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| 11:54 Uhr

Freiwillige Feuerwehr
Ohne Werner Mrose rückt kein Tanker aus

 Werner Mrose (M.) mit seinem Feuerwehr-Ehrenkreuz mit dem jetzigen Stadtbrandmeister Tino Hamann (l.) und Bürgermeister Christoph Schmidt.
Werner Mrose (M.) mit seinem Feuerwehr-Ehrenkreuz mit dem jetzigen Stadtbrandmeister Tino Hamann (l.) und Bürgermeister Christoph Schmidt. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Schwarzheide. Der Schwarzheider Kamerad Werner Mrose wird für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt. Von Torsten Richter-Zippack

Große Ehre für Werner Mrose: Der langjährige Schwarzheider Stadtbrandmeister ist jetzt Träger des Brandenburger Feuerwehr-Ehrenkreuzes in Gold. Die Auszeichnung, unterschrieben von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD), wurde Mrose für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr verliehen.

Bereits im Alter von 15 Jahren trat der gebürtige Schwarzheider in die örtliche Wehr ein. An seinen ersten Einsatz kann sich der heute 64-Jährige noch gut erinnern: „Das war am Schwarzheider Flugplatz. Dort brannte der Wald.“ Damals ahnte der junge Kamerad noch nicht, dass er in den folgenden Jahrzehnten Tausende Stunden Zeit in die Bekämpfung von Waldbränden investieren würde. „Damals fuhren wir bei 99 Prozent aller Einsätze in den Wald“, resümiert Werner Mrose.

Es sollte nicht lange dauern, da hatte der Schwarzheider seinen Lkw-Führerschein in der Tasche. Damit war sein künftiger Platz festgeschrieben. Nämlich hinter dem Steuer des Tanklöschfahrzeuges. „Einen Einsatz ohne Mrose auf dem Tanker gab es eigentlich nie“, erinnert sich der Kamerad. Mit dem Fahrzeug ging es durch die ganze Region, nach Spreetal, Hoyerswerda, Weißwasser und in zahlreiche weitere Orte. Eben immer dorthin, wo es gerade brannte und das Schwarzheider Tanklöschfahrzeug gebraucht wurde. Noch zu DDR-Zeiten brachte es der Schwarzheider bis zum stellvertretenden Wehrleiter für Einsatz und Ausbildung.

Nach der politischen Wende wurde Werner Mrose zum Standbrandmeister seines Heimatortes ernannt. Darüber hinaus fungierte er als stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Zwei Einsätze haben sich besonders intensiv in Mroses Gedächtnis eingebrannt. Der erste ereignete sich im Frühsommer 1992. Damals tobte südlich von Weißwasser ein Katastrophenwaldbrand, der letztendlich rund 1600 Hektar Wald vernichtete. „Zum einen hatte ich den Motor unseres W 50-Lkw geschrottet, er war einfach überlastet“, sagt Mrose. „Zum anderen bekamen mehrere Kameraden, darunter ich, eine volle Ladung Wasser ab, die ein Löschhubschrauber über uns auskippte. Trotz dieser Dramatik waren diese Situationen doch irgendwie lustig.“

Als seinen wichtigsten Einsatz in Schwarzheide bezeichnet Werner Mrose die Beräumung der Hinterlassenschaften des Orkans Kyrill, der am Abend des 18. Januar 2007 über die Region jagte. „Ich hatte damals das Feuerwehrgerätehaus nur zu Fuß erreicht. Die Kameraden versorgten sich gegenseitig mit Lebensmitteln, da jeder etwas mitbrachte. Ein tolles Zeichen der Kameradschaft. Unser Schwarzheide sah damals aus wie nach dem Krieg“. Tatsächlich hatte das Unwetter in der Lausitz entlang einer Linie Elsterwerda, Lauchhammer und Schwarzheide die mit größten Schäden verursacht.

Aus gesundheitlichen Gründen ist Werner Mrose heute nicht mehr im aktiven Dienst der Feuerwehr aktiv, wohl aber in der Alters- und Ehrenabteilung. Seit dem Jahr 2014 engagiert sich der inzwischen pensionierte Diplom-Ingenieur für Verkehrswesen als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung. Falls die Stimmen bei der bevorstehenden Kommunalwahl reichten sollten, würde der 64-jährige CDU-Politiker dieses Amt gern weiterführen.

Einen großen Dank möchte Mrose indes an seine Familie loswerden. „Ich war Tausende Stunden für die Feuerwehr im Einsatz. Da mussten Frau und Kinder immer zurückstecken. Für diese Leistung gebührt ihnen Respekt“, erklärt der zweifache Familienvater. Falls dann noch etwas Zeit bleiben sollte, gehört diese dem Garten. Die grüne Oase bezeichnet Werner Mrose als seinen persönlichen Lieblingsplatz in Schwarzheide. „Denn ich habe ja auch noch einen grünen Daumen“, lautet seine Begründung.