ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:54 Uhr

Tag der offenen Tür
Schwarzheider nehmen ihr Haus an

 Regine Thieme, Lehrerin an der Grundschule Wandelhof, zeigt Ayden Schlenge (8), wie man mit der Töpferscheibe umgeht.
Regine Thieme, Lehrerin an der Grundschule Wandelhof, zeigt Ayden Schlenge (8), wie man mit der Töpferscheibe umgeht. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Schwarzheide. Das Haus der Begegnung gilt als neues Schmuckstück der Stadt Schwarzheide. Jetzt haben Stadt, Schule und Vereine zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Von Peter Aswendt

Schon um 10 Uhr ist das Interesse der Bürger enorm. Der architektonisch interessante Anbau an der Grundschule Wandelhof hat sich als wahre Perle in der Stadt Schwarzheide entwickelt. „Wir haben immerhin vier Millionen Euro hier rein gesteckt“, weiß Bürgermeister Christoph Schmidt. Aus dem damaligen Dilemma, das die Erhaltung von Versorgungsräumen und Schulspeisung im Keller der Schule durch das steigende Grundwasser unmöglich machte, ist eine Lösung geworden, die den Schülern, Vereinen und Bürgern der Stadt zugutekommt. „Das Gebäude ist gleichzeitig Aula und Speiseraum für die Schule. Vereine und Verbände können das Haus dann bis 22 Uhr nutzen“, zeigt der Bürgermeister die Möglichkeiten auf. Besonderen Wert legt das Stadtoberhaupt darauf, dass der Neubau komplett barrierefrei ist: „Hier haben auch ältere Bürger und Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, ihrer Freizeit zu verbringen“, resümiert Christoph Schmidt. „Es ist eben ein Haus der Begegnung zwischen Jung und Alt.“

Für Elke Voigt, Rektorin der Schule, nimmt die Begegnung zwischen Jung und Alt schon konkretere Pläne an: „Wir möchten interessierte ältere Menschen als Lesepaten für die ersten und zweiten Klassen gewinnen“, erzählt sie. Im Gegenzug werden sich die Kinder bei den Senioren mit kleinen Musikprogrammen revanchieren. Natürlich ist die Rektorin besonders begeistert von den neuen Möglichkeiten, die die 276 Schüler der Grundschule Wandelhof durch das Haus der Begegnung genießen können: „Welche Grundschule hat schon eine Aula“, zeigt sie sich stolz. „Dass unsere Kinder jetzt auch in dieser herrlich hellen Umgebung ihr Mittagessen einnehmen können, macht mich froh“, fügt sie hinzu. Die Schüler bedanken sich auf ihre Weise und stellen ihre Arbeiten aus dem Kunstunterricht aus.

Im Obergeschoss des Hauses kann Technisches erkundet werden. Neben dem Computerkabinett, das mit seinen 18 Arbeitsplätzen von der Schülerfirma „Jugendserviceteam“ des Emil-Fischer-Gymnasiums betrieben wird, ist der Töpferraum eine gut besuchte Anlaufstelle. Die Dozentin Ina von Bargen-Liebscher zeigt im 45-Minuten-Takt, wie aus einer grauen Masse eine Schale oder ein Teller entsteht. Die Gelegenheit nehmen auch Lehrer der Grundschule wahr und lassen sich in die Geheimnisse der Töpferkunst einweisen: „Wir wollen diese kreative Arbeit auch in unseren Unterricht einfließen lassen“, beschreibt Regina Thieme, Lehrerin für Deutsch, Mathematik und Musik, ihre Intention. Der Töpferraum mit seinen zehn Töpferscheiben wird sicherlich selten stillstehen, denn in den Dialog mit dem Ton können auch begeisterte Hobbytöpfer in verschiedenen Töpferkursen gehen. Mit dem nagelneuen Brennofen darf dann auch im Haus die tönerne Kleinkunst für die Ewigkeit gebacken werden. „Ich bin schon sehr gespannt, was dabei rauskommt“, lächelt Silvio Manshen, der gemeinsam mit seiner Tochter Florentine (12) bis zu den Ellenbogen im Ton steckt. Ihre ersten Schalen stehen schon zum Brennen bereit.

Gleich neben dem Raum mit dem Brennofen befindet sich der lichtdurchflutete Unterrichtsraum für das Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT). Hier werden die handwerklichen Fertigkeiten der Schüler der fünften und sechsten Klassen geschult. Joline (10) aus Schwarzheide hat ihre Eltern Nicole und Cliff Henning mitgebracht und zeigt voller Stolz ihre Arbeit, ein Tangrem, ein Holzpuzzle aus China. „Die Kinder fühlen sich hier wohl“, sagt Nicole Henning, die sich die Arbeit ihrer Tochter ganz genau erklären lässt.

Neben den Fachkabinetten und der Seniorenbegegnungsstätte ist noch einiges Interessantes in der Turnhalle zu sehen, die direkt über die Aula erreichbar ist. Hier zeigen Vereine der Stadt, was in der Sporthalle alles möglich ist. Die Rektorin Elke Voigt ist aber mit den Gedanken schon beim nächsten Tag der offenen Tür, der am 6. April stattfindet: „Ich möchte dort unsere gesamte Schule öffnen und unsere neuen Unterrichtsmittel zeigen. Unsere Schüler arbeiten schon an dem Projekt zum Thema andere Länder und andere Kulturen, die wir präsentieren wolle“, verrät sie. Sicherlich dürfte es wieder ein spannender Tag werden, wenn es heißt: „Hereinspaziert ins Haus der Begegnung.“