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| 13:40 Uhr

Lausitzer Seenland
Dritter Anlauf für Festival im Seenland

Das Feuerwerk zum Abschluss des Hafenfest ist im vergangenen Jahr ein besonderes Erlebnis gewesen. Foto: Peter Aswendt
Das Feuerwerk zum Abschluss des Hafenfest ist im vergangenen Jahr ein besonderes Erlebnis gewesen. Foto: Peter Aswendt FOTO: Peter Aswendt
Senftenberg/Partwitz/Boxberg. Drei große Party-Events sind im Sommer an den neuen Ufern geplant: Das Senftenberger Hafenfest rückt eine Woche nach vorn und am Partwitzer und Bärwalder See finden Festivals dummerweise am gleichen Juni-Wochenende statt.

Dritter Anlauf für das Seenland-Festival: Nach mehreren gescheiterten Versuchen seit 2013 soll es in diesem Sommer nun erneut ein großes Musikfestival am Partwitzer See geben. Unter dem Titel „Sealand Festival“ wird das Ostufer des Partwitzer Sees am zweiten Juni-Wochenende großflächig in flimmernde Techno-Soundwelten getaucht. Das kündigen die neuen Veranstalter des Festivals – die Hamburger Agentur Music Minds Concerts (MMC) – an. Geplant seien während des dreitägigen Festivals vom 8. bis 10. Juni mehr als 100 Programmpunkte auf drei Hauptbühnen, einer Strandbühne und einem Sechs-Master-Zelt. Das Line up – also die Liste der gebuchten Künstler, DJs und Acts – wollen die Hamburger allerdings erst im Februar veröffentlichen, „wenn alle Verträge unter Dach und Fach sind“, sagt Winfried Brockmann von MMC.

Damit ist dies nun bereits der dritte Versuch, ein überregional ausstrahlendes Musik-Großereignis im Lausitzer Seenland zu etablieren. Im Jahr 2013 brachte das erste Seenland-Festival zwar Stars wie David Guetta und die Toten Hosen auf die Bühne am Partwitzer See, allerdings am Ende auch ein Millionen-Defizit mit sich.

Drei Jahre später versuchte eine Agentur aus der Nähe von Leipzig den Neustart mit anderem Konzept, einer großen Bühne, die wie ein blauer Krake aussah und internationalen DJs. Doch an dem verregneten Wochenende im Juli 2016 bleiben die tanzwütigen Partygäste aus – und die Leipziger Veranstalter zogen nach einem Jahr Bedenkzeit auch wieder resigniert von dannen.

Nun wollen also die Hamburger Veranstalter ihr Glück versuchen. Sie sehen in der neu geschaffenen Wasserlandschaft die perfekte Kulisse für ein internationales Festival, in das die Macher all ihre Erfahrung einbringen wollen. Und Erfahrung haben die Hamburger: MMC sei immerhin seit rund 30 Jahren im Konzert- und Tourneegeschäft tätig, hat Konzerte mit solchen Rockgrößen wie The Rolling Stones und David Bowie organisiert und setzt nun auch auf die neue Szene der Techno-Musik. „Wir haben die Fehler, die unsere Vorgänger gemacht haben, genau analysiert“, ergänzt Brockmann. Man glaube fest daran, sein ausgefeiltes Konzept am Ufer des Partwitzer Sees umsetzen zu können.

Diese Hoffnung haben auch die drei Anrainer-Kommunen, die die Idee von einem weit ausstrahlenden Festival im Lausitzer Seenland ausdrücklich noch nicht ad acta gelegt haben. Deshalb haben die Städte Senftenberg, Hoyerswerda und die Gemeinde Elsterheide bereits vor ein paar Monaten einen Kooperationsvertrag mit den neuen Veranstaltern abgeschlossen. Die Hamburger Agentur stellt darin für zehn Jahre ihr Engagement im Seenland in Aussicht, die Kommunen sichern im Gegenzug ihre Hilfe bei allen administrativen Dingen und beim Knüpfen eines Netzwerkes zu. Die Unterzeichnung des Vertrages ist im vergangenen Jahr anders als noch 2015 „ganz ohne großes Brimborium erfolgt“, sagt Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark. Er hält das Konzept für das neue Techno-Festival  für ziemlich erfolgversprechend, denn die Hamburger wollen den Gedanken der ökologischen Nachhaltigkeit passend zur renaturierten Bergbau-Region auf dem Festivalgelände umsetzen.

Auch bei der Stadt Hoyerswerda sieht man das Festival als Chance. „Ausgehend von der überregional wahrgenommenen Auftaktveranstaltung 2013 sehen die Auftraggeber in der langfristigen Etablierung eines solchen Highlights ein geeignetes Instrument für eine positive nationale und internationale Darstellung des Lausitzer Seenlandes“, teilt Hoyerswerdas Pressesprecher Bernd Wiemer mit.

Etwas ärgerlich ist allerdings: Das neue Festival liegt mit seinem Termin im Juni genau auf dem für das Holi Open Air am Bärwalder See geplanten Wochenende. Am Boxberger Ufer des Sees soll am 9. Juni nämlich zum sechsten Mal die Farbenrausch-Party der Lausitz starten. Die dauert einen Tag lang und hat sich in den vergangenen Jahren als feste Größe mit Tausenden Besuchern etabliert. Was die Termin­dopplung nun bewirken wird, bleibt abzuwarten, sagt Roman Krautz. Der Wirtschaftsförderer und See-Manager in der Gemeinde Boxberg hat auch ein anderes Event noch nicht ganz abgeschrieben. Für das Cherry Beach Festival, das 2015 und 2016 zweimal am Bärwalder See veranstaltet wurde, gibt es bislang zwar noch immer keine verbindlichen Aussagen zur Zukunft. „Aber es finden weiterhin Gespräche statt“, bestätigt Krautz.

Am Ufer des Senftenberger Sees rückt das große Senftenberger Hafenfest indes in diesem Jahr etwas nach vorn. Wie Stadtsprecher Andreas Groebe bestätigt, findet das Hafenfest diesmal am 11. und 12. August statt und geht damit vom angestammten dritten August-Wochenende weg. Grund: Die Veranstalter wollten nicht mit dem brandenburgischen Einschulungstermin am 18. August ins Gehege kommen. Als Organisator für das Hafenfest tritt wie in den Vorjahren die Arbeitsgemeinschaft Hafenfest auf, die wiederum eine Veranstaltungsagentur für das Bühnenprogramm bindet. Auch das soll wie im Vorjahr die Agentur „Seenland Kreativ“ sein, so Groebe.

 Erste Höhepunkte aus dem Programm können allerdings erst im März öffentlich gemacht werden. „Das Hafenfest wird aber wie gewohnt mit seinem ausgeprägten Familiencharakter und natürlich mit Höhepunkten auf dem Wasser aufwarten“, soviel kann Veranstaltungsmanager Martin Hanschick schon mal versichern. Auch 2018 soll das Senftenberger Hafenfest wieder das größte Volksfest im Seenland sein.