwalze der Stärke 9 brachte diese Gewitterfront zwar in die Lausitz, verbunden mit dem lang ersehnten Regen. Dessen Ergiebigkeit aber war erneut nur gering. An den Messstellen Lindenau, Klettwitz und Bolschwitz/Calau wurden lediglich fünf, acht und neun Millimeter Niederschlag registriert. Zu Schäden ist es nicht gekommen..