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| 17:22 Uhr

Neue Pläne
Der Wasserturm soll Denkmal werden

Schwarzheide. Der 36 Meter hohe Bauwerk gilt als Schwarzheider Wahrzeichen. Bürgermeister Schmidt hat mit dem Turm noch mehr vor. Von Torsten Richter-Zippack

War das ein Spektakel! Am 8. September vorigen Jahres hatte sich erstmals in der Schwarzheider Geschichte ein Bürgermeister vom Wasserturm abgeseilt. Anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Stadtrecht“ kletterte und schwebte Christoph Schmidt aus 36 Metern Höhe unter den Augen hunderter Besucher direkt auf das Festgelände.

Dass das Stadtoberhaupt zum Wasserturm eine besondere Beziehung pflegt, steht nicht nur wegen jener artistischen Übung außer Frage. „Der Turm ist schließlich unser Wahrzeichen. Und von meinem Büro im Bürgerhaus blicke ich direkt auf das Bauwerk“, sagt Schmidt.

Jetzt soll der Wasserturm unter Denkmalschutz gestellt werden. Nach Angaben des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums ist das entsprechende Verfahren derzeit im Gange. Wann es abgeschlossen ist, kann Sprecherin Julia Küchle gegenwärtig noch nicht sagen. Mit dem Denkmalstatus sei der Erhalt des Bauwerkes für die nächsten Generationen gewährleistet, ergänzt Bürgermeister Schmidt.

Der in den Jahren 1943/1944 erbaute Wasserturm sollte ursprünglichen Plänen zufolge eine doppelte Funktion einnehmen. Zum einen war er als Teil des bis heute nicht gebauten Schwarzheider Rathauses konzipiert. Darüber hinaus, und das lässt bereits der Name vermuten, diente der Wasserturm als Druckerhöhungsstation. Vor genau 60 Jahren ging er allerdings außer Betrieb.

Das Bauwerk wurde vom neuen Wasserwerk Tettau, der ebenfalls neuen Ringwasserleitung sowie dem neu errichteten Wasserturm in Lauchhammer-Ost abgelöst.

In der Denkmalliste des Landesamtes mit Stand Januar dieses Jahres sind bereits brandenburgweit 130 Wassertürme eingetragen. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gehören die Bauwerke in Ruhland (am Bahnhof), in Lübbenau und in Saßleben bei Calau dazu.

Geht es nach der Stadt, könnte mit dem Wasserturm noch viel mehr passieren. „Es wäre sehr wünschenswert, ihn für die Bevölkerung erlebbar zu gestalten“, kündigt Bürgermeister Christoph Schmidt an. Das solle in enger Abstimmung mit den Denkmalschützern geschehen. Denkbar sei natürlich in erster Linie die Nutzung als Aussichtspunkt. Aus 36 Metern Höhe genießen Besucher einen 360-Grad-Blick über Schwarzheide und das Umland. Im Süden zeichnen sich bei guter Sicht die rund 35 Kilometer entfernten Kamenzer Berge ab.

Derzeit gebe es im Turm zwar eine Treppe, doch sei diese schmal und steil und daher längst nicht für jeden begehbar. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, wäre ein Panorama-Fahrstuhl, der außen am Turm angebaut werden könnte. Darüber hinaus sei ein zusätzliches Gebäude mit Sanitäranlagen vonnöten. Nicht zuletzt schwebt Christoph Schmidt die Etablierung eines Standesamtes im Turm vor. Dazu müsste der einige Zeit vom örtlichen Kultur- und Heimatverein für Ausstellungen genutzte Raum umgestaltet werden.

Ob die Visionen oder zumindest eine davon tatsächlich realisiert werden können, hängt von der Einschätzung der Denkmalschützer und ebenso von den erforderlichen Finanzen ab.

Derzeit befindet sich im Turmfuß eine Gaststätte. Die Turmspitze prägen mehrere Sendemasten. „Die müssten natürlich verlegt werden“, sagt Schmidt. Die Stadt benötige ohnehin eine neue Verteilung der Sendemasten, da es in den Stadtteilen Ost und West Versorgungsschwachpunkte gebe.

Im Jahr 2019 wird sich die Außensanierung des Schwarzheider Wasserturmes zum 25. Mal jähren. Zeitgleich hatte die Geburtsstunde des Wasserturmfestes, der größten Party in Schwarzheide, geschlagen.