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Schwarzheide will Millionen in die Grundschule stecken

Die betagte Wandelhofgrundschule in Schwarzheide präsentiert sich von der Anne-Frank-Straße aus in freundlich-hellen Farben. Links davon befindet sich die moderne und beliebte Skate-Poolanlage.
Die betagte Wandelhofgrundschule in Schwarzheide präsentiert sich von der Anne-Frank-Straße aus in freundlich-hellen Farben. Links davon befindet sich die moderne und beliebte Skate-Poolanlage. FOTO: Feller
Schwarzheide. Der Schul-, Kita-, Freizeit-, Arzt- und Apothekenstandort Anne-Frank-Straße in Schwarzheide wird weiter aufgewertet. Die Wandelhofgrundschule soll größere Anbauten erhalten. Darin würden dann auch die Senioren ein neues Domizil bekommen. Manfred Feller

In der Anne-Frank-Straße unweit des Bürgerhauses hat sich in den zurückliegenden Jahren sehr viel getan. Die leere Realschule wurde abgerissen. An deren Stelle ist die im Landkreis Oberspreewald-Lausitz und darüber hinaus modernste Skateranlage entstanden. Davor ist der dringend erforderliche Parkplatz angelegt worden.

Auch in die Kindertagesstätte "Kleeblatt" ist drinnen und draußen nicht unerheblich investiert worden. Das Gebäude nebenan mit Arztpraxis und Seniorentreff wurde verkauft.

Jetzt nehmen sich die Stadtverwaltung und die Abgeordneten intensiv die Grundschule vor. Und das ist absolut notwendig.

Das aufgestiegene Grundwasser macht es laut Bürgermeister Christoph Schmidt (parteilos) erforderlich, die Haustechnik tief aus dem Keller weit nach oben zu versetzen. Die Toiletten auf den einzelnen Etagen "zeichnen" sich durch "extreme Geruchsbelästigungen" aus.

Schulleiterin Elke Voigt kann beliebig ergänzen: Im Werkenraum rosten wegen der Feuchtigkeit die Werkzeuge. 40 Mittagessenkinder zwängen sich in einen Raum ebenfalls unter der Erdoberfläche. Es fehlt eine Aula für Veranstaltungen.

Doch die Neubauten und die Sanierung im Altbau haben ihren Preis. Die einstöckige Variante schlägt mit 1,9 und die teilweise zweistöckige und damit mehr Platz bietende Variante mit satten 2,6 Millionen Euro zu Buche. Nach den Worten des Bürgermisters ist eine 75-prozentige Förderung möglich. Gibt es kein geschenktes Geld, muss über die Finanzierung neu nachgedacht werden. Grünes Licht für das Gesamtprojekt gibt es deshalb von den Abgeordneten zunächst nicht.

In einer Sondersitzung haben sich die Stadtverordneten in der vorigen Woche vielmehr mehrheitlich dazu durchgerungen, zunächst nur die nicht unerheblichen Planungskosten freizugeben. Denn eine abgeschlossene und genehmigte Planung ist die Voraussetzung für den Fördermittelantrag beim Land. Dies soll bis Oktober geschehen. Dann heißt es: warten, warten. Kommt die Zusage recht bald, könnte der Baubeginn greifbar werden. Im anderen Fall muss Schwarzheide versuchen, die Finanzierung auf andere Weise zu stemmen. Das kostet Zeit, die die Schule nicht hat. Denn die dortigen baulichen Zustände sind seit vielen Jahren bekannt und ein rege diskutiertes Aufregerthema bis hin zu den Eltern und Stadtverordneten.

Auch die Senioren warten auf einen Umzug. Derzeit nutzen sie ihre alten Räume in dem von der Stadt verkauften Gebäude in derselben Straße. Wird das Schulbauprojekt umgesetzt, dann befindet sich die AWO-Seniorentagesstätte unter einem Dach mit den neuen Schulräumen. Diese Verbindung ist aus städtischer und schulischer Sicht gewollt. "Das Zusammenwirken von Jung und Alt ist gut vorstellbar", sagt nicht nur Schulleiterin Elke Voigt. Beide Etagen soll ein Fahrstuhl verbinden.

In der Wandelhofgrundschule mit inklusivem Angebot lernen derzeit 257 Mädchen und Jungen. Darunter sind mittlerweile zwölf Schüler mit Förderbedarf aufgrund einer Behinderung. Sie alle werden von 17 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet.

Bürgermeister Christoph Schmidt rechnet vor, dass der Neubau günstiger sei, als einen Altbau für die Senioren auf Vordermann zu bringen. Der vorhandene Seniorentreff mit derzeit 400 Quadratmetern werde im Neubau deutlich, aber bedarfsgerecht reduziert. Es werden weniger Betriebskosten anfallen. Der Sanierungsbedarf in dem verkauften Altbau hätte etwa 600 000 Euro betragen.

Auch die Mehrheit der Stadtverordneten geht mit den Verwaltungsplänen mit, da hier ein vielseitig nutzbares Haus der Begegnung entstehen soll. Werner Rex (Linke) blickt auf ältere Mehrgenerationenhäuser in Nachbarorten. Diese seien nicht selten zu groß und zu teuer im Unterhalt.